Die Gute ist eine gut geplante Küche

Wohin mit den Vorräten? Agnès Sa­baté demonstriert ein Stau­raumwunder, das sie liebevoll „Ali-Baba-Schrank“ nennt.

Kreative Küchenplaner sind Meister im Lösen kniffliger Probleme. Wir haben deshalb das Team von Hasu Küche und Wohnen in Offenburg nach guten Ideen und Details für eine optisch, technisch und praktisch gelungene Küche gefragt.

Mitunter sind auf dem Weg zur schönen Küche rabiate Schritte nötig. „Wand­rausreißer“ nennt Peter Haas sich und sein Team unumwunden und mit einer Portion Schalk in der Stimme. Denn Wände sind für Verfechter moderner, offener und kommunikativer Küchen wie ihn ein Graus. Sie engen ein, sie schotten ab, sie stören. „Selbst skeptische Kunden empfinden die Öffnung der Küche zum Wohn­zimmer oft wie ein Befreiung.“


Mit den großen und vielen kleinen Lö­sun­gen, die eine Küche zum Herzstück des Hau­ses und Kunden glücklich machen, kennt sich Peter Haas aus. Denn der Ge­schäftsführer von Hasu Küche und Woh­nen in Offenburg ist seit mehr als 30 Jahren im Geschäft. Sein Stu­dio gehört zum Küchen­spezialisten-Ver­bund DER KREIS, einer starken, mittelständischen Or­ganisation, die Preisvorteile an Kunden weitergibt, auf kompetente Bera­tung setzt und das Motto „Klasse statt Masse“ zu ihrer Maxime er­klärt hat.


Die Optik

Die Dogmen für eine gute Küche von Peter Haas und seinem 12-köpfigen Team lassen sich in einem Satz zusammen­fassen: „Sie soll optisch, praktisch und technisch überzeugen.“ Egal, ob in den Wohn­raum integriert oder ein separater Raum: Sie muss dem Stil des Hauses entsprechen und eine wohnliche Aura haben.


Was das bedeutet, zeigt die Kollegin Agnès Sabaté anschaulich am Computer. Wenn die 39-jährige In­nenarchitektin und Hasu-Küchenplanerin an einem Projekt arbeitet, prüft sie mittels Raumsimu­lation jeden Blick­winkel. Weniger wuchtige Möbel füh­ren zu mehr Raumgefühl, an dieser Wahr­heit lässt sich auch in Küchen nicht rütteln. Was also sehen die Bewohner beim Ein­treten? Was die Nachbarn, wenn sie von drau­ßen durchs Fenster schauen? Was haben die Gäste vor Augen, die am Esstisch sitzen? „Damit der Gesamt­eindruck möglichst luftig wird, sollten in der Haupt­blick­richtung kei­ne Hoch­schrän­ke stehen.“ Bes­ser macht sich eine halbhohe Küchen­zei­le, eine Kochinsel oder einfach nur ein Hin­g­u­cker, wie ein edler Wein­kühl­schrank.


Mit „weniger ist mehr“ meint Agnès Sabaté auch: Weniger Schnickschnack führt zu mehr Aus­strahlung. „Was in der Küche nicht gebraucht wird, hat dort nichts zu su­chen.“ Omas Bügeleisen zum Beispiel oder die Kaffee­mühle vom Floh­markt, die gern auf Hänge­schrän­ken drapiert werden. Gern argumentiert sie mit Vorher-Nach­her-Bil­dern, die ihren Kunden beweisen, wie viel ruhiger und angenehmer ihr Kü­chen­reich ohne Krimskrams wirkt.



Die Funktionalität

Der Un­terschied ist beeindruckend, erst recht, wenn das Design der Möbel so reduziert und geradlinig daherkommt, wie sie es vorschlägt. Sie empfiehlt gern grifflose Mo­­delle, bei denen rein gar nichts die Optik stört. Koch­löffel in Tontöpfen oder offene Ge­würz­regale wären hier fehl am Platz. Doch wohin mit den nötigen Utensilien? In den Ausstellungsräumen des Küchen­stu­dios führt Agnès Sabaté die Vorzüge verschiedener Ordnungs­systeme eindrucksvoll vor.


