Boxspringbetten – halten sie, was der Trend verspricht?

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Boxspringbetten haben auf dem amerikanischen Kontinent und in Skandinavien eine lange Tradition, fristeten aber in unseren Breiten eher ein Schattendasein. Das ändert sich langsam, denn die komfortablen, großen Betten mit dem merkwürdigen Namen sind nun auch Trend in deutschen Schlafzimmern.

"Boxspring" heißt übersetzt so viel wie "Kiste mit Federn" und bezieht sich auf den Unterbau des Bettes, der aus einem stabilen Holzrahmen mit Federkern besteht. Schon rein optisch vermitteln Boxspringbetten einen luxuriösen und komfortablen ersten Eindruck. Die Betten sind in jeder Hinsicht größer und voluminöser als die klassische Konstruktion aus Bettgestell, Lattenrost und Matratze. Boxspringbetten sind breiter – und vor allem höher – als das handelsübliche europäische Bett. Die Einstiegshöhe liegt bei 60 bis 70 cm, was vor allem älteren Menschen die Benutzung erleichtert: "Man kommt dadurch leichter ins Bett und wieder heraus." erklärt die Trendexpertin des Verbandes der Deutschen Möbel-Industrie (VDM), Ursula Geismann. Einen genaueren Überblick über die verschiedenen Boxspringbett-Maße und Typen finden Sie hier.


Durchdachtes Konzept für angenehmen Schlaf

Auch wenn ein Boxspringbett auf den ersten Blick wie ein riesiger Stapel aus Matratzen aussieht, steckt dahinter ein ausgeklügeltes Konzept. Es gibt zwar einige abweichende Varianten im Aufbau, aber in der Regel bestehen Boxspringbetten aus drei Komponenten:

  • Dem namensgebenden "Boxspring", häufig auch nur kurz "Box" genannt: Es besteht aus einem stabilen Holzrahmen, der mit einem Federsystem gefüllt ist. Hier kommen entweder Bonell-Federn oder ein Taschenfederkern zum Einsatz. Anders als beim Lattenrost wird bei einem Boxspring die Last gleichmäßig auf die gesamte Fläche der Box verteilt, was die Matratze entlastet und für eine längere Lebensdauer sorgt.
  • Der Matratze: Hier kann prinzipiell jede Matratze verwendet werden, solange sie die gleichen Maße wie das Boxspring hat. Spezielle Boxspring-Matratzen sind nur in zwei Härtegraden erhältlich, was damit begründet wird, dass der endgültige Härtegrad durch die Kombination aus Matratze und Topper bestimmt wird.
  • Dem Topper: Die oberste Schicht eines Boxspringbettes bildet schließlich der Topper. Er besteht aus einer dünnen Matratze, die je nach Material und Beschaffenheit den Liegekomfort des Bettes abrundet.

Boxspringbetten wird häufig nachgesagt, dass sie zu weich sind. Das gilt aber hauptsächlich für die amerikanische Variante, bei der oft auf den Topper verzichtet wird. Skandinavische Boxspringbetten sind hier wesentlich vielseitiger und für alle, die gerne auf einer harten Unterlage schlafen, besser geeignet.


Boxspringbetten im Vergleich zum Bettgestell mit Lattenrost

Boxspringbett

  • Komfortable Höhe für bequemen Ein- und Ausstieg.
  • Gleichmäßige Entlastung der Matratze durch den gefederten Unterbau.
  • Regulierung des Härtegrades durch Kombination aus Matratze und Topping.
  • Gute Hygienische Eigenschaften. Der Aufbau des Bettes verhindert, dass Flüssigkeit in die Matratze eindringt und sich staut.

Klassisches Bett

  • Relativ niedrige Höhe.
  • Matratze wird punktuell belastet, was zu früherem Verschleiß führen kann.
  • Härtegrad wird durch Matratze und Lattenrost bestimmt, wobei Mehrzonen-Lattenroste eine ergonomische Feineinstellung ermöglichen.
  • Gute Durchlüftung durch die Lücken im Lattenrost.