Nicht nur sauber, sondern rein

Trend von Morgen: Dusch-WC

Womit wäscht man schmutzige Hände? Mit Wasser! Und den Allerwertesten? Mit Wasser? Jeder zweite Japaner praktiziert das täglich, doch vier von fünf Deutschen sitzen noch immer auf dem Trockenen.

In punkto Reinlichkeit sind die Deu­tschen nicht zu toppen, könnte man meinen. Ob wir einmal pro Woche das Auto waschen, unsere Wohnung antibakteriell auf OP-Saal-Niveau bringen, die kleinste Unkraut­pflanze im Garten erlegen, die sparsamsten Wasch­maschinen bauen, das beste gefilterte Trink­wasser erzeugen – wir verbringen weltweit die meiste Zeit mit Reinigen. Unser Sauber­mann-Image wird bei europäischen Nach­barn hochachtungsvoll bis schmunzelnd zur Kenntnis genommen. Nur im Bad, da genie­ßen wir die ersten und letzten ruhigen Minu­ten des Tages nach wie vor mit dreilagigem Papier.


Doch die Wende naht auch bei immer mehr Deutschen von unten. Mit der Fernbe­die­nung oder dem Knopf am WC selbst reinigt ein ausfahrbarer Arm sanft, punktgenau und selbstverständlich mit warmem Wasser. Druck, Position und Temperatur sind für jedes Familienmitglied individuell einstellbar. Mit dem anschließenden Föhn muss nicht einmal die Morgenlek­türe aus der Hand ge­legt werden. Fenster aufreißen? Nicht nötig. Auch die Warnung: ‚‚Warte lieber noch fünf Mi­nuten“, erübrigt sich dank Geruchs­ab­sau­gung mit Aktivkohlefilter. Und die Reini­gung erfolgt komplett automatisch.


All diese komfortablen Funktionen sind zum Beispiel im Flaggschiff von GEBERIT, dem „AquaClean 8000plus“ vereint. Das „TOTO Neorest“ bietet zusätzlich einen Toiletten­deckel, der sich au­tomatisch öffnet und schließt, einen beheizten Sitz, und es ist mit nanotechnischer Gla­sur beschichtet. Laut einer GFK-Studie können sich über 60 Pro­zent der Deutschen die Reini­gung mit einem Dusch-WC vorstellen, aber nur 15 Pro­zent praktizieren dies heute schon.



Jürgen Kruschinski verkauft und installiert mit seiner Firma Ofuro seit mittlerweile 20 Jahren Dusch-WCs. „Im Gegensatz zum Bi­det ist es sehr komfortabel, einfach sitzen bleiben zu können. Wer es einmal erlebt hat, wird nie wieder Papier benutzen wollen. Die neuen Modelle von GEBERIT unterscheiden sich optisch nicht mehr vom normalen WC. Der Einbau ist praktisch in je­dem Bad möglich. Das Einstiegsmodell, das „AquaClean 4000“, ist bereits ab 550 Euro zu haben. Damit ist es wirklich für fast je­den er­schwing­lich geworden, sich diese Er­fah­­rung zu gönnen. Für die Einsteiger­mo­delle musste vor wenigen Jahren noch das Dop­pelte investiert werden.“


Nur am Rande sei hier erwähnt, dass diese noch weitgehend unbekannte Variante der Reinigung nicht nur angenehm, sondern sogar gesundheitsfördernd ist. In Deutsch­land leiden etwa 50 Prozent der Erwach­senen über 30 an Hämor­rhoiden. Bei regelmäßiger Anwen­dung können diese lästigen Be­gleiter reduziert werden.


Und wer hat‘s erfunden? Auch wenn die Ver­breitung bei den Asiaten am größten ist – es war der Schweizer Hans Maurer, der 1957 mit „Closomat“ das erste Dusch-WC herausbrachte. Er stellte sich damals in der Ent­wick­lungsphase noch mit dem Garten­schlauch hin. Zukünftige Modelle werden Kör­perfettanalysen und automatische Urin­proben durchführen, um Mangel­er­schei­­nun­gen anzuzeigen oder falsche Essge­wohn­heiten aufzuspüren. Hoffentlich kann man sich dann nach der Schweins­haxe noch auf die Toilette trauen.


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