Allergikerfreundlich wohnen

Allergische Reaktionen äußern sich oft durch Niesen und Schnupfen (Foto: © iStock.com/Jason_V)

Heutzutage leidet fast jeder an irgendeiner Allergie. Heuschnupfen, Neurodermitis, Atemnot und im schlimmsten Fall Asthma sind für viele Menschen Alltag.

Die Ursache liegt bei ungebetenen Gästen wie Hausstaubmilben, Schimmelpilz oder Pollen in der Wohnung. Dagegen kann man aber etwas tun und die Auswirkungen der Allergien deutlich eindämmen!


Notfall-Hilfsmittel


Hört das Niesen nicht mehr auf, tränen die Augen, kriegt man schwer Luft oder läuft die Nase, so ist die allergische Reaktion schon in vollem Gange. Für Notfälle sollte man daher immer Augentropfen, Nasensprays, Inhalatoren oder auch Antihistamin-Tabletten dabei haben und sich bestenfalls für zuhause einen Vorrat der Medikamente bestellen.


Hausstauballergie


Kaum hat man die grauen Flocken weggewischt, so entstehen bereits neue. Staub ist der beste Wohnraum für die sogenannten Hausstaubmilben, die sich überall wohl fühlen, wo es warm und feucht ist. Sie bevorzugen Temperaturen um die 25 Grad und eine Luftfeuchtigkeit von 70 Prozent. Kein Wunder, dass sie vor allem im Schlafzimmer paradiesische Bedingungen vorfinden. Bis zu 10.000 Milben pro Gramm Staub leben in Kopfkissen, Bettdecken und Matratzen. Sie ernähren sich von abgestoßenen Hautschuppen. Dagegen hilft natürlich Sauberkeit. Möbelstücke reinigt man am besten mit speziellen Anti-Staubtüchern. Die bequemste Methode ist wahrscheinlich Staubsaugen, wobei sich hier die Installation eines Zentralstaubsaugers lohnt, bei dem die Abluft nach draußen geleitet wird und so kein Staub aufgewirbelt wird. Dies empfiehlt sich vor allem bei Neubauten oder im Rahmen einer geplanten Haussanierung. Wichtig ist außerdem eine antibakterielle Beschichtung im Inneren des Staubsaugerbeutels, da dies die Schimmel-, Milben und Bakterienvermehrung verhindert. Beim Entleeren und Wechseln des Beutels, wird aber leider besonders viel Staub aufgewirbelt. Ein Staubsauger mit Wasserfilter kann Abhilfe schaffen. Dort wird die angesaugte Luft in ein Wasserbad geleitet und dabei von Staubpartikeln gereinigt. Die Partikel werden im Wasser gebunden und anschließend mit dem Schmutzwasser entsorgt. Weitere Tipps gegen Hausstaubmilben:


  • Keine Staubfänger (Plüschmöbel, Vorhänge, Teppiche) in Schlafräumen halten
  • Regelmäßig lüften und so für trockene, kühle Luft sorgen
  • Tageskleidung möglichst nicht im Schlafzimmer ausziehen
  • Bettwäsche regelmäßig bei 60 Grad waschen

Schimmelpilz-Allergie


Schimmelpilze wachsen, ähnlich wie Hausstaubmilben, bevorzugt an feuchten Orten. Deshalb sind feuchte Wände (auch hinter Tapeten, Holz und Kacheln), Klimaanlagen, Matratzen, Polstermöbel, Zimmerpflanzen und Luftbefeuchter typische Schimmelpilzquellen. In Räumen, die schlecht gelüftet sind oder die eine höhere Luftfeuchtigkeit haben, z.B. Bad und Küche, herrscht ein erhöhtes Schimmelpilzrisiko. Einige Pilze können an Wänden bis zu 20 Millionen Sporen pro Minuten bilden. Allergisch reagiert man allerdings nicht auf die Pilze selbst, sondern auf ihre Sporen, die man einatmet. Das hilft gegen Schimmelpilz:


  • Gute Durchlüftung in der Wohnung (vier Mal am Tag für 15 Minuten)
  • Zu hohe Luftfeuchtigkeit in der Wohnung vermeiden, Luftbefeuchter sind tabu!
  • Küchenabfälle sofort beseitigen
  • Schnell verderbliche Nahrungsmittel im Kühlschrank lagern
  • Auf Zimmerpflanzen im Schlafzimmer verzichten