Nächtliche Wellness-Oase: das Wasserbett
In den letzten 30 Jahren haben sich knapp 90 Millionen Menschen weltweit ein Wasserbett zugelegt. Heutzutage...

Zu Hause ist es doch am schönsten!
Der Spruch ist alt - und aktueller denn je zuvor: Je rauer draußen der Wind weht, um so mehr sehnt sich der Mensch nach häuslicher Geborgenheit, verkünden unisono die Trendexperten. Im Vorfeld der Fachmessen CADEAUX Leipzig und COMFORTEX (5. bis 7. September 2009) skizzieren Mara Michel und Gabriela Kaiser von der Trendagentur FUTURIZE wohnliche "Anti-Krisen-Strategien" für die heimischen vier Wände.
Krise und (vorerst) kein Ende. Wie gut, dass es noch einen Ort gibt, zu dem die Wirt-schafts- und Finanzquerelen keinen Zutritt haben: das eigene Zuhause! "Die Wohnung ist zur Oase geworden, wo man nach einem anstrengenden Tag Ruhe findet, neue Energien und Kraft tankt", meint die Trendexpertin Mara Michel. "Im Arbeitsleben müssen wir immer einen kühlen Kopf bewahren - aber hier dürfen wir unsere emotionale Seite zeigen. Niemand sagt uns, was wir wann zu tun haben. Druck und Alltagsstress fallen von uns ab. Zu Hause spürt man, dass man angekommen ist, weit weg von allen Krisen in der Welt da draußen."
Wohnzimmer: Liebevolles Chaos
Wohlfühl-Oase Nummer 1 ist das Wohnzimmer. "Sinnlicher Purismus" heißt der neue Trend, der ebenso erheitert wie beruhigt. Wo vorher alles klar und einfach war - das Sofa, die Metalllampen, die Glastische -, entsteht jetzt ein liebevolles Chaos, erläutert Michel. Dabei ist nichts dem Zufall überlassen.
Ein Stapel Lieblingsbücher auf dem Couchtisch beispielsweise zeigt dem Besucher, woher man sein Wissen bezieht und welche Literatur man am liebsten liest. "Das kann den Einstieg in Gespräche erleichtern und hilft, sich mehr als nur oberflächlich kennen zu lernen", meint die Trendforscherin. "Überhaupt gilt das Motto: Zeige mir Deine Wohn-accessoires, und ich weiß, wer du bist!"
Mit Nostalgie und Romantik - wohl dosiert - wird das ansonsten puristische Wohnzimmer warm und heimelig, geradezu zur Seelenmassage. Kleine liebe- und humorvolle Details geben dem Raum die ganz persönliche Note: zum Beispiel alte Häkeldeckchen auf dem Tisch, eine mit Serviettentechnik aufgepeppte alte Vase oder Collagen aus Lieblings-fotos, mit denen man einen Wandteller verziert. Ein selbst gehäkeltes "Kleid" für die Teekanne und Teetassen entlocken dem Besucher ein Schmunzeln. Überhaupt sind Handarbeiten wieder IN.
Ganz im Trend liegen auch selbst gestaltete Wände. Das kann ein Selbstporträt sein, ein Wandtattoo oder ein "Altmeister", der per Scan auf Zimmerhöhe gezogen wird. Caspar David Friedrich in Überlebensgröße: Ein völlig neues Wohngefühl, das auch der Tradition einen interessanten Platz zuweist. Denn der reine Traditionsstil hat ausgedient; statt seiner bezieht man einzelne
Esszimmer: Tafeln mit Atmosphäre
Wohlfühl-Oase Nummer 2 ist der Ess-Bereich. Stand früher der praktische Nutzen, die Nahrungsaufnahme im Mittelpunkt, so gilt die Aufmerksamkeit jetzt der Gestaltung. Denn der Ess-Raum ist DAS Kommunikationszentrum für Familie und Freunde gewor-den. Ein Stilmix zwischen puristischer Einfachheit und sinnlichen Details unterstreicht diesen Charakter - beispielsweise ein 3,50 Meter langer schlichter Holztisch mit Stühlen, die weiße Hussen tragen.
Hussen, die man ursprünglich als Staubschutz oder zum Aufhübschen einfacher Fest-zelt-Garnituren nutzte, sind ein überaus praktischer und individueller Trend. Je nach Anlass oder Stimmung kann man sie jederzeit austauschen. So holen blaue Stuhl-überwürfe an warmen Spätsommer-Tagen Frische ins Haus. Hussen in wärmendem Rot suggerieren Kamin-Stimmung an kalten Wintertagen, Hussen mit Volants verströmen Romantik: Die Stühle sprechen eine eigene Sprache. Wichtiger Dreh- und Angelpunkt bei der Ausstattung des Ess-Bereiches ist das Licht. Neben indirekter Beleuchtung und Kerzen liegen Lampen aus Holzgeflecht im Trend, die bizarre Muster auf den Tisch werfen. Einen reizvollen Gegensatz dazu bilden Acces-soires aus Metall, zum Beispiel kleine Skulpturen und edle, goldfarbene Schalen. Solche Kontraste beleben die Tafel und geben ihr ein neues Gesicht. Und wie im Wohnzimmer, fällt auch vom Esstisch aus der Blick auf das wandgroße Werk des Lieblingskünstlers: Speisen ist Kultur, ist Genuss! Ein Kamin, in dem im Herbst Tannenzapfen prasseln und ihren unnachahmlichen Harzduft verströmen, rundet die gemütliche Idylle ab.
