Die S-Klasse

Aqua Cultura-Profis wie Thilo Dreyer machen Träume von modernen Bädern wahr.

Wie wär‘s mit einem Kamin neben der Wanne? Einem Panoramablick? Oder einem warmen Regenschauer zum Entspannen? Aqua Cultura-Profis wie Thilo Dreyer machen außergewöhnliche Bad-Träume wahr.

Herr Dreyer, Sie sind Badplaner und Sprecher von Aqua Cultura, einer Vereinigung von derzeit deutschlandweit 24 Badeinrichtern, die sich auf hochwertige, individuelle Wohlfühlbäder spezialisiert haben. Damit liegen Sie voll im Trend. Denn wenn heute von Bädern gesprochen wird, dann im gleichen Atemzug mit „Wohlfühl-Oase“ ...


Thilo Dreyer: Ganz richtig, denn die Badkultur in Deutschland wandelt sich stark. Die Zeit ist vorbei, in der das Bad nur zur Körperreinigung diente. Anspruchsvolle, stilbewusste Menschen wünschen sich zunehmend ein schönes Ambiente, Entspannung, Regeneration und Wellness im Badezimmer. Weiße Fliesen und Standard-Armaturen werden abgelöst von individuellen Konzepten mit höchsten Ansprüchen an Qualität und Design.


Aber was bedeutet Wellness? Ein Whirlpool, der eigentlich eher dem Fitnessbereich zuzuordnen ist, oder eine Sauna? Wellness im Bad ist immer abhängig von dem Benutzer. Für den einen ist es eine Ablage an der Wanne, auf der Accessoires, Gläser oder Kerzen platziert werden können, für den anderen ist es das Größte, während des Badens Musik zu hören. In jedem Fall geht es ums Wohlgefühl. Das ist bei jedem Menschen an die unterschiedlichsten Bedingungen, Farben und Materialien gekoppelt. Unsere Aufgabe als Badplaner besteht darin, genau diese individuellen Wünsche zu verstehen und das Bad in einen Raum zu verwandeln, der zum Verweilen einlädt und in dem Alltagsstress und Hektik keinen Platz finden.


Wie sieht für Sie ein Bad aus, das Lust zum Verweilen macht?


Thilo Dreyer: Ich persönlich lege Wert auf Geradlinigkeit und Schlichtheit. Besonders gut gefällt mir ein Bad, wenn die Wände bis in die Dusche glatt verputzt sind, also nicht von dem typischen Fugenbild gefliester Sanitärräume geprägt ist. Kombiniert mit den richtigen Materialien wie Holz und Glas ergibt sich so entspannende Wohnlichkeit. Außerdem gehört für mich in jedem Fall eine Wanne am richtigen Platz dazu. Stellen Sie sich mal ein Bad mit Panorama-Fenster vor, das den Blick auf den Garten, auf einen See oder Berge eröffnet. Hier würde ich die Wanne so platzieren, dass man badend den herrlichen Ausblick genießen kann. Einfach wunderbar! Auch unter einem Dachfenster mit Blick in den Himmel wäre ein schöner Standort für die Wanne.


Eine ungewöhnliche Lösung hat einer unserer Aqua-Cultura-Planer realisiert, indem er im Dachgeschoss die Wanne auf ein geschwungenes Podest gesetzt und dem Raum damit zusätzlich Struktur verliehen, das Bad optisch in verschiedene Bereiche unterteilt hat. Die Spritzwasserzone auf dem Podest wurde gefliest, in der Laufzone davor Parkettboden verlegt. Beide Materialien bilden mehr als einen schönen Kontrast. Das Holz verleiht dem Bad seinen warmen, wohnlichen Charakter. Durch den vorgelagerten gefliesten Bereich wird es vor Feuchtigkeitsschäden bewahrt.



Bleiben wir kurz bei der Wanne. Die Auswahl scheint unerschöpflich zu sein. Welche Modell bevorzugen Sie bei einem Premium-Bad?


Thilo Dreyer: Freistehende Wannen wirken sehr luxuriös und werden auch zunehmend gewünscht. Sind sie aus Acryl, fühlen sie sich beim Kontakt mit der Haut warm und angenehm an, dafür ist allerdings die Oberfläche empfindlicher als bei emaillierten Wannen. Unter dem Aspekt Wohlfühlfaktor würde ich immer eine tiefe und breite Wanne empfehlen. Darin macht auch ein Bad zu zweit richtig Spaß.


Welche Objekte mögen Sie außerdem?


Thilo Dreyer: Wohnliche Waschtischanlagen mit viel Platz zur Ablage und große, begehbare Duschen mit Regenfunktion zum Beispiel. Warmer, weicher Regen hat eine sehr entspannende Wirkung. Einer unserer Badplaner hat unlängst eine tolle, zugegeben ziemlich luxuriöse Regen-Idee verwirklicht: Eine große, viereckige Wanne wurde in die Mitte des Bades gesetzt und darüber eine Brause montiert, die das Wasser ins Bade-Becken plätschern lässt. Je nach Anspruch ist anstatt einer normalen Badewanne auch ein Whirlpool denkbar. Eine große Dusche kann zu einem Dampfbad erweitert werden. So ein Dampfbad hat viele Vorteile. Dampf wirkt nicht nur entspannend, er fördert auch die Gesundheit. Er befeuchtet die Atemwege, wirkt schleimlösend bei Erkältung, Husten und Heiserkeit. Herz und Kreislauf werden im Dampfbad wesentlich geringer belastet als bei einem Saunabesuch. Der Körper wird nicht schockartig überwärmt, sondern allmählich.


