Lichtregie fürs Haus
Wie wird die Beleuchtung von Räumen ihren drei Aufgaben – Funktion, Komfort, Ambiente – gerecht? Ein Rundgang durchs...

Für manchen mag es wie eine Drohung klingen, aber Tatsache ist: Es gibt kein Zurück – den Glühlampen geht das Licht aus. 2009 wurden die 100-Watt-„Birnen“ aus dem Markt genommen, in diesem Herbst die 75er. Und nächsten September – eine Zäsur, weil sie in den meisten Häusern am häufigsten vertreten sind – verschwinden die 60er-Lampen, die auf dem Prinzip von Edison (1847–1931) beruhen, aus den Regalen. Das neue Lichtzeitalter wird immer stärker geprägt sein von der energiesparenden, langlebigen Leuchtdiode.
Die LED wird täglich besser, stabiler, lichtbrillanter und absehbar gewiss auch im Anschaffungspreis verbraucherfreundlicher. Schon in der ersten Hälfte des abgelaufenen Jahres 2010 verdoppelte sich in Deutschland der Absatz von LED-Lampen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Bei Eco-Halogenlampen, die gleichfalls zu den Gewinnern zählen, fiel das Wachstum sogar noch höher aus.
Eco-Halogenlampen wie die „EcoClassic30“ von Weltmarktführer Philips sehen wie klassische Glühlampen aus, spenden aber brillanteres Licht. Sie haben das vertraute Gewinde (E14 und E27), halten doppelt so lange, verbrauchen rund ein Drittel weniger Energie als die konventionelle Glühbirne und sind mit jeder Art Dimmer stufenlos helligkeitsregelbar.
Die wahre Revolution jedoch findet bei den LEDs statt. Die gute Nachricht: LEDs sind, wenn sie von Markenherstellern kommen, schon heute in vielen Fällen die bessere und hellere Alternative zur Glühlampe. Bei einem Pressebesuch im Lichtanwendungszentrum (LAC) von Philips im niederländischen Eindhoven fragte der Verfasser dieser Zeilen einen Ingenieur vom namhaften Stuttgarter Lichtplaner Kreuz + Kreuz, ob er als Anwender seinen Kunden heute bedenkenlos zum Einsatz von LED- Lampen im Wohnhaus raten könne. Der Ingenieur: „In den allermeisten Fällen ja. Die LED-Alternativen sind absolut empfehlenswert. Was aber noch interessanter ist: Vor vier, fünf Monaten hätte ich bei Ihrer Frage gezögert. Doch selbst in dieser kurzen Zeit haben die LEDs schon wieder enorme Qualitätssprünge gemacht.“
Auch die Profis von Philips betonen, „dass die LEDs in diesen Monaten von Lampen der Zukunft immer mehr zu Lampen der Gegenwart werden“. Daran hat namentlich die LED-Lampe mit 806 Lumen als Ersatz für 60-Watt-Glühlampen ihren Anteil. Mit einem Lichtstrom von 806 Lumen bietet Philips hier den ersten echten LED-Ersatz für eine herkömmliche 60-Watt-Glühlampe. Die dimmbare LED-Lampe hat angenehm warmweißes, glühlampenähnliches Licht mit einer Farbtemperatur von 2.700 Kelvin, aber – im himmelweiten Unterschied zur Edison-Birne – eine Lebensdauer von 25.000 Stunden.
Trotz der schrittweisen Ablösung der alten Glühlampen muss folglich niemand auf gutes Licht verzichten. Neben Energiesparlampen sind das energiesparende Halogen- sowie mehr und mehr eben LED-Lampen. Sie zeigen zudem, dass sich gutes Licht, Designanspruch und Energieeffizienz nicht mehr ausschließen. Im Gegenteil: Licht wird zunehmend Gestaltungsinstrument. Allgemeines „Hellmachen“, womöglich aus einem einzigen Deckenauslass in der Raummitte, ist passé wie nur irgendetwas. „Lichtkauf statt Lampenkauf“ lautet die Devise.
Dennoch ist beim häuslichen Einsatz von LED- Lampen und -Leuchten auf mindestens zweierlei zu achten: auf die Güte des Lichts und die Qualität der Anbieter. So mancher „preiswerte“ No-Name-Anbieter hat angeblich vollwertige LED-Ersatzlampen für 25er-, 40er- oder 60er-Glühlampen auf dem Markt, deren Lichtwirkung einfach nur schmutzig und auch sonst eine Zumutung ist.
Bei Qualitätsanbietern wie Philips, Osram oder Zumtobel sieht das anders aus. Doch auch im Hinblick auf die Marktführer gilt es für den häuslichen Entscheid zu prüfen, wo sich LEDs eignen – oder andere Lichtquellen taugen. Beispiel: Zwar sind Energiesparlampen immer noch die wirtschaftlichste Lichtquelle für zu Hause. Sinnvoll sind sie immer dann, wenn über einen längeren Zeitraum flächig beleuchtet und dabei Energie gespart werden soll. Wo hingegen bestes Licht gefordert ist – etwa zum Beurteilen von Farben, in der Küche, am Esstisch oder im Bad –, sollten dagegen energiesparende Halogenlampen erste Wahl sein.
Auch Kristallglas-Leuchten oder Kronleuchter werden besser mit klaren Halogen- oder entsprechenden LED-Lampen bestückt, denn das Licht von Energiesparlampen ist kontrastarm und für diese Leuchten ungeeignet. LEDs werden gegenwärtig überwiegend zur farbigen Wohnraumbeleuchtung eingesetzt. Doch sie gewinnen immer mehr an Bedeutung auch zur Allgemein- und Akzentbeleuchtung mit weißem Licht. Das gilt nicht nur als Ersatz für die energieverschwendenden Edison-Oldies, sondern auch für Energiespar- und Halogenlampen.
Zum einen, weil sie deren Vorteile haben, aber deren Nachteile, wie Quecksilberbestandteile oder verzögertes Anlaufverhalten, ausblen- den. Außerdem sind LED-Lampen kompakt, unempfindlich gegen Stoß und dimmbar. Sie verbrauchen schon heute bis zu 80 Prozent weniger Energie als konventionelle Glühlampen und halten extrem lange.
Bleibt die Preisfrage: Zwar kosten LED-Lampen zurzeit je nach Leistung noch deutlich mehr als vergleichbare herkömmliche Modelle – die 12-Watt-806-Lumen-LED von Philips, der derzeit beste Ersatz für eine konventionelle 60-Watt-Glühlampe: 55 Euro –, dennoch rechnen sie sich wegen ihres geringen Stromverbrauchs und der extrem langen Lebensdauer selbst bei nur 3 Stunden Betriebsdauer pro Tag im Vergleich zur Edison-Lampe bereits nach etwa 5 Jahren. Der Schalter in die Zukunft wartet darauf, umgelegt zu werden – wahrscheinlich auch in Ihrem Haushalt.
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