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Mit Feng Shui-Typen muss man sich auskennen. Metalltypen zum Beispiel tendieren zum Messen, Wägen, Haben. Meine Frau, meine Familie, mein Haus
Der agile Chef des Küchenstudios hat von Geburt an die offenbar besseren Feng Shui-Karten: Er ist ein Holztyp. Ein Kreativer. Der wissen will, wie die Welt funktioniert. Und immer Lust hat, sie sich und uns ein Stück schöner zu machen. Und mit der Küche fangen wir an. Monika Brenner (nach Feng Shui ein Erdtyp) hatte eigentlich auch gedacht, beim Umbau ihres Hauses mit der Küche zu beginnen.
Ihr Mann Alois ist als Architekt und Innenarchitekt ein denkbar fachkundiger Partner für solche Wünsche. Sein Vater hat das Haus, in dem sie jetzt wohnen, vor dreißig Jahren gebaut. Grundsolide, wie es sich gehört. Urgemütlich. Wozu nach dem Zeitgeschmack auch in einem grossen Haus eher kleinteilige Räume mit viel sichtbarem Holz gehörten.
Die Schwierigkeiten, vor denen sich Monika und Alois Brenner bei ihren Umbauplänen sahen, waren weniger bautechnischer als familiärer Natur. Sie haben vier Kinder: Katharina ist 16, Maximilian 14, David 10 und Simon 6 Jahre alt. Wie also vermeidet man als gute Eltern Ungerechtigkeiten und Streit um das beste, schönste, begehrteste Zimmer nach dem Umbau?
Alois Brenners Büro liegt unmittelbar neben dem Studio eines Küchenspezialisten von DER KREIS . Der 47-jährige Architekt – nach Feng Shui auch ein Metalltyp – bekennt, dass er erst durch Zufall und mit Verzögerung auf die leidenschaftlichen Vorträge seines Küchennachbarn aufmerksam wurde. Bis er innerlich bereit war, sich Neuem, im besten Wortsinn Ungewohntem zu öffnen. Bei näherer Beschäftigung mit den Thesen der chinesischen Weisen wuchs der Respekt vor dem Wissen um unsere Seelenzustände, unsere ewige Suche nach dem Glück der Zufriedenheit.
Alois Brenners neu erworbene, erste väterliche Feng Shui-Kentnisse hatten erfreulich praktische Folgen. Da jedem Feng Shui-Typ nicht nur Eigenschaften, sondern auch Farben, Materialien und Himmelsrichtungen zugeordnet werden können, war es plötzlich ebenso leicht wie gerecht (weil nach Feng Shui so und nicht anders richtig), jedes Kind mit dem ihm vorbestimmten Zimmer in den vom Vater vorgeschlagenen Farben glücklich zu machen.
Nachdem Alois Brenner dank Feng Shui seine Kinder glücklich machen konnte, stand ausser Frage, dass auch die neue Küche auf diese Weise glücklich machen sollte. Ein bisschen Farbe an der Wand oder ein neues Fenster zum Garten reichen dafür nicht.
Der Küchenspezialist preist nicht von ungefähr die glückhafte Verbindung von Küchenplanung und Feng Shui. Den einen packt‘s mit Dreißig, den anderen mit Fünfzig: Früher oder später kommt jeder an den Punkt, wo er sich fragt, ob er so lebt, wie er es eigentlich wollte. Herauszufinden, was für ein Typ man ist, was gut tut und was nicht, was im Alltag unsere Lust und Energien weckt oder verhindert, lohnt immer. Man kann das auch Feng Shui nennen. Hilfreich bei der Orientierung ist es allemal. Alois Brenner und seine Monika haben ein dreiviertel Jahr in sich hineingehorcht, welche Küche ihnen gut tun würde.
Die Lage im Haus ist vorgegeben und so schlecht nicht: eine Tür zum Flur, die zweite zum Ess- und Wohnzimmer, eine dritte zur Terrasse. Monika Brenner kennt den Haken an den 70er-Jahre-Küchen: die räumliche Trennung von Herd und Tisch, von Kochen und Essen. Die Brenners mussten ihr Haus neu denken: Raum für einen Esstisch, gross genug für sechs Personen, liess sich nur gewinnen, wenn man auf die „Speis“ verzichtete. Schade drum, aber bitte: Weg mit der alten Speisekammer. Damit standen gut zwanzig Quadratmeter für die Küche zur Verfügung – ein Mindestmass für so einen Ort der Familienfreundlichkeit.
Der schöne grosse Massivholztisch, den Alois Brenner extra hat anfertigen lassen, ist von modernem Zuschnitt. Und Dreh- und Angelpunkt ihres neuen Küchenlebens.
Manche Küchenzeilen machen schwindelig vor Langeweile. Dass der Küchenspezialist diese Bezeichung mit Recht führt, lässt sich im Brenner-Haus nachvollziehen: Die in die Tiefe des Raums gedrehten Plätze zum Kochen und an der Spüle vergrössern nicht nur clever die Arbeitsfläche und den Stauraum. Sie dienen nach Feng Shui zugleich positivem Energiefluss. Und verhindern, dass, wer kocht, mit dem Rücken zu seinen Gesprächspartnern am Tisch steht. Diese Küche hat jede Menge Harmoniepotenzial. Die caramelfarbenen Fronten wirken wie gewünscht zugleich modern und dezent. Gekrönt von der designigen Armatur über der edlen Systemceran-Spüle. Überhaupt ist die Technik – wenn schon, denn schon – vom Feinsten: samt und sonders Miele.
Der Backofen hat mehr Programme und Funktionen, als sich im ersten Monat ausprobieren lässt. Der schicke Dampfgarer darüber bietet bisher ungekannte Möglichkeiten genussvollen, schonenden Zuberetens, vor allem von Gemüse und Fisch. Auch die supermodernen Induktionskochfelder, die nicht mehr über den Umweg einer Platte erwärmen, sondern direkt den Inhalt der Töpfe, erweisen sich als grosse Kochverführer: Hier probiert man gern mal was Unbekanntes aus – schmeckt nicht, gibt‘s nicht!