Zum Liebhaben

Heute wird vom eingespieltenTeam ein Familienlieblingsessen zubereitet: Lasagne. Und als Nachtisch Emils Spezialität: Reibekuchen.

Kochen, essen, wohnen – die Küche ist mehr als ein Ort, an dem die Familie möglichst schnell abgespeist wird. Ein Besuch beim Profi Ingo Schütze beweist: man kann sie sehr mögen.

Ingo Schütze, Chef des Berliner Küchenstudios SieMatic am Leipziger Platz, öffnet die Tür zu seinem privaten Küchenleben. Das findet auf 16 Quadratmetern in seinem Einfamilienhaus in bester Stadtrandlage statt. Zur „Küchencrew“ gehören Ehefrau Nadja, Tochter Elli (11), Sohn Emil (5) und natürlich er selber. Ingo Schütze: „Die Küche ist unsere erste Adresse im Haus. Hier wird geschnippelt, gebrutzelt, gegessen, gelacht, hier werden Hausaufgaben gemacht, Weltschmerz und Pillepalle diskutiert.“


Vor zweieinhalb Jahren hat sich das Ehepaar seine heile Schützesche Küchenwelt geschaffen: ein sympathisch-lebendiges Konglomerat von roten Hochglanzlackfronten, neuestem technischem Equipment und antiken Liebhaberstücken. Das gefällt sowohl Groß als auch Klein.


Man sieht dem Raum an, dass Gemütlichkeit und Funktionalität bei der Planung die Denkrichtung vorgaben. Bei der Lebensdauer einer Küche von 15 bis 20 Jahren sind Gestaltungslösungen mit Dauerqualitäten wichtig. Mit dem Innenleben einer Küche ist es wie mit dem Leben an sich: Es kann froh machen oder unglücklich, lästig sein oder von spielerischer Leichtigkeit. Die Schütze-Version ist eine Kombination von Schubkästen und Drehtüren sowie Schränken für hohe Bordeauxgläser und Vasen, deren oberer Bereich für Weihnachtssachen und sonstiges Saisonales reserviert ist.


Die Schubkästen dienen mit raffinierten Lösungen: Messer, die mit lautem Geklapper zwischen anderem Besteck hervorgekramt werden, oder Gewürzdosen, die sich grundsätzlich in der hintersten dunklen Ecke verstecken, sind hier kein Thema. Alles fein sortiert, auf den ersten Blick greifbar. Lästigen Geräuschen beim Zuschieben der Kästen hat der Küchenspezialist mit Anschlagsdämpfungen entgegengewirkt. Die können im Übrigen auch nachgerüstet werden.



„Liebe geht durch den Magen. Die Küche ist sozusagen die Produktionsstätte von Familienliebe“, sagt Ingo Schütze. „Die Familie zu bekochen ist und bleibt Arbeit. Die aber Spaß machen soll.“ Die Hauptaktionen finden zwischen Kochfeld, Spüle und Kühlschrank statt. Folglich sollte hier alles bequem erreichbar und Gewohnheiten gemäß platziert werden, um Abläufe zu optimieren.


„Wir nutzen die Arbeitsplatte der Kücheninsel als Ankommplatz: zum Abstellen und Auspacken der Einkäufe. Von dort aus können wir die Lebensmittel im Kühlschrank und den Vorratsfächern verstauen, ohne die Tüten auf dem Boden abstellen zu müssen.“ Dem Kühlschrank, so der Fachmann, gebührt ein zentraler, leicht zugänglicher Platz. Immerhin wird er täglich zwischen 20 und 40 Mal benutzt. Fürs Obst und Gemüse empfiehlt er einen Kühlschrank mit Klimazonen, in dem ein Bereich auf 0 Grad Celsius heruntergekühlt werden kann. Die Vitaminkost bleibt drei- bis fünfmal frisch länger als in Geräten ohne diese wunderbare Erfindung.


Wer Nachwuchs plant, sollte von vornherein an ausreichend Stauraum für große Flaschen und Familienpackungen denken.

Eine weiteren guten (Standard-)Rat an seine Kundschaft hat Ingo Schütze natürlich auch im eigenen Küchenreich umgesetzt. „Die Elektrogeräte – Geschirrspüler, Backofen, Kaffeevollautomat, Dampfgarer – haben wir hoch eingebaut, um ergonomische, rückenschonende Arbeitsabläufe zu gewährleisten.“


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Tipps vom Profi



ARBEITSFLÄCHE

Pro Person 60 bis 100 Zentimeter Breite (ohne Koch- und Spülfläche). Optimal: je einen Arbeitsbereich rechts und links von der Koch- und/oder Spülfläche. Die Höhe der Arbeitsplatte auf den Küchennutzer abstimmen, der am häufigsten kocht. Bei durchgedrücktem Rücken, die Arme leicht angwinkelt, muss es sich bequem hantieren lassen (Arbeitsplattenhöhe 10 bis 15 Zentimeter unterhalb der Ellenbogen).


ESSTISCH

Pro Person mindestens 60 Zentimeter Breite, zwischen Tischkante und Wand etwa 75 Zentimeter für die Stühle zum bequemen Bewegen einplanen.


ABSTELLPLATZ

Hinter dem Kochfeld und der Spüle mindestens 10 bis 15 Zentimeter Platz zum Abstellen von Utensilien lassen.


FRONTEN

Lack ist eine gute Wahl, matt oder glänzend ist zweitrangig. Er hat eine lange Haltbarkeit, lässt sich leicht pflegen (mit Glasreiniger). Wunsch nach neuer Farbe? Türen aushängen und umlackieren lassen.


DUNSTABZUGSHAUBE

Sie sollte das 10-Fache des Raumvolumens pro Stunde schaffen. Wenn die Geräusche des Motors stören, kann der, nach Absprache mit den Nachbarn, extern nach draußen verlegt werden.


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