Sind Sie perfekt verkabelt? Teil 2

Foto: Albrecht Jung GmbH

Gut geplant ist halb gewonnen – im zweiten Teil unserer Serie über eine vorausschauende Stromplanung beleuchten wir die Bereiche Küche und Bad

Sowohl Küchen als auch Bäder haben in Deutschland eine Lebensdauer von durchschnittlich etwa 18 Jahren, bevor sie renoviert werden. Das ist durchaus verständlich, wenn man bedenkt, dass die Kosten für eine Modernisierung mit der Anschaffung eines Kleinwagens vergleichbar sind. Da die verschiedenen Elektrogeräte unterschiedliche Anschlussvorschriften haben, ist es unabdingbar, ihre zukünftigen Standorte bei der Planung genau zu kennen. Pro Küche existieren heute durchschnittlich etwa zehn Kleingeräte. Einige davon werden ständig, andere nur selten gebraucht. Bauherren sollten bei der Küchenplanung die Nutzung ihrer Geräte realistisch einschätzen und berücksichtigen, welche im neuen Haus zum Einsatz kommen, aber auch zukünftige Anschaffungen mit einplanen. Die Nutzungsanalyse wirkt sich auf die Anordnung der Steckdosen aus – hinter Fliesenwänden oder Küchenschränken versteckt, lassen sie sich nachträglich kaum noch erweitern.

Vor der Planung sollte zudem klar sein, welche stromintensiven Geräte angeschlossen werden müssen. Geräte über 2.000 Watt Leistung benötigen einen eigenen Stromkreis. Sind Sie sich beispielsweise nicht sicher, ob die Waschmaschine später in der Küche oder im Bad stehen soll, muss vorausschauend in beiden Räumen ein extra Stromkreis für sie eingeplant werden. Kommt ein Trockner hinzu, sind bereits jeweils zwei Stromkreise nötig.


In der Küche

• In Bestands-Immobilien sollte nicht davon ausgegangen werden, dass alle Leitungen fach- und DIN-gerecht verlegt sind. Deshalb vor dem Bohren immer mit einem Leitungssuchgerät den Leitungsverlauf ermitteln.

• Ist der Platz für Steckdosen an der Wand zu gering, lässt sich im nachhinein ein in der Arbeitsplatte versenkbarer Strom-Verteiler als hilfreiche Alternative integrieren.

• Genügend Stromkreise und Steckdosen über der Arbeitsplatte sind die wichtigste Voraussetzung für einen störungsfreien Betrieb aller Geräte.

• Achten sie auf blendfreie Installation der Beleuchtung des Arbeitsbereiches.


Im Bad

• Für optimale, indirekte Ausleuchtung des Gesichts vor dem Spiegel, empfiehlt es sich, warmweiße, blendfreie Lichtquellen zu verwenden. Einige Modelle haben bereits seitliche Leuchtstreifen sowie einen extra beleuchteten Kosmetikspiegel integriert.

• Spiegel- und Deckenbeleuchtung sollten getrennt schaltbar sein.

• Steckdosen nur in direkter Nähe der Verbraucher installieren.

• Auch für elektrische Zahnbürste, Rasierer, beleuchtete Kosmetikspiegel, Fön auf ausreichend geplante Steckdosen achten.

• Alle Leuchten in unmittelbarer Nähe von Dusche und Wanne müssen für den Einsatz in Feuchträumen zugelassen sein.


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Lesen Sie den ausführlichen Bericht ab Seite 86 in der Ausgabe November/Dezember 2015 mein schönes zuhause°°°


Frank Siebold

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