Design-Show "100 % Design" in London: Zehn ausgewählte Stücke
„100% Design“, einmal im Jahr in London, ist die wichtigste britische Design-Schau mit Kreativköpfen aus aller Welt.

Öko ist chic, Öko ist Trend. „Nachhaltige Möbel werden immer stärker nachgefragt“, sagt auch Reinhard Kepplinger, Geschäftsführer des Möbelversandhauses Grüne Erde. „Im Zuge der Globalisierung haben viele eine größere Sensibilität für umweltfreundlich produzierte Möbel entwickelt.“
Nachgefragt würden sie mittlerweile von allen Altersgruppen, ob Singles unter 30 oder ältere Paare. Reinhard Kepplinger: „Unsere Kunden sind eine ziemlich bunt gemischte Gruppe, über die man statistisch lediglich sagen kann, dass sie ein höheres Bildungs-, aber kein höheres Einkommensniveau als der Bevölkerungsdurchschnitt haben. Sie sind Anfang 30 bis Ende 50 und müssen auf größere Anschaffungen bei uns auch durchaus einmal sparen.“
„Öko ist nicht zwangsweise plump, grob, ungehobelt“, bestätigt auch Reinhard Kepplinger. Zugegebenermaßen machen die spezifischen Eigenschaften von Materialien wie Vollholz, Naturkautschuk oder Schafschurwolle sowie die technischen Grenzen der Produktion klare Vorgaben und lassen bei Weitem nicht so viele Formen zu wie etwa plastische Kunststoffe oder Metalle. Doch ist eben dies für viele renommierte Designer wie etwa Tom Dixon ein Ansporn, nach neuen Wegen zu suchen. Dixon kam so auf die Idee, einen Stahlrohrfreischwinger mit Binsen zu beziehen. Bambus hat die grüne Welle zu neuer Popularität verholfen. Schnell nachwachsend, ökologisch unbedenklich und extrem langlebig, findet das Material sich zum Beispiel als Parkett auf unseren Böden wieder, steht als Brotkorb, Vase oder Tablett auf unseren Tischen. Sogar Laptops machen sich das smarte Material und seinen guten Ruf zunutze.
Auch dem Architekten-Team Ute Ziegler und Markus Schell hat es der Bambus angetan. Sie produzieren Serienmöbel und Sonderanfertigungen etwa für Objekte wie ein Restaurant daraus. Die große Herausforderung für die Macher hinter der Gesellschaft für bessere Möbel: Die Entwicklung von Produkten, die keine oder nur minimale Auswirkungen auf die Umwelt haben. Der Natur verpflichtete Designer wie die beiden Berliner fragen sich darum schon bei dem Entwurf eines simplen Beistelltischchens: Wo liegt der Wald, aus dem das Holz stammt? Wer holzt es ab? Wie lange braucht das Material zum Verarbeitungsort? Wohin mit dem Tisch, wenn er nicht mehr gebraucht wird?
Worauf kommt es also an? „Umweltfreundlichkeit fängt damit an, dass man keine Möbel produziert, die nach drei Jahren weggeschmissen werden“, sagt Reinhard Kepplinger. Wenn dann dem Verbraucher noch eine transparente Ökobilanz über die Entstehung des Möbelstücks vorgelegt wird, kann dieser eine bewusste Entscheidung treffen. Behalten die Trendforscher recht, wird dies für die Hersteller bald zur Pflicht. Denn Öko ist schon lange kein Luxus mehr.