Gefühl für Stil: Rhythm & Blues

Tradition und Moderne in einem: der Kombi-Kachelofen mit Sitzbank.

Woody Allen hat es in "Midnight in Paris" vorgemacht: Man beamt sich in sein goldenes Zeitalter, wann immer das ist. Endlich findet man die Seelenverwandten, die Helden der eigenen Sehnsucht, die Begleiter der Träume.

Gespräche über die Zeiten hinweg, der süße Rausch in einer Pianobar. Bessie Smith haucht noch einmal ihren Schmerz aus der Kehle, weil alle Freunde weg sind. Die elegante Ruth Brown röhrt „Teardrops from my Eyes“ … Der Alltag tritt zurück. Es gibt sie, die Orte, wo man seinen Gefühlen freien Lauf lassen kann.


Der Rhythmus ist in uns. Er muss nur wachgeküsst werden. Dann mach mal, Baby – erst mal die Jalousien zu! Mississippi-John Hurts Stimme schmeichelt nicht nur im „Avalon Blues“. Er ist das Symbol des schwarzen Mannes vor der Holzhütte und singt vom großen Aufbruch in die Städte. Hurt ist ein Beschwörer mit Gitarre, dessen Musik noch heute die Seele streichelt, wo man sich gerade seinem Was-weiß-ich-für-ein-Gefühl hingeben wollte.


Man muss sich dazu nicht in die Ledersitze eines rosarostigen Cadillac drücken – schluffige Kissen auf einem bequemen, mit warmem, weichen

Baumwollstoff bezogenen Sofa tun‘s auch. Das Switchen zwischen den Zeiten, Stilen, Formen – die großartigen Stimmen und grantigen Gesänge, die Bässe, das Einhämmern auf die Pianotasten, Memphis, New Orleans, Chicago – ist der Klangteppich für die eigenen vier Wände.


Diese wunderbar belebende Melancholie: Noch einmal die schweren Intros. Man nickt, man wippt mit. Die Mundharmonika scheint sich zu biegen. Ein Vibrieren der Elektrosounds. Auf der Couch „On the Road“ – auf der Suche nach dem wahren Leben. „When I saw you this morning, baby / Tell me why did you walk away“– Sag, warum bist du gegangen? („Buzz Me“ von Louis Jordan) oder man schluchzt lieber gleich selbst: „Baby, Please Don‘t Go“. Ein Blick ins Schlafzimmer: Der/Die Liebste ist noch da. Gott sei Dank! Alles beim Alten.


Wenn man dann hochkommt vom Kissen, kann man auf Pirsch gehen durch seine realen Räume. Die voller Licht sind, angenehmer Formen, schöner Materialien. Der Weg zur Küche ist der kürzeste. Man baggert den Kühlschrank um. Am Herd verfliegt Schwermut: Sweet candy – man muss es ja nicht wörtlich nehmen. Aber Süßes kann nicht schaden! Bittersüß. Ananas-Chicoree mit Kokos. Scharfsüß – Chilipepperhotchocolate.


Mag der Blues anderswo nach letztem Ei in die Pfanne und Ketchup schmecken! Man zieht los, um in der Ecke hinterm Regal seine Gitarre zu treffen. Oder begegnet mal wieder seinem Klavier. Wie lange ist vorgestern her? Mal möchte man den Mond anheulen, sich (danach) durch die Welt zu swingen, was wahre Hochgefühle verschafft.


Die 40er-Jahre-Bigbandmusik. „Harlem Jump“ mit Louis Thomas Jordan, einem der ganz Großen. Er ist der „King of the Jukebox“. Das Gegenteil von Melancholie – hier wird gute Laune produziert: Das Altsaxophon strapaziert, die Trompete kreischt. Spiel mal einen Boogie-Woogie! Das Piano wartet freundlich. Dann werden die Tasten im Tempo malträtiert. Da hält es einen nicht mehr im Sessel. Du darfst bitten, na klar! Natürlich stilvoll. Champagnerfarben. Palmengrün. Ein Orange, heiß wie der Süden. Smoking und Fliege …


Schatz, lass uns mal wieder eine Party machen! Die 40er-Jahre! Die 50er! Alles auf Anfang. Jeder bringt seine Platte mit. Venylkostbarkeiten einstiger Chartssieger warten nur auf ihren Einsatz. Wunderbar, wie jede melancholische Anwandlung fast ungeduldig danach drängt, sich in praller Lebenslust aufzulösen. Vielleicht ist es gerade das, was uns immer noch und immer wieder fasziniert. Die immerwache Sehnsucht in uns, das Leben schön zu finden. Es genießen zu wollen. Schöne Dinge um uns zu haben. Gern solche mit klangvollen Geschichten.



