Bad: Schräg gedacht

Badezimmer-Beispiel 3

Bäder unterm Satteldach haben eines gemeinsam - die einengende Schräge. Wie sich durch kluge Ideen und eine raffinierte Raumaufteilung der Nachteil in einen Vorteil verwandeln lässt, erklärt der Badplaner Peter Falk anhand von drei Entwürfen.

Das schmale, wunderbar weich ge­schwung­ene Aufsatzbecken aus weißer Keramik auf dem Wasch­tisch ist ein Hin­gu­cker, ebenso die schwenkbare Armatur darüber. Sie verleitet jeden, damit zu spielen, den Wasserstrahl durch das Becken zu lenken. Peter Falk weiß das. Es ist seine Absicht zu verblüffen und zu überraschen. „Wenn ich ein Bad entwerfe, dann muss es durch be­son­dere Dinge oder Lösungen auffallen, die sich vom alltäglichen Einerlei abheben. Durch etwas, das niemand anders bietet“, erklärt der 56-jährige Chef der Firma badgestalten aus Oldenburg und Mitglied des Profi-Netz­werks Aqua Cultura seine Ambitionen.

Sein Streben nach Exklusivität spiegelt sich denn auch in seinen Entwürfen wider, mit denen er sich als einer der besten deutschen Badplaner ausweist.


Nr 1: Bad zum Schlafzimmer


Beim ersten Beispiel war das alte Bade­zim­mer ein Schlauch: an einem Ende die Tür, am anderen eine eingelassene Wanne, die gleich­zeitig als Dusche diente. Der Hausherr wünschte sich ein modernes Bad mit einer edlen Ganz­glas­dusche. Peter Falk schlug vor, den Eingang radikal zu verlegen und den Raum zum Schlafzimmer hin zu öffnen. Dort, wo sich vorher der alte Wasch­tisch be­fand, kann der Hausherr heute sein Bad vom Schlaf­raum aus betreten. Auf diese Weise wurde es in zwei Bereiche gegliedert. Linker­ Hand befinden sich der Waschtisch und das WC, rechter Hand ist die Dusche platziert. Direkt unter der Schräge hat Peter Falk LED-Leuchten in den Boden integriert, die nun von unten die schräge Wand be­leuchten und ihr die Düsternis nehmen.


Sind Dachfenster alt, rät er sie durch neue, größere Fenster zu er­setzen, die möglichst bis zum Drempel reichen. Je mehr Licht unterm Dach, um­so leichter und luftiger fühlt sich der Raum an. Und nicht nur das: Eine Wanne unterm Dachfens­ter mit Blick auf die Sterne verspricht genuss-volle Mo­men­te, die ein normales Bad nicht zu bieten hat.


Doch es sind nicht nur architektonische Details, die zur Wohlfühlatmosphäre eines Bades beitragen, sondern auch technische. In dem vorgestellten Bad findet sich direkt neben dem WC ein Schalter. Er setzt einen Luftabzug in Gang, der unangenehme Ge­rüche umgehend ins Freie transportiert. Im Fußboden und sogar unter der Dusch­platte wurde eine Heizung verlegt. Auf diese Weise verdunstet das Wasser nach dem Duschen schneller, an den Fenstern im etwas kühleren Schlafzimmer schlägt sich kein Wasser­dampf nieder.


Nr. 2: Mehr Platz und Komfort


Beim zweiten Beispiel, einem Projekt, an dem er gerade arbeitet, wünschten sich die Haus­herren ein schöneres Ambiente, mehr Kom­fort und vor allem ein angenehmeres Raum­gefühl. Das alte Bad war vollständig mit mar­morierten Fliesen ver­kleidet, die Wan­ne klein und unbequem. Die Du­sche hinter einer Trocken­bauwand ließ den Raum sehr eng wir­ken. Peter Falk wählte als Herzstück eine größere, schräge Wanne aus. Statt der Tro­cken­bau­wand als Dusch­ab­trennung plant er eine glä­serne Abtrennung. Der Vor­teil: Man hat die gesamte Breite des Bades im Blick, das Bad erscheint einfach größer.



Optisch an Weite gewinnt der Raum auch durch die großformatigen Flie­sen (50 mal 50 Zentimeter) aus dem schwar­­zen Granit Nero assoluto. „Für die Wände verwende ich gern Fliesen im Format 1 Meter mal 33 Zentime­ter, die ich mit einer Mini­malfuge von 1 Mil­li­meter verlegen lasse. Das Fugenbild betont die Horizontale und sieht sehr elegant aus.“ Weil gestrichene Wä­nde wohnlicher anmuten, setzt er in dem neuen Bad, wie in den meis­ten seiner Entwürfe, Wand­­fliesen nur dort ein, wo sie nötig sind.


In dem aktuellen Projekt lässt er die Innen­seiten der Dusche mit weißen Fliesen verkleiden, ebenso das Wand­element hinter der Toilette. Alle anderen Flächen werden weiß oder cremegelb gestrichen, auch die Ein­fassung der Badewanne. Einen schönen Kon­trast dazu setzt das rote Glasmosaik in den Nischen für Shampoo und Seife in der Du­sche, an der Badewanne und bei der Ablage hinter der Toilette.


Nr. 3: Bad mit Wellnessbereich


Ausgangspunkt für die Gestaltung des dritten Dachgeschossbades war der Wunsch nach einem Wellnessbereich mit Sauna. „Da das alte Bad klein und der Kniestock niedrig war, musste Platz dazugewonnen werden.“ Peter Falk schlug vor, das Bad um das ehema­lige Kinder­zimmer zu erweitern. Der alte Zugang vom Flur aus wur­de ge­schlos­sen und die Trennwand zum Kin­der­zimmer um die Breite eines Durch­gangs geöffnet. Durch die Veränderung des Grund­risses bot sich die Möglich­keit, im Bad alle Sanitär-Objekte neu zu gruppieren und so­gar Stauraum zu gewinnen. Dort, wo die Tür war, steht jetzt ein großer Einbauschrank mit weißer Lackfront. Dane­ben schließt sich die Ganzglasdusche an. Die Toilette fand ausreichend Platz an der Gie­bel­wand. Der Wasch­tisch mit Granitein­lage wurde auf Maß für den Raum zwischen Schräge und Durchgang zum Well­ness­be­reich angefertigt. Dass eine Ecke des Spiegels überm Wasch­tisch genau die Schräge be­rührt, ist eines der vielen vom Profi ersonnenen Details.


Der Wellnessbereich nimmt den Raum des ehemaligen Kinderzimmers ein. Aus­ge­stattet mit Sauna, Sofa, Fernseher und Musikanlage, bietet er alles, was die Hausherren zum Ent­spannen wünschten. Auffällig unauffällig wurde die Sauna durch eine Trocken­bau­wand vom übrigen Raum abgetrennt und zerstört daher nicht als rustikaler Fremd­kör­per das durchweg weiße, lichte Am­biente. Seine helle und moderne Ausstrahlung ge­winnt das Bad auch durch das Farb­kon­zept, das sich auf die Töne Weiß, Schwarz und Grau beschränkt. Der Fußboden ist mit Plat­ten aus weiß-grau-schwarz gesprenkeltem Granit belegt, die Wände wurden konsequent weiß gefliest oder gestrichen. Kon­trast­punk­te im hellen Umfeld setzen schwar­ze Objekte, wie das Sofa, eine Vase auf dem Sideboard in der Ecke, die Handtücher.


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