Weiß lügt gut: Eine Farb-Kritik
Auch Sie halten Weiß für die schönste denkbare Farbe für Tisch und Wand, Bett, Stuhl und Schrank? Dann machen Sie...

Auf die Blüte gekommen: Es gab eine Zeit, da waren Tapeten mit Mustern verpönt. Weiße Raufaser war das Einzige, was infrage kam nach den aufdringlichen Motiven der 70er-Jahre, die für Augen und Seele manchmal recht anstrengend waren.
Bunt darf es nun schon länger zugehen, aber bitte wohldosiert. Geblümte Tapeten, gut platziert, sind ein luxuriöser oder peppiger Hingucker und können standhaft jeder modischen Kurzlebigkeit widerstehen. Denn sicher ist: Belebende, sommerliche, zauberhaft blühende Macharten überleben so manche Saison und retten einen über die kalten, trüben Wintermonate hinweg.
Zeit für Veränderung: Ebenso wie der Garten als ein kontrollierter, beherrschter Teil der Natur gilt, so wird nun auch der Innenraum zum blühenden, künstlichen Garten erklärt. Doch auch hier ist ein feines Händchen erforderlich, denn wildes Platzieren großer Blütenmotive macht schwindlig und bei wagemutigen Farbgebungen sieht sich der anfangs begeisterte Blumenfreund allzu schnell satt. Egal, ob ihr Erscheinungsbild auf einen grafischen, stilisierten oder fotografischen Ursprung zurückzuführen ist, die sich rankenden, windenden Blüten verwandeln den Wohnraum in eine naturnahe Zone. Erlaubt ist, was gefällt: Blumenmotive akzentuiert einzeln, stringent horizontal oder vertikal
Dank des Vliesmaterials, das nur noch das Einkleistern der Wand verlangt – das Einweichen von einst kann getrost vergessen werden –, lässt sich schnell und einfach tapezieren. Profitipp: Kontrolle ist besser. Vor Beginn überprüfen, ob die Fläche trocken, glatt, sauber, gleichmäßig saugfähig sowie gerade ist. Löcher und Unebenheiten mit Spachtelmasse glätten und schließen. Dunkle Flecken und Farbreste beseitigen, gegebenenfalls überstreichen. Vor dem Anbringen der ersten Bahn sollte ausgelotet werden, damit auch alle folgenden Bahnen senkrecht verlaufen.