Das Wundergras - Bambus

In Asien seit Langem Kult, wird Bambus auch bei uns im Innenausbau immer beliebter – ein Wundergras mit Zeug zu Höherem.

Im wissenschaftlichen Drucktest bestand er gegen Ziegel und Beton, im Reißtest gegen Baustahl, und sinnlich ist er auch noch. In Asien seit Langem Kult, wird Bambus auch bei uns im Innenausbau immer beliebter – ein Wundergras mit Zeug zu Höherem.

Ein Enthusiast, der im Internet ein ganzes Lexikon dazu eingestellt hat, nennt ihn „die intelligenteste Pflanze der Welt“. Er ist winterhart und immergrün. Er zählt 1.500 Ar­­ten, die verholzen, und er ist auf allen Konti­nenten mit Ausnahme Eu­ro­pas und der Ant­arktis beheimatet. Er ist eine tropische bis sub­tropische Pflanze, doch manche Art gedeiht im Himalaya oder den südamerikanischen Anden bis zur Schnee­grenze.


Die Zellen der Halme sind außerordentlich hart, und manche Arten können über 30 Meter hoch werden. Man kann Tee aus seinen Blät­tern, Garn aus seinen Fasern, sogar scharfe Messer aus seinen Spa­nen herstellen. In Chi­na, wo 500 Arten heimisch sind, ist er Sym­bol für langes Le­ben, in Indien steht er für Freund­­schaft, auf den Philippinen gilt er als Glücks­bringer für Land­wirte. Und auch in Deutsch­land wird das Wundergras immer beliebter. Nach den Gär­ten, wo seine Viel­sei­­tigkeit gut belegt und seine Schönheit sehr beliebt ist, wird er auch im Hausbau mehr und mehr zu einem Trend: Bambus.


Seine unverwechselbare Charakteristik und die natürlich-warmen, lebendigen Farben setzen neue Akzente im Innen­aus­bau. Der Baustoff ist extrem widerstandsfähig. Bam­busfasern haben hohe Elastizität und beinhalten einen großen Anteil an Silizium – was enorme Härte und Festigkeit verleiht. „In einem Drucktest an der TU Eindhoven in den Niederlanden bestand Bambus gegen Ziegel und Beton. Im Reißtest zeigte er die gleiche Festigkeit wie Baustahl. Diese Härte, verbunden mit Elastizität und Leichtigkeit bei na­­türlicher Anmutung, macht Bambus zu einem hochinteressanten Baustoff für den Innenausbau“, so Götz Schmitt, Geschäfts­führer von Ele­phant Bambusprodukte in Achim bei Bre­men.


Bambus werde im Innenausbau selbst höchs­ten Ansprüchen gerecht: ob im klassischen Design, geradlinig, traditionell oder modern minimalistisch. Umweltbewusste, schwärmt Götz Schmitt, begeistere zudem die Umwelt­freundlichkeit des nachwachsenden Roh­stoffes. „Auch da stellt das Wun­dergras alles in den Schatten. Die Biomasse der rasant wachsenden Bambus­wälder vergrößert sich jährlich um 30 Prozent, wäh­rend es europä­ische Laub­wälder nur auf 2 bis 3 Prozent brin­gen. Zudem produzieren Bam­busplantagen auf der gleichen Fläche unter- wie überirdisch weit mehr Sauerstoff als Laub- und Nadelwälder.“



Die Elephant Bambusprodukte für den In­nenausbau werden aus Plantagen-Hoch­landbambus hergestellt und schonend mit Naturölen veredelt. Die warme Tönung wird durch Dämpfungsprozesse ohne Zusatz von Chemikalien erreicht. Hochwertiger Hoch­landbambus quillt wegen der extrem dichten Zellstruktur des Grases zudem bei Feuchte kaum auf, noch bilden sich Spalten in trockener Luft. Deshalb, erklärt Herr Schmitt, der viele Wochen im Jahr dienstlich in den Anbauregionen weilt, könnten Bam­bus­plat­ten nicht nur feucht ge­wischt werden. Sie seien „auch für alle Nassbereiche geeignet.


