Mit Treppen den Wohnraum gestalten

Treppenmeister - Bolzentreppe mit Alustufen

Sie sind Transportwege, Stilelemente und repräsentative Innenarchitektur: Treppen gibt es in vielen Formen und Varianten und als Aufzüge barrierefreie Alternativen

Als Verbindung zwischen zwei Wohnebenen müssen Treppen praktischen Anforderungen standhalten und können dabei zur gestalterischen Aussage werden. Ob gerade oder gewendelt, ein- oder zweiläufig, platzsparend oder raumgreifend – bei der Treppenplanung stehen viele Entscheidungen an, die Folgen für das Alltagsleben im Haus haben. Welche Treppe die richtige ist, hängt von der Größe und Raumaufteilung des Hauses, von persönlichen Gewohnheiten und Vorlieben ab. Bei einem offenen Grundriss steht am Anfang die Frage, ob die Treppe direkt aus dem Wohn-Ess-Bereich oder aus einer abgetrennten Diele nach oben führen soll. Wohnen mehr als zwei Menschen zusammen im Haus, ist eine separate Treppe die bessere Lösung. Denn: Bei offenen Treppen wird der Verkehr zwischen den Geschossen leicht zum Unruhefaktor im Wohnzimmer. Das gilt vor allem für Familien. Ein weiterer Vorteil der separaten Treppe: In kleinen Häusern ohne Keller bietet sie die Möglichkeit, einen Abstellraum unterzubringen.

Die Bauform der Treppe ist vor allem eine Platzfrage. Der Klassiker im Einfamilienhaus ist die halb- oder viertelgewendelte Treppe. Diese Formen kommen mit rund sieben bis zehn Quadratmetern Fläche aus. Eine halbgewendelte Treppe bildet von der ersten bis zur letzten Stufe einen Halbkreis. Eine viertelgewendelte Treppe beschreibt bei den ersten oder letzten Stufen einen Viertelkreis. Beide Lösungen sind platzsparend und dabei komfortabel. Die kompakteste Variante ist die spiralförmige Spindeltreppe. Da diese Treppenform keine Wand zur Befestigung braucht, lässt sie sich auch nachträglich gut einbauen. Für die Spindeltreppe genügen zwei Quadratmeter Fläche, bei Modellen mit schmalen Stufen sogar 1,40 Quadratmeter. Der Transport von Möbeln oder sperrigen Gegenständen ist auf einer Spindeltreppe allerdings schwierig und vor allem der Abstieg für Menschen mit unsicherem Tritt eine Gefahr – auch das ist ein wichtiger Punkt bei der Grundrissplanung.



Wer viel Platz hat und schlichtes Design mag, findet vielleicht Gefallen an einer geraden Treppe. Besonders als offener Aufgang im Wohnbereich kann sie ein Stilelement der Innenarchitektur sein. Dafür beansprucht sie aber mindestens 11 Quadratmeter Fläche. Beliebt für großzügige Grundrisse sind auch Podesttreppen. Sie lassen den Raum größer wirken und bieten genug Platz, um Möbel zu transportieren. Im großen Haus bietet eine Podesttreppe in Y-Form Extrakomfort. Planungsgrundlage für jede Treppe ist das Steigungsverhältnis, dass sich aus der Schrittlänge eines erwachsenen Menschen berechnen lässt. Üblich sind Stufen mit 17 Zentimeter Höhe und 29 Zentimeter Auftrittstiefe. Den Baunormen entsprechend sollte eine Treppe mindestens 80 Zentimeter breit und mit einem 90 Zentimeter hohen Geländer gesichert sein. Bei Geländersprossen darf der Abstand höchstens 12 Zentimeter betragen, damit Kinder nicht ihren Kopf dazwischen stecken können. Eine besonders bequeme Alternative ist ein Lift. Wer ihn beim Bau des Hauses bereits einplant, kann einen Aufzug mit selbsttragendem Schacht später nachrüsten lassen. Der Liftschacht wird im Grundriss angelegt. Ein idealer Platz dafür ist ein vergrößertes Treppenauge, in dem der Lift zusammen mit der Treppe über alle Geschosse laufen kann. Als Alternative dazu hat der Kellerbauer Knecht ein System entwickelt, das den nachträglichen Einbau vereinfacht: Schon beim Bau des Hauses wird die Öffnung für den Liftschacht – sinnvoll sind 140 x 160 Zentimeter – in der Kellerdecke ausgespart. Die so entstandene Öffnung wird mit Betonplatten geschlossen, die man beim späteren Einbau des Aufzugs nur aus der Kellerdecke entnehmen muss.


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Lesen Sie den ausführlichen Bericht ab Seite 120 in der Ausgabe Juli/August 2016 mein schönes zuhause°°°


Vivien Rehder

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