Ihre Vorschläge für weniger Chaos und mehr Ordnung:

  • extrabreite Schubladen mit verstellbaren Einlege­böden direkt unter dem Kochfeld. Darin liegt vom Dosen­öffner bis zum Schee­besen alles übersichtlich und jederzeit griffbereit;
  • Gewürzschränke unter der Arbeitsplatte links oder rechts neben dem Kochfeld für Pfefferdosen, Essig- und Ölflaschen;
  • für Vorräte deckenhohe Apo­the­kerschrän­ke
  • oder einen „Ali-Baba-Schrank“. Das Vorrats-Center ist innen mit drehbaren Regalen ausgestattet;
  • ein Nischensystem: Die Arbeitsplatte wird tiefer als 60 Zentimeter bemessen. An der Wand dahinter entsteht damit Platz für schmale Schränke, in denen sich Messer, Schneidebretter und Zuckerdosen unterbringen lassen.

Ein anderer wichtiger Standard für eine funktionale Küche: „Die Wege zwischen Kochen-Kühlen-Spülen müssen kurz sein“, sagt Agnès Sabaté. Weniger Hin-und Her­rennen bedeutet effektiveres Arbeiten und Zeit­gewinn. Ergo:

  • Kochfeld, Spüle und Kühlschrank sollten in einem Dreieck angeordnet werden.
  • Der beste Platz für Mülleimer befindet sich unter der Spüle. Im Arbeitsbereich um die Spüle fällt der meiste Abfall an. Ein System aus verschiedenen Eimern hilft, die Reste korrekt zu trennen. Es fährt beim Öffnen der Tür automatisch aus. Ein Müll­abwurf in der Arbeitsfläche oder der Spüle scheint auf den ersten Blick ebenfalls praktisch, muss aber oft gereinigt werden.
  • Backofen, Dampfgarer, Kühlschrank und Mikrowelle in Augenhöhe lassen sich besonders be­quem handhaben. Der Geschirrspüler übrigens auch.


Der Traum von einer schönen Küche verbind­et sich für viele Kunden mit einer In­sel-Lösung. Meist werden Koch­in­seln ge­wünscht. Agnès Sabaté empfiehlt aus praktischen Gründen auch gern Spül­inseln. „Beim Kochen und Braten spritzt es“, gibt sie zu bedenken. Diese Gefahr besteht bei einer Spülinsel nicht, außerdem kommt sie dem Trägheits­mo­ment entgegen: Schmutz­iges Geschirr wird gern auf der Arbeits­flä­che abgestellt. Da steht es auf der Spülinsel gleich am richtigen Platz.

Auch die technische Ausstattung und die Qualität der Materialien entscheidet, wie diensttauglich, clever und behaglich wir un­sere Küche empfinden. Mit den aktuellen Trends kennt sich Robert Wenz vom Hasu-Kü­chen­spezia­listen-Team besonders gut aus.


Seine Tipps:


  • Eine moderne, wohnliche Küche braucht ei­ne leistungsfähige Abzugshaube. Denn Kü­chen­­dünste müssen raus und das möglichst leise. Deshalb empfehlen sich Hau­ben mit Außenmotor. In kleinen Räumen müssen sie 450 Kubikmeter Luft pro Stun­de umwälzen, in großen etwa 850. Her­köm­­mliche Essen dürfen höchstens 75 Zenti­­meter über der Kochstelle hängen. Kopf­freiheit garan­tieren dagegen moderne Mulden­hau­ben, schräge, in die Decke einbaubare oder in die Arbeitsplatte versenkbare Abzüge. Ge­ne­rell gilt: 5 Minuten vor dem Kochen anschalten.
  • Induktionskochfelder sparen Zeit und Ener­gie, sie bringen Wasser in 60 Sekunden zum Sieden.
  • LiftMatic-Öfen hängen in Augenhöhe über der Arbeitsfläche. Das Gargut fährt beim Öffnen und Schließen des Ofens wie bei einem Fahrstuhl nach oben oder unten. So lässt es sich leichter handhaben und die Hitze bleibt im Ofen.
  • Arbeitsplatten müssen allerhand aushalten. Granit ist sehr robust. Der Naturstein sollte regelmäßig imprägniert werden, damit Flüssigkeiten und Säuren keine Flecken hinterlassen. Für Beton gilt das ebenso. Edelstahl zerkratzt vom ersten Tag an. Es bildet innerhalb von 10 Jahren eine eigene Patina, die man mögen muss. Glas liegt im Trend. Nur auf spezialgehärteten, matten Oberflächen gibt es keine Kratzer. Eine gute, preisgünsti­ge Alter­native sind patentierte Schicht­stoff­platten, die nicht mehr quellen können.

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