Die Küchen-Exzellenzinitiative

In ihrem Studio zeigen die Mitglieder des Küchenverbundes DER KREIS, wo Hochwertigkeit im Detail steckt.

Mark Oliver Pyczak und Stefan Thomas Diemer setzen mit ihren City-Küchen auf Exklusivität und starke Marken. Sie sind in Berlin ebenso gefragt wie in Moskau und New York. Wie unterscheidet sich Erstklassigkeit in Design, Material und Technik von normalem Küchen-Schick? In ihrem Studio zeigen die Mitglieder des Küchenverbundes DER KREIS, wo Hochwertigkeit im Detail steckt.

Weitsicht, Innovation, das Gespür für Trends, Hingabe. Mark Oliver Pyczak und Stefan Thomas Diemer müssen nicht überlegen, was in der Küche die Spreu vom Weizen trennt. Die beiden Wahlberliner führen seit 1996 Berlins exklusivstes Kü­chenstudio City-Küchen. Hier lässt sich nicht nur Deutsch­lands Prominenz von den beiden Chefs und ihrem zwölfköpfigen Team beraten, regelmäßig werden die Küchen­profis von ihren Kunden auch per Privatjet nach Moskau und New York eingeflogen, um neue Wohn­welten zu gestalten.


„Für uns ist eine Küche mehr als ein Arbeitsbereich. Sie ist ein hoch emotionaler, ein lebenspraller Ort. Hier verbringt man Zeit, man kocht, man genießt mit der Familie und bewirtet seine Freunde“, sagt Mark Oliver Pyczak. „Und sie prägt ein Zuhause, weil sie Lebensstil repräsentiert“, ergänzt Stefan Thomas Diemer.


Nur einer der Gründe, warum die beiden namhafte Küchen­marken präferieren: „Mar­ken setzen Innovationen sofort um. Denn sie stehen in der Pflicht, nicht zu imitieren. Der Softstop oder der Selbsteinzug bei Schub­laden wären sonst nie serienmäßig Gepflo­genheit“, sagt Mark Oliver Pyczak. Verein­nahmen aber lassen sich die beiden von der Strahlkraft gro­ßer Namen der Branche nicht. Bei SieMatic, Poggen­pohl oder allmilmö fühlen sie sich mit ihrem Gestaltungswillen und ihren Qualitätsan­sprüchen gut aufgehoben. Mit ihrer eigenen Marke komplettieren sie ihren Hang zum Perfektionismus. „Wir möch­ten für jeden Kunden das Beste finden. Das können wir nur, wenn wir objektiv sind“, erklärt Mark Oliver Pyczak.


Kunden zu verführen und eine schwierige Kaufentschei­dung in eine lustvolle Angelegenheit zu verwandeln, funktioniert nur, wenn der Kopf frei ist: von starren Korsetts der Industrie, von Diktaten kurzlebiger Moden, vom Sche­­­ma F. Der Klassenunterschied zwischen Kü­­chenverkäufern und Küchenauskennern wird nicht mit Wortgeklingel entschieden. Eine logische Konsequenz für die beiden Voll­­­­­blutprofis: „Wir kennen die Marken aus eigenem Erleben.“ Die beiden begeisterten Hob­byköche nutzen jede Gelegenheit, neue Ge­rä­te auszuprobieren. Ebenso wie sie die eigene Küche regelmäßig auf den aktuellen Stand bringen, haben sie ihr Geschäftshaus seit Be­stehen schon dreimal umgekrempelt.



Stillstand ist Rückschritt. Kein Statement be­schreibt besser die Arbeitsauffassung der Mit­glieder im Küchenverbund DER KREIS, die schon im Jahr 2000 mit ihrem eigenwilligen Konzept deutschlandweit Auf­merk­samkeit erregten: In eigens entworfenen Schatzkis­ten aus Edelstahl versandten sie an poten­zielle Kundschaft VIP-Ein­tritts­karten zu einem Showroom der besonderen Art. Im Studio 24 – die Wände komplett versilbert – durften bekennende De­sign­lieb­haber unbeobachtet von der Außen­welt die exklusivsten Küchen auf dem Markt begutachten. Rund um die Uhr. „Nur wer nach vorne denkt, überzeugt und begeistert. Und das geht am besten mit Erstklassigkeit“, so Mark Oliver Pyczak. Zum Win­­ter ist ein nächs­tes Event geplant. Was genau? Stefan Thomas Diemer winkt lachend ab: „Das wird noch nicht verraten.“


Bleiben wir beim „normalen“ Küchenalltag. Was unterscheidet Erstklassigkeit in Design, Material und Technik von herkömmlichem Küchen-Schick? „Jede Menge“, sind sich die beiden Profís einig: „Wenn man seine Sinne einsetzt, ist der Unterschied offensichtlich.“ Egal, ob modern oder klassisch, Stahl oder Lack, breit oder schmal, Purismus oder Schnörkel: „Exklusivität misst sich an der Liniengebung“, ist sich Stefan Thomas Die­mer, im Hause für Fragen der Innen­ar­chi­tektur zuständig, sicher. „Form und Funk­tionalität sollten harmonieren“, setzt Chef­berater Mark Oliver Pyczak nach. „We­ni­ger ist mehr.