SOUTHERN KOMFORT


Harmonische Farben und Materialien sorgen für ein südliches Flair. Der ebenso schlichte wie ele gante Fußbodenbelag gibt gewissermaßen den Grundton vor (Laminat Classic Eiche lichtgrau, seidenmatte Struktur, Landhausdiele, 31,50 Euro/qm; von PARADOR).


Innenfensterläden („Shutters“) mit ihren verstellbaren Lamellen wandeln die Stimmung von sonnenheller Offenheit in diskret abgeschirmte Privatsphäre (von JASNO).


Die Sofa-Eckgruppe „Party“ wirkt in kleineren Räumen Wunder: Die Sitzflächen lassen sich in die verschiedensten Sitz-, Relax- und Schlafpositionen verschieben, vergrößern und drehen. Die hochklappbare Armlehne kann durch Ablagetabletts, Bettkasten und Sitzmodul ergänzt werden (Relax-/Liegefläche 148 ╳ 220 cm; von die Collection).



ELEMENTAR


Der Esstisch muss als Multitalent vielen Ansprüchen gerecht werden. Es gibt ihn in warmem Holz oder mit rückseitig lackiertem Glas. Die dezent

verborgene Vergrößerungsplatte mit Fold-up-Mechanik fährt ihn im Handumdrehen aus („TODO“ von die Collection).


Swingend, ohne Rückenlehne, aber modern und urgesund sitzen: auf einem Swopper (von Aeris). Die Teppiche sind deutsche Handarbeit. Das Flormaterial – 80 Prozent Kaschmir-Ziegenhaar (genauer gesagt: aus dem Deckhaar mongolischer Hochlandziegen) und 20 Prozent Schurwolle – sowie die Rippenstruktur sind die Merkmale dieser Naturgewebe. Die einzelnen Elemente werden exakt zugeschnitten, aneinandergefügt und mit einem stabilen Juterücken ausgestattet („Interart“ von Tretford; Preis ab 125 Euro/m2).



GENIESSER-QUALITÄTEN


Schönes Wohnen war nie enger mit gutem Kochen und Backen verwoben als heute. „Männer-leicht“ zu bedienender Hightechbackofen und -dampfgarer erleichtern den Start in kulinarische Höhen. Die patentierte Gar-Automatik lässt sogar ohne Eingabe von Dauer, Temperatur, Betriebsart und Gewicht eigene Kreationen vollautomatisch realisieren – mit Gelinggarantie!


Clevere Sensortechnik erfühlt Gewicht und Größe des Menüs und wählt die beste Abfolge der verschiedenen Betriebsarten mit exakt benötigter Temperatur und Dauer („Combi-Steam XSL“ von V-ZUG).



SCHÖN FUNKTIONAL


Die Türfronten des Sideboards widerspiegeln in einer mutigen und interessanten Anordnung alle Farben der Einrichtung. Durch die Frontenverlängerung werden, technisch raffiniert, seitlich und nach oben Griffe unnötig. Extrahohe Edelstahlfüße anstelle eines klassischen Sockels setzen Akzente (Korpus: „Spessart Eiche“, Fronten: Mix aus Dekor- und Lackfronten; von InVIDO).



Die Fronten der Küchenzeile sind in „Manhattan 495-Chalet Eiche” ausgeführt. Eingeprägte Strukturen bewirken eine bestechende Holzoptik und -haptik. Die Arbeitsplatte zeigt sich in der Steinoptik S 85 „Dolomit Grau“. (Von Nolte-Küchen; Einhebel-Armatur von AXOR)


Scheinbar nebensächlich, aber unerlässlich: die Großraum-Abfallbox. Aus Edelstahl, einem sehr schicken, aber auch sehr anfälligen Material. Dieses Exemplar schützt seinen ungetrübten Edelstahlglanz mit einer „Anti-Finger-Print“-Spezialbeschichtung (35 Liter für 199,99 Euro; 50 Liter Fassungsvermögen 209 Euro; von Hailo).


Tradition und Moderne in einem: der Kombi-Kachelofen mit Sitzbank. (Verkleidung: Seyffarth Keramik in Glasur Mokka und Brillantweiß; Einsatz: Fa. Brunner. Öfen dieser Art sind Unikate. Sie werden vom Ofenbauer individuell geplant und ausgeführt. Von Hagos)


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