John Lennon - Messias des Lebens und der Friedenslust
Er war der oberste Beatle, exzessiver Privatier und musikalisch predigender Klassiker der Lebens- und Friedenslust....

Welcher Song fällt Ihnen sofort ein bei: John Lennon?
Pancho Ballweg: „Imagine“ von 1971. Unserer Meinung nach der Höhepunkt seines künstlerischen Schaffens. Dieser Song umfasst seine ganze innere Haltung und den Kern seiner Botschaft: Wir erschaffen unsere Welt selbst mit unserer Vorstellungskraft. Wir können in Frieden leben, wenn wir beginnen, es uns einfach vorzustellen.
Warum ist Ihr Entwurf für John Lennon UND Yoko Ono?
Katrin Hupe: Yoko Ono war sehr bedeutsam für John Lennon. Mit der Avantgarde-Künstlerin begann er ein ganz neues Leben. Er wandte dem Kommerz den Rücken zu, verließ die Beatles und lebte Liebe und Kunst. Und eben auch die gesellschaftskritische Stellungnahme in der Öffentlichkeit gemeinsam mit dieser Frau.
Dann hat Ihr Bad für ihn auch eine politische Dimension?
Pancho Ballweg: Es ist nicht einfach nur ein Bad, sondern eine Plattform für den Frieden. „Imagine Peace“. Es gibt eine große Fläche für Projektionen aller Art wie die zu diesem Badkonzept gehörende Website www.bath-in.de – sie ermöglicht weltweit virtuellen Zutritt: Jeder, der mag, kann sozusagen „mitbaden“ beim „Bath-in“ für den Frieden.
Katrin Hupe: Auf die Idee kamen wir durch die „Bed-in“-Aktion von John und Yoko auf ihrer Hochzeitsreise 1969. Zehn Tage vor aller Augen im Bett, Journalisten empfangen und für den Frieden sprechen: „The war is over. If you want it“ – „Der Krieg ist aus. Wenn du es willst“.
Warum steht die Wanne genau in der Mitte des Raumes?
Katrin Hupe: Die Mitte ist der harmonischste Platz in einem Raum, überhaupt im Leben. Im „Bath-in“ könnten John Lennon und Yoko Ono in der Wanne liegend Journalisten empfangen.
Was bedeuten die bunten Buttons auf der Bath-in-Website?
Pancho Ballweg: Sie sollen Ruhe und Frieden ausstrahlen. Form und Farbe sind an die Pop-Art und die 70er-Jahre angelehnt. Wenn diese Buttons im Internet mit der Maus berührt werden, erklingt jeweils eine Note aus „Imagine“. Im Hintergrund Vogelgezwitscher.
Hat Ihr Bad weder Wände noch Decken damit man die Vögel besser zwitschern hört?
Katrin Hupe: Für uns gleichen John Lennon und Yoko Ono einem paradiesischen Paar, Adam und Eva, Yin und Yang, wie eins zusammengehörend. Eigentlich wäre eine Quelle, eine Lagune in der Natur der passende Badeort für die beiden gewesen. Doch wir wollten ja etwas entwerfen, daher haben wir uns für einen offenen Raum entschieden: einen Raum, in dem Tiere und Menschen ein- und ausgehen können. Im Songtext von „Imagine“ heißt es: „... Above us only sky“ – „...Über uns nur der Himmel“! Das haben wir realisiert: Von unserem Bad aus darf der Blick frei in den Himmel schweifen!
KATRIN HUPE (geb. 1966), Fotografin und Texterin, führt mit PANCHO BALLWEG (geb. 1961), Designer und Dozent für visuelle Gestaltung, seit 2005 in München das Studio BHP Design mit den Schwerpunkten Corporate Design, Internet, Austellungsge- staltung und Fotografie.