Die Küche sollte im Vor­der­grund stehen, nicht die Accessoires.“ Bestes Beispiel für beide: die „SieMatic 6006“, ein Modell, das sich an den Designklassiker des Unter­nehmens aus den 60er-Jahren anlehnt. Die hellen Aluminiumfronten und der Sockel am Inselblock sind elegant gewölbt, die Wandschränke und die Glasscheibe im Hän­­geschrank nehmen ebenfalls die Verjün­gung nach unten auf. Auch die integrierte Griff­leiste, die 1960 eine weltweite Design-Inno­vation darstellte, ordnet sich anstandslos der Form unter: „Herkömmliche Anbieter passen bei solchen Feinheiten, weil die Fer­tigung der Rundungen sehr aufwendig ist“, sagt Stefan Thomas Diemer und fährt sanft mit der Hand über die Kante der Arbeits­platte aus Natur­stein.


Ein weiteres Detail für das Erste-Klasse-Ticket: „Statt die Verar­beitung zu verstecken, wird sie bei exklusiven Küchen sichtbar gemacht. Auf Gehrung gearbeitete Kanten der Arbeitsplatte, an Korpus und Fronten verlangen viel Akribie und dulden keine Kompromisse.“ Die Zu­sam­menarbeit deutscher Her­steller mit Indus­trie­designern begrüßen die beiden Küchen­profis aus tiefs­ter Seele. In Italien hat man schon vor Jahr­zehnten entdeckt, wie gut es tut, die Kompe­­tenzen und Leiden­schaften unterschiedlicher Branchen zusammenzuführen.



Immer häufiger vergisst man auch hier­zul­ande Berührungsängste. So hat sich der Her­­­­forder Hersteller Poggenpohl für seine „Plu­smodo“ den argentinischen Star­designer Jor­ge Pensi mit ins Boot geholt. Das Resultat ist eine architektonische Landschaft aus waa­gerechten Linien. Das Zusam­men­spiel aus Naturlacken, Holz und Edelstahl, der Wechsel von offenen und ge­schlos­senen Bereichen der Oberschrank­elemente und des Korpus bilden eine raffinierte Komposition. So wird der freie Raum zwischen Arbeits­platte und Unter­schrank mit ausziehbaren Ablagen aus dem Hartholz Rüster als zusätzliche Arbeits- und Abstell­flächen nutzbar. „Eine intelligente Lösung, um die Arbeit in der Küche zu vereinfachen“, sagt Mark Oliver Pyczak.


Eine weitere Exklusivitäts-Doktrin: eine gute Systematik in Vorratsschränken und Aus­zü­gen, die bis zu 30 Prozent mehr Stau­raum schaffen kann. Etwa, indem das Regal­system mit klappbaren Böden individuelle Flaschen­höhen respektiert: „Da sind starke Marken natürlich Vorreiter.“ Ebenso wie bei einer geräuschlosen Schließ­mecha­nik und dem Vermögen, Arbeitsabläufe nach den Bedürfnissen des Kochs zu optimieren – und nicht umgekehrt: breitere Backöfen oder Kochflächen, Backöfen, die ihre Türen seitlich öffnen oder ein breites Spülfeld mit eingelassenem Abfallkorb … Wenn nach dem Kochen die Gäste lieber in der Küche verweilen, als ins Wohn­zimmer zu ziehen, lassen sich manche Kochfelder komplett verbergen. Früher war die Küche ein Ort, hinter dem man fest die Tür verschloss. Heute steht sie jedem offen wie ein Salon.


Exklusivität hat immer auch mit Detailver­sessenheit zu tun. Beispiel Oberflächen der Küchenfronten. „Eine Front ist dann außergewöhnlich, wenn sie aus Kunststoff be­steht, sich aber wie echtes Holz anfühlt.“ Stefan Thomas Diemer nennt ein weiteres Gütezeichen: „Ein durchlaufendes Furnier­bild. Um solche Finessen zu gewährleisten, müssen sich die Handwerker mit einem Baum bescheiden. Was kritisch werden könnte, wenn bei einem Schaden der Her­steller keinen nahtlosen Ersatz liefern kann.“ Hoch­wertige Hersteller garantieren Ersatz vom gleichen Baum: „Ein höheres Maß an Indi­vidualität gibt es nicht“, sind sich bei­de einig.


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