Raum gewinnen!
Sie haben das Gefühl, es fehlt an Platz für die vielen großen und kleinen Dinge? Sie haben ihn! Wir zeigen Ihnen, wo.

Städtisch: In Deutschland liegt der Grad der Ur- banisierung deutlich über dem weltweiten Durch- schnitt. 1800 lebten hierzulande nur 25 Prozent der Menschen in Städten, 2005 waren es 73,4 Prozent. 2020 werden es prognostizierte 75,6 Prozent sein. Die Weltbevölkerung bestand 2009 zu 50,1 Prozent aus Städtern.
Alt: Ein Viertel aller in Deutschland bewohnten Häuser wurde in der Zeit zwischen 1949 und 1971 gebaut, ein weiteres Viertel in der Zeit davor. Knapp 50 Prozent der Wohnbauten entstanden in den vergangenen 40 Jahren.
Besitzergreifend: Fast die Hälfte der Deutschen bewohnt ein eigenes Haus (45 Prozent), weitere 6 Prozent besitzen eine Wohnung. Den Eigentümern stehen 48 Prozent Mieter gegenüber.
Zufrieden: Auf einer Wohnzufriedenheits-Skala von 1 bis 10 geben sich 28 Prozent eine 8, weitere 20 Prozent eine 9, dicht gefolgt von einem knappen Fünftel (19 Prozent), das seine eigenen vier Wände perfekt findet. Nur 4 Prozent haben im Jahr 2009 baulich am eigenen Zuhause etwas verändert.
Überschaubar: 22 Prozent verfügen über eine Wohnfläche von 31 bis 60 Quadratmetern an, 35 Prozent über 61 bis 90 Quadratmeter, weitere 22 Prozent leben auf 91 bis 120 Quadratmetern. 19 Prozent wohnen noch großzügiger.
Möbliert: 2008 gaben die Deutschen durchschnittlich 362 Euro für Möbel aus – Europarekord. In Österreich waren es 360 Euro, gefolgt von Schweden mit 350 Euro. Die Spanier leisteten sich Interieur für nur 114 Euro, die Portugiesen für 74 Euro.
Grün: 43 Prozent aller Deutschen geben ihr Geld gern für Pflanzen aus, 41 Prozent für Vasen oder Kerzen – nur 15 Prozent für ein neues Sofa. Am wenigsten verzichten möchten wir auf Grünpflanzen und auf den Couchtisch, dicht gefolgt von Schrankwand und Fernsehsessel.
Gewohnt: Jeder zweite Befragte behält lieber die alte Wohnungseinrichtung, nur 29 Prozent ändert öfter mal etwas daran. Grund für so viel deutsche Treue zum Mobilar ist für viele Geldmangel (58 Prozent). Ein weiteres reichliches Drittel findet den Status quo einfach gut genug.
Feminin: Zu 45 Prozent sind allein Frauen für die Inneneinrichtung verantwortlich; lediglich 1 Prozent der Männer machen ihr Heim eigenverantwortlich wohnlich. Partnerschaftlich tun es immerhin 30,5 Prozent.
Vorausblickend: 56 Prozent glauben, ihr Haushalt werde künftig verstärkt computervernetzt. 45 Prozent vermuten außerdem, dass sich der Wohnraum pro Person noch vergrößern werde. 36 Prozent sehen im Verschmelzen tradierter Wohnbereiche Veränderungspotenzial.
Küchentechnisch: Das durchschnittliche Alter einer deutschen Einbauküche beträgt 18,6 Jahre. Eine elektrische Küchenmaschine ist in 62 Prozent der Haushalte älter als 4 Jahre, nur 10 Prozent schafften sich in den vergangenen 2 Jahren ein neues Gerät an.
Wechselwillig: In den vergangenen 10 Jahren zogen 29 Prozent der Deutschen mehr als zweimal um, 21 Prozent taten es genau zweimal, 25 Prozent einmal. Ein Viertel behielt seine angestammte Adresse. Bei Angabe mehrerer Gründe war für 34 Prozent der Zusammenzug mit dem Partner ausschlaggebend, 24 Prozent nannten berufliche Veränderungen, 23 Prozent wechselten in die eigene Immobilie.
Auf den Punkt gebracht
Dr. Claudia Siemann, Archäologin an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster
Was würden Sie sofort verändern, wenn Sie könnten?
Wohnort und Zeit, denn ich würde gern im Rom Julius Cäsars leben, um die Epoche besser zu verstehen.
Was soll sich keinesfalls ändern?
Der ungebrochene Mut vieler Menschen, in den unterschiedlichsten Lebensbereichen nach Schönheit und Harmonie zu streben.
Was war für Sie selbst die gravierendste Veränderung?
Die erste eigene Wohnung, weil ich dort meine Ideen zum ersten Mal umsetzen konnte, ohne auf den Geschmack anderer Rücksicht nehmen zu müssen.