Lichtdesigner Antonius Quodt: Im rechten Licht

Wenn die Innenarchitektur eines Raumes ge­konnt beleuchtet wird, entstehen schönste Nebenwirkungen.

Gelungene Architektur ist ein Wert an sich. Doch wenn die Innenarchitektur eines Raumes ge­konnt beleuchtet wird, entstehen schönste Nebenwirkungen. Der mehrfach ausgezeichnete Lichtdesigner Antonius Quodt jedenfalls registriert auch bei Privathäusern: Licht tritt aus dem Schatten.

Die Gestaltung mit Licht gewinnt auch in der Architektur von Familienhäusern an Gewicht. Oder, wie Antonius Quodt, Lichtdesigner und Chef von LightLife Gesellschaft für audiovisuelle Erlebnisse GmbH in Köln, sagt: „Die Beleuchtung in Wohnung oder Haus kann heute mehr leisten als einfach nur Räume zu erhellen. Zum hochwertigen Wohnbereich gehört hochwertiges Licht. Ähnlich wie beim Mobiliar sprechen Markenleuchten eine deutliche Formensprache.“


Das Auge sieht mit

Lichtdesigner wie Antonius Quodt planen fürs Auge optisch attraktive Bereiche, nicht selten mit farbigen Akzenten, bei denen die zur Lichterzeugung genutzten Leuchten und Scheinwerfer dem Betrachter in der Regel verborgen bleiben – wie bei einer Theater­inszenierung: Gewünscht ist oft das Licht, nicht unbedingt der Beleuchtungskörper. Antonius Quodt spricht von der „Entdeckung der Lichtgestaltung in der Architektur“ und stellt fest: „Architekten berücksichtigen sie immer öfter bei ihren Planungen. In den Fachhochschulen wird zunehmend das Fach Licht im Raum angeboten, wo die Wirkung und der Einsatz von Kunstlicht vermittelt werden.“


Der Kölner Fachmann ist deshalb verhalten optimistisch, „dass in Zukunft nicht immer nur in der Mitte eines jeden Raumes ein Kabel von der Decke hängt, sondern sich der Architekt im Vorfeld Gedanken über eine flexible Lichtplanung gemacht hat“. Licht kann Räume formen, Akzente setzen oder mit dem Einsatz von Optiken Bereiche eines Raumes definieren. Antonius Quodt: „So lässt sich etwa ein Bild an der Wand anleuchten oder gezielt ausleuchten. Wird nur der Bildinhalt ausgeleuchtet, ist die Wirkung des Bildes eine andere, unabhängig vom Motiv.“


Das Wissen um die Möglichkeiten

Viele Menschen finden schönes Licht schön. Trotzdem sind sie oftmals unsicher, wie sie es im Haus einsetzen können. Der De­signer bestätigt das, hat aber auch Verständnis: „Nicht jeder ist als Gestalter oder Innenarchitekt geboren. Beim Licht ist nicht nur der Geschmack entscheidend, sondern zusätzlich das Wissen um die Möglichkeiten, die eine Beleuchtung bietet.



Kleinteilige LED-Technik, also der Einsatz von Leuchtdioden, die im Unterschied zu herkömmlichen Glühlampen keine Temperaturstrahler sind, kann attraktive farbige Akzente setzen und Möbel erstrahlen lassen. Wer sich für eine zum Interieur passende Beleuchtung interessiert, sollte sich daher in einem Fachgeschäft oder beim Lichtplaner verschiedene Meinungen einholen und dann nach Geschmack entscheiden.“


Auf die Frage, ob Licht in Verbindung mit der inneren Architektur eines Raumes manchmal erst dann richtig schön ist, wenn man das Licht, nicht aber seine Quelle sieht, sagt auch Antonius Quodt: „Speziell bei Lichtfugen ist es äußert unschön, die Lichtquelle zu sehen. Damit tritt auch sofort eine Blendwirkung ein, die den beabsichtigten Effekt zerstört. Im Gegensatz dazu gibt es auch formschöne Leuchtmittel wie klares Linestra. Das verbreitet gedimmt eine angenehme Raumatmosphäre.


Deckenlicht im Zwielicht

Zur architekturunterstützenden Wirkung von Licht im Haus gibt er den Rat, Anschlüsse nicht bloß in der Raummitte zu suchen. „Wenn nur da ein Kabel aus der Decke kommt, kann zwangsläufig auch nur dort eine Leuchte montiert werden.“ Überhaupt rechnet der Designer damit, „dass das zentrale Deckenlicht zunehmend an Bedeutung verliert. Inzwischen leuchten schon einige Mö­bel. Die Anordnung vieler kleiner Lichtquellen erlaubt ein gestaltetes Ambiente im Raum. Die kleinteilige LED-Technik lässt es zu, kleinste Zwischenräume zu betonen, ohne diese wie bei konventionellen Glühbirnen zu erhitzen. Mit diesen neuen Mög­lichkeiten entstehen neue Ideen.“


Apropos LED-Technik

Die Leuchtdiode ist im Trend, aber auch ein Gebiet, das Fachwissen erfordert. Antonius Quodt: „Wichtig sind Faktoren wie Abstrahlwinkel und Farbtemperatur. Weißes LED-Licht ist derzeit noch sehr ,kalt‘, also alles andere als gemütlich. Die Abstrahl­winkel reichen von 3 bis 120 Grad. So kann bei falscher Anwendung aus einer Lichtfuge schnell ein Streifengenerator werden.“ Die LED-Technik biete „für Teilbereiche viele Vorteile. Die Kunst liegt jedoch auch hier in der Kombination von konventioneller Lichttechnik und innovativen neuen Technologien.“


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