Wie würden Sie mit der Toilette verfahren?


Thilo Dreyer: Das WC und auch das Bidet sollten optisch zurücktreten. Sie können in einem extra Raum installiert oder hinter raum- oder halbhohen Wänden verborgen werden, wenn es die Größe des Bades zulässt. Ansonsten bieten sich schicke Designstücke an, die optisch eine Freude sind.


Sie sprechen da ein wichtiges Thema an. Wie groß sollte ein Wohlfühlbad sein?


Thilo Dreyer: Natürlich stellt man sich unter einem Wellnessbad etwas Größeres als eine vier Quadratmeter große Nasszelle vor. Ein kreativer Badplaner kann aber auch einen kleinen Raum verzaubern, in dem sich vom Tag ausspannen lässt.


Ein unübersehbarer Trend ist, dass das Bad zunehmend dem Stil der übrigen Räume angepasst und ausgesprochen wohnlich wird.


Thilo Dreyer: Das stimmt. Es geht bei der Badplanung nicht nur um die Auswahl und geschickte Anordnung verschiedener Sanitärobjekte. Das Bad rückt architektonisch näher an die Wohnräume heran. Viele Bauherren wünschen einen direkten Zugang vom Schlafzimmer, manche wollen die beiden Bereiche gar nicht mehr trennen. Die strengen Grenzen zwischen den Räumen lösen sich also auf. Und das hat Konsequenzen für die Gestaltung des Bades. Nicht nur Holzböden oder Schiebetüren, auch Kunst an der Wand, ein Fernsehr oder ein Kamin an der Badewanne sind immer öfter Gegenstand unserer Planung.



Manche Menschen können bei klassischer Musik gut entspannen, anderen verschaffen Licht und Düfte angenehme Empfindungen. Was gehört so zu Ihrem Repertoire für eine erholsame Atmosphäre?


Thilo Dreyer: In jedem Fall Licht – man sollte mit verschiedenen Stimmungen spielen können. Wir unterscheiden deshalb zwischen Grundlicht, Spiegellicht und indirektem Licht – diese Varianten sollten immer einzeln zu steuern sein. Kleine Spots lassen sich im Fußboden integrieren, aber auch in Installationswänden oder als Leiste an der Decke. Als Stimmungsmacher ge­hört Musik in jedes Bad. Egal ob morgens Radio gehört wird und abends die Lieblings-CD läuft, Musik ist in einem Wellnessbad Pflichtelement.


Trends sind kurzlebig. Was heute gefällt, kann morgen schon altmodisch wirken. Nur lässt sich ein Bad nicht so leicht verändern wie das Wohnzimmer, wo ich mich schnell mal von einem Sofa trenne. Wie entgeht man der Mode-Falle?


Thilo Dreyer: Die wichtigste Regel lautet: Vorsicht bei Farbe. Ein apfelgrün gefliestes Bad mag heute schick aussehen, morgen geht es einem garantiert auf die Nerven. Gott sei Dank sind die bunten Keramikfarben fast völlig vom Markt verschwunden. Es dominiert wieder die weiße Sanitärkeramik. Die Farbe im Bad sollte generell schnell veränderbar sein. Ich empfehle hier ruhigere Grundtöne, abgetöntes Weiß zum Beispiel. Es sei denn, jemand hat eine absolute Lieblingsfarbe. Mit der kann bei der Gestaltung gespielt werden, indem sie immer wieder auftaucht. Ansonsten würde ich farbige Akzente so setzen, dass sie austauschbar sind – mit der Fensterdekoration, verschiedenen Accessoires oder Frottier.


Wer sich ein Wohlfühlbad wünscht, muss mit höheren Kosten rechnen als für eine Standard-Lösung. Lassen Sie uns über den Preis sprechen.


Thilo Dreyer: Grundsätzlich ist zu unterscheiden, ob wir über einen Neubau oder eine Renovierung reden. Die Renovierung ist deutlich komplexer als ein Neubau und daher fallen hier andere Summen an. Für eine ansprechende Renovierung ist ein Budget um die 20.000 Euro als untere Grenze für alle notwendigen Gewerke nicht zu hoch gegriffen. Wobei wir hier­ von der Demon­tage und Entsorgung bis zur neuen Steckdose und der passenden Fensterdekoration sprechen. Nicht wenige Kunden geben aber 50.000 Euro und mehr aus, je nachdem, welche Erwartungen sie an ihr neues Badezimmer haben. Ich vergleiche die Kosten für ein Bad gerne mit den Kosten für ein Auto. Es gibt vernünftige Autos für 20.000 Euro. Viele Käufer haben aber höhere Ansprüche und investieren daher auch mehr. So wie es bei uns Kunden gibt, die die S-Klasse erwarten. Und die bekommen sie bei uns.


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