Ob als Massivplatten, als Profile, als Paneele oder Sonder­anfertigungen – Bambus ist un­glaublich vielfältig einsetzbar. Er eignet sich hervorragend auch für Materialkom­bina­tionen, die für eine stim­mige Innenar­chi­tektur entscheidend sind. Edelstahlelemente, Granit oder Glas harmonieren mit Bambus in Ästhetik und Funk­tionalität. Im Doppel mit Granit im Bad, mit Edelstahl in der Küche oder mit Glas im Wintergarten sorgt er für ein exklusives Am­biente.“


Bambusplatten sind nach Erfahrung von Profi Schmitt leicht zu verlegen und einfach zu pflegen. Es gibt sie in unterschiedlichen Ausführungen und Größen. Die Anwend­möglichkeiten der zeitlos-eleganten Ele­phant-Elemente für den Innen­ausbau seien nahezu unbegrenzt, wie auch die Fotos veranschaulichen: als Boden­beläge, als Trep­pen, Wand- und Decken­ver­klei­dungen, in allen Innenräumen, auch im Bad­bereich, in Win­tergärten und auf Ter­rassen; für Büros und Verkaufsräume, für Yachten und Well­ness­anlagen, für Bars und Hotels.


Mit ihrer edlen Optik und unvergleichlichen Robustheit empfehlen sich Bambus­dielen auch für Bal­kone und Terrassen. Götz Schmitt: „Der natürliche Charme und die warmen Farben von Bambus machen aus jeder Terrasse einen Wohl­fühlort. Seine bautechnischen und ökologischen Eigenschaf­ten sind kaum zu übertreffen."



„Elephant Bambusdielen“ werden ebenfalls aus Plantagen-Hochlandbambus hergestellt und, wie für den Innenbereich, schonend mit Naturölen veredelt. Es werden ausschließlich natürliche Fer­tigungs- und Veredelungs­stoffe verwendet. Diese Bambusdielen be­sitzen in der Stan­dardversion auf der Vor­der- und der Rückseite un­terschiedliche Pro­file. Je nach Präferenz kann man ein schmaleres oder ein breiteres Profil als Oberfläche verwenden.


In der „Ex­klusiv“-Ver­sion ist die Bambusdiele glatt und mit einer Metallklammer zur unsichtbaren seitlichen Befestigung ausgestattet. „Bam­busdielen sind im Unterschied zu Holz­die­len extrem stabil, es findet keine Ver­drehen statt, versichert Götz Schmitt. Im Gegen­satz zu Tropenholzdielen werden bei ihnen auch keine rötlichen Inhalts­stoffe durch die Bewitterung ausgewaschen. Das erspart ein Nachstreichen der Haus­wand.“


Für das junge dänische Designbüro EGO ist Bambus „das faszinierendste und vielseitigs­te Material“. Darauf basierend, war es für EGO eine überzeugte Entscheidung, das Material für Produkte einzusetzen, die Funk­tionalität und Ästhetik gleichermaßen verlangen. „Wir haben ein klares Bekenntnis zur Natur und wollen nur erneuerbare Ressour­cen nutzen. Bambus ist großartig und lässt sich wunderbar in gutes Design integrieren – das ist unser Markenzeichen“, sagt Michael Bruun, Inhaber von EGO. Die Wärme rühre vom Pro­dukt, die Freude komme von der At­mo­sphäre, die es schafft.


Michael Bruun behauptet, EGO sei das erste Unternehmen gewesen, welches Bambus in einer neuen Variante verarbeitet und dem Material seine Ursprünglichkeit gelassen, es aber zu innovativer Qualität geführt habe. EGO präsentierte dem Markt ein pa­tentiertes Verfahren, in dem Bambus pulverisiert und zu außergewöhnlichen Objekten ge­formt wird. Gewicht und Ober­fläche er­scheinen dabei wie Porzellan, seien aber robust wie Marmor. Anders als herkömmliches Plastik, das mehr als zehn Jahre braucht, um sich aufzulösen, sei dieses Produkt biologisch abbaubar und schädige nicht die natürlichen Ressourcen. Offenbar doch ein Wundergras?


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