Vorgefühlt
Eigentlich sind wir noch heftig damit beschäftigt, die sinnlichen Qualitäten der gegenwärtigen Küchen auszureizen,...

Er habe wirklich gute Mitarbeiter, auf die er sich blind verlassen könne, versucht der Chef sein Licht unter den Scheffel zu stellen. Bei mehr als 100 ausgelieferten Küchen im Jahr gehe das gar nicht anders. Mehrfache Auszeichnungen als „Bester Küchenspezialist“ im Verbund DER KREIS legen die Frage nahe, weshalb sich vor allem gut geführte mittelständische Familienbetriebe derart erfolgreich gegen die Mitbewerber durchsetzen.
Hier kocht der Chef noch selbst (der kann wirklich gut kochen, bestätigen Frau und Tochter; sein Rehbraten letzte Woche war „erste Sahne“). Die Kunden merken, wenn ihnen jemand gegenübersitzt, der nicht nur Topkochtechnik verkauft, sondern auch selber damit umzugehen weiß: Kochen ist eine empfehlenswerte Leidenschaft für einen Küchenspezialisten. Eine Kochschule in der obersten Etage des Küchenstudios einzurichten, erwies sich als ebenso kluge wie einladende Idee: Wo sonst kann man die neueste Küchentechnik (Induktionsherd, Kombi-Dampfgarer, Tepan, alles vom Feinsten) selbst ausprobieren und unter kundiger Anleitung dabei gleich kulinarisches Neuland ausprobieren. Schlau gemacht: Der Appetit auf eine neue Küche kommt beim Kochen .
Vielleicht ist es gerade diese Mischung von familiärem Verständnis für die Besonderheiten eines so wichtigen Raums. Und für die Chance, mit einer wirklich gut geplanten, die Erwartungen und Hoffnungen der Kunden erfüllenden, im Idealfall da und dort sogar übertreffenden Küche seine Auftraggeber glücklich zu machen.
Der siebte Sinn, feinfühlig herauszufinden, was die Kunden sagen und was sie meinen, sich in deren wahre Intentionen, die räumlichen Gegebenheiten und finanziellen Vorstellungen hineinzudenken, ist dabei dennoch „nur“ Vorarbeit. Das A und O ist die untadelig exakte handwerkliche Ausführung.
Die erst beweise den wahren Spezialisten, sagt Erich Pfleiderer. Natürlich hat er gegenüber anderen den großen Vorteil, als gelernter Schreiner schon vor mehr als 20 Jahren mit dem vom Vater übernommenen Betrieb in den Markt eingestiegen zu sein. Das Küchenstudio Pfleiderer beherrscht offensichtlich die Kunst, industriell vorgefertigte Küchenelemente mit eigenen (Schreiner)Zusatzleistungen zu Unikaten, zu wirklich individuellen Küchenlösungen zu veredeln. Die Wahl der richtigen Industriepartner entscheidet nicht alles, aber vieles: Die Kunden erwarten heute, dass sie angesichts kompletter Musterküchen unverwechselbare, ideenreiche Anregungen bekommen.
Familie Pfleiderer hat auch mit dem Entschluss, vor allem bulthaup- und rational-Küchen in ihrer Ausstellung zu zeigen, gutes Gespür bewiesen. Beide sind modern, de-signorientiert, aber arg verschieden in der Wahl der stilistischen Mittel – das gefällt der Kundschaft.
Bei Sonderwünschen erweisen sich Pfleiderers allemal als extrem flexibel – wer sich in die Landhausküche eines anderen Herstellers verliebt hat, darf natürlich bei seiner Wahl bleiben. Besondere, auffallend neue Trends bei den Küchenwünschen gebe es eigentlich nicht: Die Farbe Weiß stehe in allen Nuancen nach wie vor ganz oben, ebenso wie geradlinige, grifflose Formen, gern ergänzt durch schön gemasertes Holz.
Der eigentlich erfreuliche Trend sei der zur neuen Küche, freut sich Erich Pfleiderer. Sowohl die Zahl der Aufträge, vor allem aber deren Wert sei in den letzten Monaten spürbar gestiegen. Im Gefolge der Krise wollen offenbar viele in Wertanlagen investieren, von denen sie auch wirklich lange etwas haben. Da ist die neue Küche tatsächlich eine gute Empfehlung.
