Lichtregie fürs Haus
Wie wird die Beleuchtung von Räumen ihren drei Aufgaben – Funktion, Komfort, Ambiente – gerecht? Ein Rundgang durchs...

Die Bewohner der hier gezeigten beiden Domizile, eines ein Penthouse, sind nach Umbau im neuen Lichtzeitalter angekommen – ihre Häuser sind LED-Häuser. Die superflachen Leuchten auf Leuchtdiodenbasis illuminieren die vorwiegend in Weiß gehaltenen Räume harmonisch. Noch wichtiger: Sie sind ein Bekenntnis zu Design und Umweltbewusstsein. Die eleganten LED-Leuchten von Nimbus haben eine Lebensdauer von bis zu 50.000 Stunden und verbrauchen dabei verhältnismäßig wenig Strom.
Mittelpunkt des Penthouse, in den 70er-Jahren errichtet, unlängst modernisiert und mit einer Wohnfläche von 250 Quadratmetern, ist die Küche. Hier wird gekocht, gegessen und gelebt. Deshalb wurde das einstige Wohnzimmer beim Umbau auf der oberen Etage zur großen Küche. Der Übergang von hier zur neuen Terrasse mit Blick über die Stadt ist fließend. Idyllisch wird es am anderen Ende des Raums: Hinter der Glasschiebetür beginnt eine weitläufige Terrassen- und Gartenlandschaft. Eine Wendeltreppe verbindet die zwei Wohnebenen. Die untere beherbergt den Empfangsbereich, Gäste, ein Büro, eine Sauna.
In beiden Häusern wurden nicht nur die Raumfunktionen neuen Prioritäten angepasst, sondern auch die Beleuchtungstechnik zukunftstauglich gemacht. Die Entscheidung fiel für LED-Lichttechnologie in allen Wohnbereichen, weil die Bauherren von den Vorteilen der Leuchtdioden überzeugt sind: extrem niedriger Energieverbrauch, hohe Lichteffizienz (der größere Teil des Stroms wird in Licht umgewandelt – bei einer Glühbirne dagegen in Wärme) und Lebensdauer von ungefähr 50.000 Stunden. Eine normale Glühbirne lebt nur circa 1.000 Stunden. Sämtliche Räume wurden deshalb mit LED-Leuchten („Q36“, „Mike Zulu“) ausgestattet. Deren puristisches, filigranes Design korrespondiert mit den klaren Strukturen der Inneneinrichtung.
Die Anwendung der LED-Lichtregulierung ist recht einfach: Über die Gebäudesystemtechnik (Europäischer Installations-BUS) wurden für jeden Raum verschiedene Lichtstimmungen festgelegt, zwischen „hell“ zum Arbeiten, etwa in der Küche, bis zu „gemütlich“. Diese Stimmungen können die Bewohner nun jederzeit über die Touchscreens der Monitore, die praktisch im Haus verteilt sind, für die gewünschten Bereiche programmieren. Dabei kann ein Raum einheitlich beleuchtet werden, aber natürlich sind auch Akzente möglich, etwa überm Esstisch oder in der Leseecke. „Da die Leuchten dimmbar sind, steht einer ausgesprochen atmo-sphärischen Lichtstimmung nichts im Wege“, so Heike Reiff von Scola Wohnkonzepte, den Planern einer der beiden Haus-Metamorphosen.
Erleuchtung im Labor
Woran zeigt sich vor allem, dass Nimbus-LEDs für den Wohnbereich taugen?
Dietrich Brennenstuhl: Am erlebbaren Beispiel. Für genau Ihre Frage haben wir in Stuttgart ein großes Lichtlabor gebaut. Dort konnten wir im ersten Jahr 3.000 Kunden von der Leistungsfähigkeit der LED überzeugen. Zudem verdeutlichen es die zahlreichen privaten Bauvorhaben, die wir in Teilbereichen oder ganz mit LED ausstatten konnten.
Im Lichtlabor lasse ich gern Lichtplaner ihren Eindruck zu Farbe und Qualität einer scheinbaren Halogenleuchte kundtun. Sie schwärmen dann von Brillanz, Farbwiedergabe und Lichtleistung – ehe wir das tatsächliche Leuchtmittel als LED enthüllen. Kann man besser überzeugen?
Was brachte den Durchbruch?
Dietrich Brennenstuhl: Unsere Forschung mit LED. Wir konnten unseren Zulieferern genau sagen, wie unsere LEDs beschaffen sein sollen. So stimmen Lichtleistung, Farbe und Thermomanagement.
In welchen Eigenschaften bleiben LEDs noch hinter Glühlampen-Atmosphäre zurück?
Dietrich Brennenstuhl: In der Sehgewohnheit: Der Mensch ist über lange Zeit auf den Glühfaden als Platzhalter für Atmosphäre und Gemütlichkeit konditioniert. 90 Prozent der Beleuchtungsaufgaben im Privatbereich können heute aber problemlos mit energieeffizienten LED-Leuchten bewerkstelligt werden. Die restlichen 10 Prozent dürfen dann gern in der Tradition versinken. In Kürze wird auch die nicht mehr erforderlich sein.