Vorgefühlt
Eigentlich sind wir noch heftig damit beschäftigt, die sinnlichen Qualitäten der gegenwärtigen Küchen auszureizen,...

Der gebürtige Rostocker und gelernte Elektronikmeister (44) ist Inhaber zweier Küchenstudios in Barth, dem Tor zur Ostseehalbinsel Darß, und in der Hansestadt Rostock. Er selbst ist Geschäftsführer in Barth, der älteste Sohn Christian (21) führt das Studio in der Großstadt.
Beide Studios gehören zum Verbund DER KREIS, einer Organisation mittelständischer Küchenspezialisten mit europaweit über 1.700 Fachhändlern. Beide wurden 2005 von DER KREIS zum ,,Küchenspezialisten des Jahres" gewählt. Und beide erleben unter ihren Kunden wachsende Lust auf die Koch- Insel in der Küche jene exponierte Kombination aus schickem Möbel, modernem Elektro(nik)- oder Gasherd und flottem Zubehör.
Die Insel ist in immer mehr deutschen Privatküchen äußeres Zeichen für die verinnerlichte Liebe zu kommunikativem Kochen und gemeinschaftlichem Genießen. Sohn Christian schätzt, dass ,,inzwischen schon jeder zweite" seiner Kunden, der eine neue Küche sucht, am Ende eine mit Insel kauft. Besonders groß sei das Interesse ,,bei jungen, modernen Menschen, die gern gemeinsam kochen, nicht allein am Herd stehen und mit der Insel einen Hingucker für Wohnung oder Haus wünschen".
In Barth, im ländlichen Raum, ist das Verlangen nach der Koch-Insel noch nicht so stark ausgeprägt. Doch auch Olaf Szymanski merkt in seinem schönen, Appetit weckenden Studio, in dem Ehefrau Susann die logistischen Fäden in der Hand hält, steigende Nachfrage nach dieser intelligenten Lösung. ,,Der Freiheits- und Genussgewinn mit einer Insel kann erheblich sein: Sie ist vor allem für Leute interessant, die nicht allein leben, die gern und öfter Gäste haben und auch beim Kochen Geselligkeit mögen. Denn wer an einer Insel kocht, schaut nicht nur auf eine Küchenwand. Er steht im Mittelpunkt des Geschehens, nimmt Teil am Leben im Küchen- und Wohnbereich, kann weiter mit Familie oder Freunden reden."
Der Trend zur Insel in der Küche, dem wiederentdeckten Genusszentrum des Hauses, stammt sowohl vom gewachsenen Interesse an einer offeneren Art des Wohnens, ,,dem beinahe nahtlosen Übergang zwischen Küche, Essen und Wohnen wie im amerikanischen Lifestyle" (Olaf Szymanski), als auch dem durch Kochbücher, Kochsendungen sowie neue Helden wie Tim Mälzer und Jamie Oliver schwer entfachten Hunger auf Kochen als Kommunikationserlebnis. Die Wünsche sind dabei so individuell, dass nach Herrn Szymanskis Erfahrung ,,bei den Insel-Entwürfen kaum Standards, sondern praktisch stets Unikate entstehen".
Der typische Insel-Fan kommt aus Sicht des Spezialisten ,,in vielleicht sechs von zehn Fällen aus der Stadt, ist oft aus Prestigegründen männlich, recht kapitalstark, 40 oder älter und meist Zweiteinrichter: Nach mancher Erfahrung sucht er jetzt was richtig Gutes und will gerade bei der Küche keine Abstriche machen." 15.000 bis 20.000 Euro muss man für eine solche moderne Komplettküche veranschlagen, deutlich mehr als für eine konventionelle Funktionsküche. Dabei ist Olaf Szymanski Fachmann genug, um kein Insel-Fetischist zu werden.
Die Koch-Insel, auf der man ausreichend Arbeitsfläche dicht beim Herd oder bei der Spüle hat denn neben der Koch-Insel gibt es die Spül-Insel, seltener die vereinte Koch- Spül-Insel oder die gar nicht so seltene Koch- und Ess-Insel diese Kücheninsel stellt ein paar Vorbedingungen. Herr Szymanski: ,,Die Küche muss groß genug sein 15 Quadratmeter mindestens, aber 20 sind noch besser als 15, damit das Arbeiten bequem, unbedrängt und unbeengt stattfinden kann. Auch die Insel selbst muss groß genug sein zwei bis zweieinhalb Quadratmeter sind praktisch. Sie sollte seitlich der Kochflächen mindestens je 50 Zentimeter Arbeitsfläche, ein leistungsstarkes Abluftsystem am besten mit externem Motor , eine Dunstabzugshaube breiter als das Kochfeld und Arbeitsstrom vor Ort auf der Insel haben."
Wenn diese Voraussetzungen nicht gegeben sind , raten Szymanski senior wie junior lieber ab. Oder empfehlen die ,,Halbinsel", also das arbeitsorganisatorisch günstige Andocken der Insel an eine der übrigen Küchenstrecken. Gar nicht selten ist die beste Insel folglich eine Halbinsel, wie auch Frau Brinkhoff und Herr Geschwantner, zwei Szymanski-Kunden von der Halbinsel Darß bzw. aus Barth (siehe Fotos auf der folgenden Doppelseite) für sich entdeckten. Fast alle Insel-Käufer, so die Szymanski-Erfahrung, bevorzugen Strom als Energiequelle. ,,Ganz stark im Kommen ist der Herd mit Induktionsfeld. Gas spielt bei uns dagegen kaum noch eine Rolle."
Insel-Arbeitsplatten aus Granit stehen hoch im Kurs. Auch sogenannter Kompositstein wie Silestone, ein Mix, der zu gut 90 Prozent aus Quarz besteht, einem der härtesten Grundstoffe von Mutter Natur. Außerdem flächenbündige Kochfelder. Höhenverstellbare Abzugshauben, die sich auf Knopfdruck der Körpergröße des Kochs vom Dienst anpassen, gehören zu den jüngsten Verfeinerungen der Insel-Mode.
Von deren Unvergänglichkeit ist Olaf Szymanski überzeugt. ,,Wer sie einmal gesehen und genutzt hat, will sie nicht mehr missen", weiß der Küchenspezialist von der Küste, der wie alle Verbundmitglieder von DER KREIS ein besonders enges, beratungs- und ausführungskompetentes Verhältnis zu seinen Kunden hat.