Evita Peron - Vom Spatz zum Kondor
Evita, vergöttert im Leben, vergöttert im Tod. Eine Verführerin und eine mit klarer, rascher Logik begabte...

Es gibt eine Selbstsicherheit, die verstört und Distanz schafft. Die Souveränität des Schauspielers Sean Connery dagegen hat etwas Einnehmendes, sie vermeidet auf sehr natürliche, fast elegante Weise Selbstgefälligkeit. Als er nach der legendären, langen Bond-Karriere doch noch einmal zurückkehrte in diese Rolle, in „Sag niemals nie“, steigerte sich dieses Comeback, vor dem viele gewarnt hatten, zu einem der bezwingendsten, mit den Halbtönen der Ironie jonglierenden Auftritte des Schauspielers.
Von Eitelkeit offenbar kaum angekränkelt, ließ er sich nicht verführen, die alte Eleganz einfach aufzupolieren. Im Gegenteil, er ächzte durch die Rolle, dass es eine Lust war, und nebenbei machte er gleich noch den technisch aufwendigen Firlefanz der Bond-Filme lächerlich. Eine großartige Wunderpatrone, die es ihm angetan hatte, stellte sich als Mentholstift gegen Stirnhöhlenvereiterung heraus. Selbst dort, wo dieser vom Altenteil herüberzitierte Bond sich der Angriffe fern- gesteuerter Haifische erwehren musste, wo er wie in alten Zeiten mit dem Motorrad durch die Lüfte sauste oder einen Killerfüller mit Spätzündung in Anschlag brachte – er machte eher eine gequälte Agentenfigur, die sich, wenn man sie losschickte, halt in ihr Los schickte.
Lieber ließ er sich pflegen, als dass er sich plagte. Ein ergeben alternder Supermann trat an, die Welt zu retten, weise geworden im Charme wie in der Verhältnis- mäßigkeit seiner Mittel. Und deshalb mag er von seinen vielen Bond-„Gespielinnen“ bis heute Ursula Andress am liebsten: Sie habe das, was er an Frauen schätzt – mit einem ungeheuren Charme und einem faszinierenden Selbstbewusstsein älter zu werden.
Der Vater war Lastwagenfahrer, die Mutter Putzfrau. Mit 8 Jahren muss der Sohn seinen Lebensunterhalt als Milchmann verdienen; mit 13 Jahren verlässt er die Schule. Bis er rund 10 Jahre später seine erste Filmrolle bekommt, hat er sich in vielen Berufen versucht. Er arbeitet als Maurer und Rausschmeißer, poliert Särge und führt Badehosen vor. Seine imposante Gestalt, die er durch Sport geschliffen hat, verschafft ihm Anfang der 50er-Jahre den Eintritt in die Theaterwelt. 1962 dann die Rolle seines Lebens: als Agent Ihrer britischen Majestät, im ersten James-Bond-Film „Dr. No“. Über 400 Millionen Menschen sehen seine Bond-Filme.