Möbel-Klassiker: Leder-Arten im Überblick

Ledersessel

Ledermöbel, früher auf Chefbüros, Konferenzräume und Hotelhallen abonniert, haben zunehmend die deutschen Wohnzimmer erobert. Es wohnt sich halt gut mit dem Naturprodukt Leder.

Das edle Material vermittelt einen Hauch von Exklusivität, verschafft ein Gefühl von erholsamem Entspannen in gediegenem klassischen oder modernen Ambiente. Nach Holz und Stein ist Leder eines der ältesten, zweifellos elegantesten und wertvollsten Materialien überhaupt. Es diente dem Homo sapiens schon in vorgeschichtlichen Zeiten als Werkstoff für Kleidung, Waffen und Geräte.


Als Sitzhocker und Liegestätten begegnet uns Leder dann im alten Ägypten etwa um 3.000 v. Ch. Jede Stilepoche lieferte das entsprechende Design für Polstermöbel. Designer, die "in Leder" arbeiten, sind überzeugt: Das Beste, was es gibt.


Echtes Leder ist ein sanftes Produkt der robusten Natur. "Wer Ledermöbel kauft, der muss auch die Natur des Leders akzeptieren", sagt deshalb Reinhard Kusian, der in seinem Studio Wohnen + Galerie am Kurt-Schumacher-Platz in Berlin die edlen Teile nicht nur verkauft, sondern seinen Kunden auch so manches Wissenswerte zum Material rüberbringt.


Anilinleder (Nappaleder, naturbelassen)


Ein weiches, vollnarbiges, offenporiges, mit geeigneten Farbmitteln durchgefärbtes Leder, dessen natürliche Porenstruktur (Narbenbild) vollständig zu erkennen ist. Es kann einen nicht pigmentierten Oberflächenüberzug aufweisen. Naturbelassenes Leder ist das teuerste und empfindlichste.


Semi-Anilinleder (Nappaleder, leicht pigmentiert)


Leder, das so gekonnt an der Oberfläche behandelt wurde, dass die zusätzlichen geringen Pigmentanteile zwar hintergründig in Erscheinung treten, aber die natürliche offenporige Struktur nicht verdecken. Pflegeleicht und atmungsaktiv.


Pigmentiertes Leder (Nappaleder, pigmentiert)


Das Narbenbild ist durch einen pigmentierten Oberflächenüberzug vollständig überdeckt. Pflegeleicht, aber nicht so atmungsaktiv.


Antikleder


Ein pigmentiertes Nappaleder, auf dessen Basisfarbe beim fertigen Polstermöbel eine dunkle Effektfarbe aufgebracht wird, die der Fachmann "von Hand wischt". Es entsteht ein Hell-Dunkel-Kontrast, ähnlich der Patina älterer Leder.



Rauleder (Veloursleder)


oder fleischseitig aufgeraut ist. Die Oberfläche kann auch geprägt sein. Nach der Oberflächenbeschaffenheit wird unterschieden in Nubukleder: narbenseitig samtartig geschliffenes Rauleder. Es neigt nach relativ kurzer Zeit zum "Specken" und bietet wenig Schutz vor Schmutz und Feuchtigkeit. Huntingleder: Fleischseitig geschliffenes Rauleder, dessen Narbenseite in verarbeitetem Zustand die Rückseite bildet. Es verhindert das Specken nicht, schützt aber besser vor Schmutz und Feuchtigkeit als Nubuk.


Spaltleder


glatt oder geprägt sein. Auf Grund der Oberflächenbehandlung wird unterschieden Spaltvelours: durchgefärbtes Spaltleder mit aufgerauter Oberfläche Gedecktes Spaltleder: Spaltleder, das durch eine Beschichtung (Flächen- bzw. Deckfärbung) eine glatte Oberfläche erhält, die auch geprägt sein kann.


Blankleder (Kernleder)

Vollnarbiges Rindleder, das auch

ohne Unterstützungselemente verwendet wird, z. B. für Stuhl- oder Sesselbespannungen.


Schrumpfleder


Vollnarbiges Leder, dessen Oberfläche durch ein besonderes Gerbverfahren ein wabenartiges Aussehen (Falten oder Rillen) erhält.


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