Philip Roth: Jedermann
Der Tod, der trostlose
Thomas Wolfe, Schau heimwärts, Engel Manesse Verlag, 29,90 Euro. Das Elend des Aufstiegs Atemlos, ruhelos, gnadenlos – der junge Eugene hetzt bis zur Erschöpfung dem besseren Leben entgegen. Mit einem unberechenbar aggressiven Alkoholiker als Vater, einer Krämerseele von Mutter, etlichen Geschwistern versucht jeder aus der Sippe im Strampeln ums Überleben, buchstäblich um allen Preis sein Glück im brutal aufplatzenden Amerika zu Beginn des 19. Jahrhunderts zu machen. Famlienroman, Sittenbild, demaskierendes Gesellschaftsgemälde – der ganz große Wurf eines erst 31-jährigen (!) Ausnahmetalents aus Asheville, North Carolina.
Fast 80 Jahre nach dem Erscheinen des auf sensationelle Art brandaktuellen Romans nun eine Neuübersetzung aus Zürich – dankbar als (Wieder-)Entdeckung eines herausragenden Schreibtalents aufgenommen. Man versteht, weshalb Größen wie Faulkner, Roth, Sinclair so fasziniert waren von Thomas Wolfes ungebärdigem Wortstakkato.