Wohlige Wärme für kalte Tage

Foto: Brunner

Für manche sind sie Romantik pur, für andere ein energieeffizientes Heizsystem – offene Kamine und Kaminöfen feiern ein Comeback.

Aus vielen Gründen sind Kamine oder Kaminöfen für Bauherren attraktiv. Die offene, gemauerte Form schafft ein luxuriöses Ambiente. Ein Holzfeuer sorgt immer für Gemütlichkeit im Haus und kann die Heizung unterstützen. Puristen entdecken sogar das holzbefeuerte Kochen für sich.

Sobald Sie sich im Klaren darüber sind, welche Aufgaben Ihre Feuerstelle erfüllen soll, fragen Sie – sofern Sie noch in der Bauplanungsphase stecken – bei Ihrem Haushersteller nach, ob Ihr Wunschhaus eine Feuerstätte ermöglicht. Dabei spielen viele Faktoren eine Rolle.

Mit Ausnahme rein optischer Lösungen wie etwa bei einer Ethanol-Feuerstelle oder einem Elektrokamin benötigt jede Feuerstätte einen Rauchabzug. Verfügen die richtigen Zimmer Ihres Hauses über eine Anbindung zum Schornstein? Wichtig kann auch die Frage nach ausreichender Statik sein: Trägt der Boden im ersten Obergeschoss einen großen gemauerten Kamin? Da jede Feuerstelle mit Rauchabzugsanbindung vom Schornsteinfeger abgenommen werden muss, sollten Sie sich bereits im Vorfeld mit ihm in Verbindung setzen. Er kennt die gesetzlichen Bestimmungen vor Ort und kann Sie beraten.

Ein gänzlich offener Kamin wird heute nur noch selten eingebaut, da mit seiner Installation hohe Auflagen verbunden sind und er einen eigenen Schornstein benötigt. Er bietet zwar viel Atmosphäre, da der Feuerraum nicht durch eine Glasscheibe vom Wohnraum getrennt ist, doch bei unachtsamen Befeuern besteht erhöhte Brandgefahr durch Funkenflug. Zudem hat er einen deutlich niedrigeren Wirkungsgrad als ein geschlossener Kamin.

Wer mehr will als nur Ambiente, setzt Kamin oder Kaminofen zur Unterstützung der Heizung ein. Dabei wird die Wärme sogenannter wasserführender Kamine und Kaminöfen über einen integrierten Wärmetauscher an das im Haus bestehende Heizungssystem abgegeben. Mit einem zusätzlichen Pufferspeicher helfen sie sogar dabei, das Brauchwasser zu erwärmen – eine umweltfreundliche Ergänzung des Heizsystems.

Gute Speicheröfen können die Wärme eines Feuers bis zu 48 Stunden speichern und sie als angenehme Strahlungswärme gleichmäßig in den Wohnraum abgeben. Bei vielen Modellen reicht es, für langanhaltende Wärme nach dem Anschüren bloß ein bis zwei Mal am Tag Holz nachzulegen. Gespeichert wird die Wärme in Schamott- oder in Speckstein. Inzwischen gibt es auch Speicheröfen mit großem Sichtfenster, sodass auch hier die Kaminatmosphäre nicht zu kurz kommt.

Die wohl bequemste und effizienteste Art, mit Holz zu heizen, bietet der Pelletofen. Dabei liegt der Fokus jedoch eher auf Funktionalität als auf Atmosphäre. Die Pellet-Technologie wurde entwickelt, um als zentrale Brennereinheit die Öl- oder Gasheizung im Heizungskeller ersetzen zu können. Als ansprechend designtes „Heizmöbel“ sind aber auch Pelletöfen inzwischen im Wohnraum angekommen. Sie bestehen häufig aus der Brennkammer und einem Vorratstank. Die Bestückung und Befeuerung läuft vollautomatisch ab und ist über ein elektronisches Bedienfeld steuerbar. Pellets bestehen aus Spänen, Sägemehl und Holzresten und haben einen sehr hohen Brennwert. Ihr Preis ist seit Jahren stabil und deutlich niedriger als der von Öl und Gas.


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Lesen Sie den ausführlichen Bericht ab Seite 28 in der Ausgabe September/Oktober 2015 mein schönes zuhause°°°


Kristof Warda

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