Bei älteren Einfamilienhäusern lassen sich die Vorstellungen von der neuen Küche, die nicht nur wegen Kochinsellösungen größere Formate brauchen, oft realisieren, indem die alte, meist kleinteilige Raumplanung im besten Sinn des Wortes aufgebrochen und störende Innenwände entfernt werden. Schau‘n wir mal. Keine halbe Autostunde vom Winnendener Studio entfernt hat sich eine Familie einen Traum erfüllt und ein altes, relativ kleines Haus auf einem Grundstück in Bestlage stilbewusst modernisiert, umgebaut und erheblich erweitert.
Die Dame des Hauses hat dabei mit Handwerkern, milde beschrieben, sehr verschiedene Erfahrungen gemacht. Umso schwerer wiegt ihr nachdrückliches Lob für „ihren“ Spezialisten vom Studio Pfleiderer: Manfred Rinker habe eine so zuvorkommende Art, zuzuhören und ihre Wünsche (sehr im Gegensatz zu gewissen anderen, mit denen sie zu tun hatte!) sowohl ernst zu nehmen als auch mit eigenen Vorschlägen im Detail zu verbessern. Ein Frauenversteher.
Der in diesem Fall das Glück des Tüchtigen hatte: Hier ging es schnell um weit mehr als eine herrschaftliche Landhausküche (die seine Kundin als „perfekt gelungen“ bewertet, exakt so habe sie sich das vorgestellt). Auch Rolf Jung vom Küchenstudio Pfleiderer konnte in diesem Haus sein Schreiner-Können voll ausleben. Für den Speiseraum neben der Küche war ein Esstisch für zehn Personen erforderlich. 3,50 Meter auf 1,20 Meter. Edles Akazienholz. Mit dazu passenden Sitzbänken. Dann die Bibliothek um den Kamin herum, mit dem schönen Gag einer „Geheimtür“ ins Schlafzimmer. Auch die komplette Ausstattung des geräumigen Ankleidezimmers mit allen Schränken, Regalen und die Badmöbel sind Unikate der Pfleiderer-Schreiner. Wohl dem, der solche Kunden hat.
Das gilt aber auch umgekehrt: Wohl dem Kunden, der Handwerksbetriebe findet, die sich so intensiv auf die Besonderheiten seiner Wünsche einstellen – und zudem untadelig exakte Arbeit abliefern. Eben diese Fähigkeit zu penibel genauer handwerklicher Ausführung erwies sich auch bei unserem zweiten Besuch als Schlüssel für das Küchenglück des Kunden. Björn Drehmann ist als Kfz-Ingenieur Genauigkeit auf den Hundertstel Millimeter gewöhnt. Entsprechend exakt und maßstabgetreu zeichnete er seine Vorstellungen von einer modernen Küche in seiner neuen Eigentumswohnung auf.
Das Schöne an dieser Küchenplanung, die Christina Pfleiderer für das Ehepaar erarbeitete, ist, dass sie von Anfang an den gesamten Raum einbezog. Küche, Essplatz und Wohnbereich wurden farblich und vom verwendeten Material her im selben Stil eingerichtet. Das dunkle Holz der Wangen findet sich sowohl an den Küchenmöbeln (es fasst sehr schön zum Beispiel die mannshohen Kühlgeräte nebst Weinlagerschrank ein) als auch im Tisch und im Wohnbereich als TV-Rack und als Schrankregal. In Letzterem setzen umgekehrt die kameefarbenen Glasfronten der Küchenelemente die Akzente. Beeindruckend, wozu eine „atmos“-Küche ambitionierte Kunden und kreative Planer anregen kann.
Dass sich der Hausherr leidenschaftlich um jedes Detail, vor allem um die technischen, intensiv und in allen denkbaren Versionen bemühte, gehört in diesem Fall dazu. Die schicke Dunstabzugshaube hat er selbst entdeckt und sich sofort für deren Fettabscheidungszentrifuge begeistert. Christine Pfleiderer duzt sich mit ihm inzwischen. In dem Jahr, das vom ersten Kennen-lernen bis zum Einzug verging, telefonierten beide schließlich jede Woche mehrmals. Das größte denkbare Kompliment hebt sich der Ingenieur auf bis zum Schluss: Er habe „den besten Küchenbauer der Welt“ bekommen.
Gemeint ist Martin Bauer, der Pfleiderer-Mitarbeiter, der seine Küche aufbaute. Noch so ein ganz Exakter: Die Kante der weißen Schalter auf den Wangen der Kühlgeräte schließt auf den Bruchteil eines Millimeters genau mit der Wand ab