Heimkino richtig einrichten – individuell für jeden Fernsehtyp

Hier zeigt sich der Fernseher nur, wenn er gebraucht wird. (Foto: Schwörer)

Fernsehen war mal ganz einfach. Es gab eine Reihe von Geräten, die sich au heutiger Sicht recht unwesentlich in Größe, Ton- und Bildqualität unterschieden. Je nach Platz, Geschmack und Geldbeutel kaufte man ein Gerät, schloss Antennenkabel, Sat-Receiver oder Kabelanschluss dran und fertig. Heute hat man ungleich mehr und bessere Möglichkeiten – aber dafür auch die Qual der Wahl. Wir geben ein paar Tipps, wie sie ihr Heimkino am besten einrichten.

An erster Stelle steht die Frage nach den eigenen Vorlieben. Guckt man gern Fernsehshows und Serien, viel Sport oder lieber Kinofilme auf DVD und BluRay? Oder sieht man eigentlich nur selten fern und will sein Wohnzimmer auch nicht durch einen riesigen Flachbildfernseher entstellen? Für alle Sehgewohnheitent gibt es eine passende Lösung. Wir stellen Ihnen einige Fernseh-Typen mal exemplarisch vor.



Der Durchschnittsgucker: Schaut gern fern, wenn was gutes läuft


In kleineren Wohnzimmern ist man mit einem mittelgroßen Flachbildfernseher bestens bedient. Bei geschickter Einrichtung lassen sich Geräte bis zu einer Diagonale von 32" (ca. 81cm) äußerst unauffällig in die gute Stube integrieren. Es darf auch eine Nummer kleiner sein, sofern man nicht weiter als drei Meter vom Gerät entfernt sitzt. Eine zusätzliche Sound-Anlage sollte man sich sparen, die nimmt mit nur Platz weg. Besser achtet man beim Kauf des Fernsehers darauf, dass er einen guten Stereoklang mitbringt.


In großzügig geschnittenen Wohnzimmern sind auch Geräte mit Diagonalen von 40" oder 42" nicht überdimensioniert. Ab dieser Größe kann man auch über die 3D-Technik nachdenken, die in vielen neuen Geräten verbaut ist. Die dritte Dimension sollte man sich vorher im Elektronikgeschäft mal ansehen, die Ergebnisse sind zuweilen beeindruckend, sorgen aber bei manchem auch für Unwohlsein und Schwindel. Wer sich von der Technik – oder seinem begeisterten Nachwuchs – überzeugen lässt sollte prüfen, wo und zu welchem Preis 3D-Produktionen zu bekommen sind, denn die normalen Fernsehsender können nicht in 3D umgewandelt werden und verharren in zwei Dimensionen.


Tipps am Rande:

  • von Wandhalterungen ist meist eher abzuraten. Die schlanken neuen Geräte nehmen auf ebenso schlanken TV-Möbeln ohnehin nicht viel Platz weg und können ohne großen Aufwand auch mal (bei einer Feier) weg- oder dauerhaft umgestellt werden.
  • der Mindestabstand zum Gerät sollte (den Augen zuliebe) dem zweieinhalbfachen der Bildschirmdiagonale entsprechen.
  • achten Sie auch bei Fernsehern auf die Energieeffizienzklasse, hier gibt es erhebliche Unterschiede.


Der Sport-Fan: Schaut gern in Gruppen


Fußball-EM, Olympia oder auch die verschworene "Tatort"-Gemeinschaft – sitzt man nicht alleine vor dem Fernseher wird das Programm zum sozialen Event. Damit jeder ausreichend sehen kann sind Geräte ab 40" sinnvoll, es darf aber auch ein Beamer sein (siehe "Der Cineast"), wenn entsprechende Räumlichkeiten vorhanden sind. Viel wichtiger ist aber, dass ausreichend Platz für die Gäste da ist, der Kühlschrank mit Getränken gefüllt ist und sich alle wohlfühlen. Schließlich trifft man sich ganz bewusst, um das Event gemeinsam zu erleben. Technisch muss hier nicht das Neuste vom Neuesten geboten werden, allerdings ist ein Empfang der Fernsehbilder in HD schon sinnvoll.



Der Cineast: Schaut Kinofilme im Originalformat


Wer vor allem Kinofilme guckt und versucht ist, ein richtiges Kino möglichst originalgetreu nachzubauen, der kommt an einem Beamer nicht vorbei. Selbst Geräte mit HD-Auflösung und starken Lampen sind inzwischen recht erschwinglich geworden. Ein Beamer braucht natürlich eine große Projektionsfläche, also ein großes Stück weisse Wand oder Leinwand. Das ist nicht in jedem Wohnzimmer machbar. Das originalgetreue Bildformat von Kinofilmen beträgt meist 2,35:1 (ist also noch breiter als ein 16:9-Fernseher), was für einen Beamer bei der Darstellung kein Problem darstellt.


Ein Nachteil: bei Tageslicht ist – auch bei sehr guten Geräten – nicht viel vom Bild zu sehen. Weil hier ein Bild projiziert wird muss bei Dunkelheit geguckt werden, die sich natürlich auch über Rollläden herstellen lässt. Richtet man sein Wohnzimmer – oder gar ein Extrazimmer zum Filme schauen – aber entsprechend ein, ist ein Beamer die ideale Lösung. Am besten in Kombination mit einer Surround-Anlage, die den Unterschied zum echten Kino dann vollends vergessen macht.