Der Wow-Effekt: Küchenplanung in 3D

Der Wow-Effekt: Moderne Planung einer Küche in 3D

Ein Küchenkauf heute ist mehr als nur das Erstehen einer Kochstelle. Die Vorfreude kippt schnell in Verzagtheit, wenn man bedenkt, was alles zu bedenken ist: Möbel­maße, Arbeits­flächen, Frontfarben, Bewegungs­abläufe, Anschlüsse, Fliesenplan, Geräte … Die Firma SHD Kreative Planungs-Systeme hat eine originelle Herangehensweise:

Ihre computergestützten Planungs- und Präsentationslösungen machen den Küchenkauf sicher und zum Erlebnis. Am PC wird die Küche bis ins kleinste Detail geplant und lässt sich von allen Seiten begutachten. Mit der Präsentationstechnik von KPS wird sie dann zum Leben erweckt: In einem 3D-Kino kann sich der Kunde in seinem neuen Raum drehen, wenden und gucken.


In den weißen Tassen vor meiner Espressomaschine duftet der Kaf­fee. Die heiße Luft in der Düse zischt schon leise vor sich hin, bereit, die Milch zu einem wolkigen Schaum aufzuplustern. Nur ein Griff nach rechts an den Chromgriff des doppeltürigen Kühl­schranks, schon habe ich das silberne Kännchen für den Latte in meinen Hän­den. Wow! Ich stehe mitten in der neuen Küche, die Ingo Schütze vom Berliner Küche Aktiv-Studio für mich geplant hat.


Ich drehe mich vor meiner virtuellen Kochtheke, bewege mich auf den imagi­nä­ren Apothekerschrank zu. Auf der Großleinwand werden für mich die zwei 30-Liter-Abfallcontainer neben der weißen Kera­mik­spüle so real, dass ich das Entsorgen von welken Salatblätttern aus dem Be­cken testen kann. „Wenn Sie wollen, können wir die Wangen noch in Aluminium planen“, sagt Ingo Schütze, der als einer der Ers­ten bundesweit ein Kino in seinem Küchenstudio eingerichtet hat. Alu passt gut zu den cremefarbenen Fronten und liegt laut Küchen­ex­per­te voll im Trend. Ich mache eine 45-Grad-Drehung und habe freie Sicht in den Garten.


Dort, wo einst eine Wand stand, trennt jetzt die Kochtheke Arbeitsplatz und Esszimmer. Mein 8,5 Qua­drat­meter kleines Zimmerchen hat sich in eine geräumige, gemütliche, offene Wohnküche verwandelt. Durch das Fenster fällt sogar Tages­licht auf den Esszimmertisch. Woher ich das weiß? Weil mich Ingo Schütze quasi mit in den Vorgarten nimmt und mir den Blick von draußen in mein neues Zuhause präsentiert. Die Darstellung wirkt, als stünde ich tatsächlich vor der Tür!



Ja, so hatte ich mir das gewünscht. Nur vorstellen konnte ich mir eine derartige architektonische Veränderung in meinem Haus nicht. „Da geht es Ihnen wie vielen meiner Kunden, insbesondere den weib­­lichen. Das dreidimensionale Sehen fällt schwer. Die Präsen­ta­tion­­s­technik von KPS 3D Cinema nimmt Ihnen die Arbeit ab und erweckt die Küche zum Leben. So können schon vor dem Kauf alle Wünsche erfüllt werden, derer man sich vielleicht gar nicht bewusst wäre!“ Ingo Schütze, der große Küchenauskenner, verkauft gern mehr als Möbel und Geräte: Lebensgefühl.


Noch vor wenigen Stunden hatte sich der Experte für diese Echt-Dar­­stel­lung fingerflink am Computer betätigt. Schränke, Platten und Dunst­abzugshauben wurden geskribbelt, gelöscht und neu ausgedacht. Mit bester Software bestückt, erwies sich der Computer als aktionsstarker, flexibler Mitspieler. Jedes neue Maß setzte er auf der Stelle in eine neue Ansicht um, jede neue Farbversion erschien so­fort auf dem Bildschirm – bis sich meine ganz individuelle Küche ge­formt hatte. Sie soll unser Lebensmittelpunkt im Haus sein.


Der Ort muss so viel Platz bieten, dass die Familie beim Blick in den Nudeltopf über den Tag sprechen kann. So kenne ich das aus meiner Kindheit: Nach der Schule habe ich mich auf die Arbeits­platte neben meine Gemüse schnippelnde Mutter gesetzt und ihr von der furchtbaren Mathearbeit in der fünften Stunde erzählt, die Aus­gangs­sperre am Wochenende diskutiert und über die Freundin des Freundes des Bruders ge­tratscht. Dieses Gefühl von einem Ort, an dem Kochen Spaß macht und man sich dabei austauscht, wollte ich in meinem eigenen Haus auch wieder erleben.


Aber nicht nur diesem Anspruch musste die Planung von Ingo Schüt­ze gerecht werden. So wenig Platz, wie in dem Raum vorhanden ist, muss jeder Zentimeter optimal ausgenutzt werden, um dennoch mög­lichst viel Bewegungsraum zu schaffen. Zu guter Letzt sollte die Küche natürlich nicht nur funktional, sondern auch schick sein und eine Symbiose mit dem Wohnzimmer eingehen.



Ein Rundgang durch die real existierende Küchenwelt in Ingo Schüt­zes Studio bringt schnell zu Tage, wohin die geschmackliche Reise gehen soll: sachlich, modern, aber nicht unterkühlt – Anhaltspunkte für die Auswahl an Fronten, Griffen, Arbeitsplatte, Schränken. Der Fachmann fragt, wo die Lei­tungen für Wasser und Strom liegen, wel­che Geräte ersetzt werden müssen, ob Besen und Putzzeug griffbereit gewünscht werden. Einen Stolperstein lege ich ihm in sein g­e­stalterisches Entstehungsbild: Meinen Mann und mich trennen 40 Zentimeter Körpergröße. Doch für den Profi ist auch dies kein Pro­­blem, sondern eher eine Herausforderung.


Eine Tasse Latte Macchiato später sehe ich das Ergebnis als Aufriss auf dem PC: Eine Küche in U-Form, die Seite mit der Spüle auf der für uns beide ergonomisch optimierten Kompromiss-Höhe von einem Meter, darüber Hänge­schränke mit nach oben klappbaren Glastüren. Genauso hoch ist die frei hängende Dunstabzugshaube mit gläsernem Haubenschirm, die über der zehn Zenti­meter tieferen Kochtheke hängt. Unter der Arbeitsfläche auf der gegenüberliegenden Seite verbergen sich wahre Platz-Wunder wie der Eckschrank mit Drehböden. Ein Jalousien-Aufsatzschrank auf der Arbeits­fläche nutzt das kleinste freie Fleckchen aus. Die hellen Fronten passen sowohl zum Parkett im Wohnzimmer als auch zu dem Granitboden in der Küche. Die Glasflächen lockern das Erscheinungsbild auf.


Schon in dem Moment, als ich das Bild auf dem PC betrachte, gefällt mir der Ent­wurf. Aber Gefallen trifft es nicht, was ich beim Begehen der Küche im KPS 3D Ci­ne­ma fühle. Ich verliebe mich in den Plan. „Irgendwas ist noch nicht perfekt“, unterbricht Ingo Schütze meine Schwärmereien. Ja, die Arbeitsplatte im Schiefer-Look ist mir ein ganz klein bisschen zu duster. Doch diese Winzigkeit zu verändern ist für den Mann der Küchen nur noch ein Klacks, pardon: Klick.


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