Raum gewinnen!
Sie haben das Gefühl, es fehlt an Platz für die vielen großen und kleinen Dinge? Sie haben ihn! Wir zeigen Ihnen, wo.

Sonntagmorgen. Der Blick zum Wecker verbindet sich mit dem wohligen Gefühl, einfach die Zeit geschehen zu lassen, dem schmalen Sonnenstreifen,
der durch die Jalousien schimmert, zuzuzwinkern und auf den Kaffee zu hoffen, der ans Bett gebracht wird. „What a wonderful World“ – jedenfalls in diesem Augenblick und mit Louis Armstrong, dem „König des Jazz“, dessen rauchige Stimme durchs Haus schwingt:
„I see trees of green, red roses too
I see them bloom for me and you
And I think to myself,
/what a wonderful world .../"
Ist Jazz nicht längst Musik von gestern? Irgendwie unzeitgemäß, altväterlich? Die wilden Jahre und die schönen Geschichten, die sich Herren, im Clubsessel wippend, von durchfeierten Nächten erzählen, von Stunden eng gedrängt in der Bar: „Bitte noch einen Whisky“ – vorbei? Und erst die Frauen! Leuchteten die Lippen nicht meist etwas zu grell? Sie hauchten reichlich gebrochene Emotionen, die Eiswürfel zum Schmelzen brachten, in den Saal, um gleich danach eine ganze Gesellschaft schockzugefrieren.
Jazz ist Straße, Club, Bühne – ein Hexenkessel des Temperaments oder noble Situiertheit, je nach Stil und Interpretation. Jazz ist eine spannende, facettenreiche, umfängliche Geschichte. Einzelne Bilder und Klänge schieben sich ins Bewusstsein: Sie suggerieren Eleganz und Lässigkeit, obgleich Emanzipation und Rebellentum am Anfang standen. Der Bogen reicht vom Old Jazz und dem Ursprung im schwarzen Süden Amerikas bis in die Metropolen. Es heißt ja auch: „Jazz ist in New Orleans geboren und in Chicago und New York aufgewachsen.“ Heute ist er überall.
Olaf Dähmlow, der in Berlin seit 30 Jahren das legendäre „Yorkschlösschen“ betreibt, sagt: „Jazz braucht längst kein Radio mehr, er ist immer da. Er ist ein Lebensgefühl geworden.“ Wer mit Jazz lebt und einen Club betreibt, kennt die Höhen und Tiefen, die geschmacklichen Vorlieben wechselnder Generationen. „Jetzt sind vor allem junge Leute wieder sehr, sehr interessiert.“
Junge Bands gründen sich, wie die ‚Old Fish Jazz Band‘, spielen die alten Sachen und der Saal ist brechend voll.“ Man kann auf dem Sofa liegen, Kamin an und die Zeiten durch den Raum schwingen lassen. Ein Haus, das sind ja nicht allein Möbel, das ist eben auch Atmosphäre und die entsteht wesentlich durch Musik. Der Jazz bietet dafür eine unendliche Vielfalt, sagt Olaf Dähmlow, der, fragt man ihn nach den 40ern, Oscar Peterson am Klavier oder Professor Longhair aus New Orleans nennt.
Ein Spiel zu zweit: Muße haben und sich per YouTube die Götter des Jazz hervorholen. Billie Holiday. Wer liebt diese rebellische Diva des schwarzen Jazz nicht? „Strange Fruit“ – Gänsehaut-Musik. Es ist die Schönheit des Schmerz-Hasses. Die pointierte Zartheit bei Nina Simone mit „My baby just cares for me.“ Keine Diamantringe, kein Pelz, kein Rolls-Royce – ach, so ein Baby! Dazu Kerzenschein. Kuscheln. Nina Simone singt so leicht, als hauche sie Daunen in die Luft.
Wer die Jazzdiven liebt, sieht sie vor sich: Ella Fitzgerald mit ihrem beiläufigen, so göttlich coolen Wippen. „Mack the knife“ – sie interpretiert den Klassiker, dessen Vorgeschichte mit Bertolt Brechts „Dreigroschenoper“ in der Kurt-Weil-Komposition - etwas kühn behauptet! - beginnt und den Louis Armstrong 1955 zuerst auf die Jazzbühne geholt hat. Von da an wurde er zigfach gecovert. Einmal im Ohr, tickt er dort den Tag hindurch.
Für Genießer, die noch immer die Nadel behutsam in die Rillen positionieren und die das leichte Vibrieren alter Platten ebenso körperlich mitfühlen wie das Schwingen der Musik, sind digitale Konzertmitschnitte schlicht Fastfood. Aber auf eine ganze Wand projiziert, entwickeln die Videoschnipsel eine Ästhetik wie ein Gemälde von Gerhard Richter. Jazz und YouTube, mit oder ohne Kamin, komponiert man selbst zu einem fantastischen Abend, ohne sein Haus verlassen zu müssen. Wer es liebt, hängt sich Fotos auf. Etwa vom Luxemburger Raymond Clement, der in seiner Reihe „The Family of Jazz“ Stars wie den Trompeter Gillespie fotografiert hat.
Die richtige Tonlage
Die Reduktion auf Schwarz, Braun, Weiß. Ein schöner Rhythmus, der sich von den Möbeln bis zum Streifendekor im Teppich fortsetzt. Das Klavier auf einem Podest – wer betritt die Bühne? Die sanften Grau- und Beigetöne werden durch türkisfarbene Kissen zum Klingen gebracht. Leder und Chrom steuern eine elegante Note bei.
Sessel von signet Wohnmöbel
Säule von Garten-Heinmann, Bodenbelag von Tretford
Bilder von Galerie Hunold
Leuchten von www.heine.de
Das richtige Feeling
Ein weiter raum, der durch farbige Wände gegliedert wird. Die Säule erinnert an Südstaatenvillen, sie gibt dem Raum einen elegant-nostalgischen Touch. Das Ecksofa steht auf polierten Edelstahlkufen, seine Sitzkissen ersetzen eine starre Rückenlehne. Der ideale Platz zum Musikhören.
Ecksofa von signet Wohnmöbel
Authentizität ist mehr als ein Schlagwort in diesem Ambiente. siehe Tapete – eine Wandbekleidung, aufwändig aus der naturfaser Leinen gefertigt.
Aus der „Pure Linen“-Kollektion von Rasch