Badezimmer: Mini-Biotop zum Erholen
Wohlfühl-Oase Nummer 3 und DIE Trendentdeckung der Saison ist das Badezimmer. "Wer hätte vor fünf Jahren gedacht, dass die einstige 'Nasszelle' zum erholsamen Biotop wird?", fragt Gabriela Kaiser. Tatsächlich: Ausgestattet mit Kunstrasen, der den Bade-zimmerteppich ersetzt, und einem kleinen Biotop aus Zimmer- und Wasserpflanzen ne-ben der Wanne bekommt der Raum ein völlig neues, natürliches Ambiente. Eine Schale mit echtem Rasen sorgt für frisches Aroma, ganz ohne Duftsprays. Will man einfach mal zehn Minuten am Wasser abschalten, so empfiehlt Gabriele Kaiser, einen Hocker und ein kleines Tischchen in die Badewanne zu stellen. "Die müden Füße im Wasser bau-meln lassen und ein schönes Buch lesen - Körper und Seele werden dankbar dafür sein!", sagt die Trendspezialistin. Mit einem Bad voller Rosen schließlich werden Träume zur Wirklichkeit, und Wirklichkeit wird weggeträumt.
Kinderzimmer: Unbeschwerte Stilbrüche
Auch die Jüngsten mögen es bequem - und so ist Wohlfühl-Oase Nummer 4 das Kinderzimmer. Lange bevor sie wissen, was "gewollter Stilbruch" bedeutet, gehen die Kids spielerisch damit um: Der Elefantenhocker mit einem Kaktus aus farbiger Well-pappe auf dem Kopf findet Platz neben dem Erbstück von Uroma. Was unlängst noch die Stilexperten empört hätte, erntet jetzt fröhlichen Zuspruch: Der barock geformte Sessel wurde knallblau angestrichen und mit einem Rote-Kirschen-Stoff bezogen. Dazu passt der rot geringelte Teppich. Auch der antiquarische Schrank vom Dachboden ist blau gestrichen und mit tellergroßen Knäufen verziert.
Ein Regal mit eingebauter Mini-Hundehütte und ein Roboter in Herrendiener-Manier helfen, Ordnung zu halten. Und die mit Tafelfarbe gestrichene Wand macht Schluss mit der Zettelwirtschaft: Vom ernsthaften Gedanken über witzige Sprüche bis zum Wunsch-zettel an die Eltern nimmt sie alles auf, was den jungen Bewohnern einfällt. Eine tolle Idee, nicht nur für Kids! "Das Leben vereinfachen, Klarheit um sich herum schaffen - dieser Wunsch wird die Hometrends der kommenden Jahre prägen", prophezeit Mara Michel.
Schlafzimmer: Viel Raum zum Träumen
Wohlfühloase Nummer 5 schließlich ist das Schlafzimmer. Noch vor Jahren das kleinste Zimmer in der Architektur, wird es jetzt zum Ort des Sich-Findens, eine "Flucht-burg" zum Träumen, Lieben, Lesen, Fernsehen, Musik hören. Ein Multitask-Raum, der gerne etwas Mystisches, Märchenhaftes bekommen darf.
Auf dem runden, einladenden Bett tummeln sich weiße Kuscheldecken und viele kleine Kissen. Aufgestickte Perlen und Swarovskisteine zaubern eine glitzernde Sternenhim-mel-Atmosphäre. Auch das Kopfende, geformt wie ein Halbmond, ist mit Glitzersternen auf nostalgischem Muster geschmückt. Damit die Romantik vollends greifbar wird, sind die Nachttischchen aus goldenem Metall mit ornamentalen Mustern gefertigt und mit edlen Lüstern mit weißen Kerzen bestückt. Hier darf geträumt werden! Endgültig vorbei ist die Zeit, in der ein Schlafzimmer kühl, sauber und hygienisch mit großen Einbau-schränken und einem gediegenen Bett versehen war. So macht der Raum wohl die stärkste Metamorphose im häuslichen Ambiente durch.
"Träume, Entspannung, Heiterkeit, Wellness, Genuss, Stil - jede Stimmung hat in ver-schiedenen Zimmern ein eigenes Gesicht. Die eigenen vier Wände verwandeln unseren Stresstag in eine Oase des Wohlfühlens und Loslassens“, sind sich die beiden Trend-expertinnen einig.