Das Haus aus dem 3D-Drucker

Das erste Haus aus einem 3D-Drucker soll Ende 2014 fertiggestellt werden. Es sieht aus wie ein Möbiusband.

Kann man wirklich Häuser drucken? Ein niederländisches Architekturbüro will jetzt ein komplettes Gebäude mit einem 3D-Drucker erstellen...

Noch vor einigen Jahren konnte sich kaum jemand vorstellen, dass man dreidimensionale Gegenstände ausdrucken und sie dann sinnvoll nutzen kann. Doch heute spricht sogar der amerikanische Präsident von einer neuen, technischen Revolution, die wir in naher Zukunft erleben werden. Barack Obama erklärte bei einer Rede zur Lage der Nation: Der 3D-Druck habe das Potenzial, die „Art und Weise, wie wir fast alles machen, zu revolutionieren“, so der US-Präsident. Inzwischen werden Nudeln, Kleidung, Schmuck, Zahnspangen, und künstliche Organe sowie Bauteile im industriellen Maßstab damit produziert.


Revolution oder Hype?

Aber dass man jetzt sogar ein ganzes Haus aus dem Drucker herstellen kann, klingt doch noch immer nach Science Fiction. Aber genau das will der niederländische Architekt Janjaap Ruijssenaars vom Universe Architecture mit seinem „Landscape House“ verwirklichen. Der Niederländer betritt mit seinem Vorhaben absolutes Neuland. Denn bisher gibt es keine derart großen, in 3D gedruckten Strukturen. Zudem hat er für das Gebäude eine sehr ungewöhnliche Form vorgesehen. Als Vorlage dient dem Architekten das Möbiusband – eine verdrehte, scheinbar endlose Schleife.

Dieses gedruckte Haus soll an der irischen Küste entstehen und sich dort natürlich in die Landschaft einbinden. Ein aufregender Plan. Um dieses ungewöhnliche Haus auf diese Weise überhaupt herstellen zu können, hat Ruijssenaars den italienischen Forscher und Erfinder Enrico Dini um Hilfe gebeten. Er ist der einzige, der gegenwärtig über den notwendigen Riesendrucker verfügt. Und auch der kann das Landscape House nicht in einem Stück produzieren. Aber der 3D-Drucker namens D-Shape kann immerhin Teilstücke von bis zu 6 x 9 Metern herstellen. Aus solchen Einzelstücken soll das Haus dann nach und nach vor Ort zusammengesetzt werden. Allerdings kann Dini nur die Form des Gebäudes mit seinem D-Shape herstellen. Diese Kontur, so erklärte er, müsse dann mit Glasfaserbeton ausgegossen werden, um so die benötigte Stabilität zu erreichen. Das Team will noch in diesem Jahr beginnen. Die Bauzeit soll ungefähr 18 Monaten betragen.


Ein Traum für jeden Bastler

Gegenstände dreidimensional auszudrucken war bisher eher etwas für Bastler und Profis. Doch auf der diesjährigen Consumer Electronic Show (CES) in Las Vegas setzen die Hersteller zum Sprung in den Massenmarkt an. So wurden auf der CES zum ersten Mal Geräte präsentiert, die auch für private Nutzer erschwinglich sind. Das New Yorker Unternehmen Makerbot hat mit einem seiner neuen Modelle das bisherige Preisniveau bereits erheblich gedrückt. Der „Replicator Mini“ soll für 1.375 Dollar (rund 1.000 Euro) verkauft werden. „Das ist unser Endverbraucher-Drucker“, erklärte Bre Pettis, Mitgründer und Vorstandsvorsitzender von Makerbot, dessen Vision ganz unbescheiden klingt: „Unser Ziel ist es, die nächste industrielle Revolution vorzubereiten!“


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("Mein schönes zuhause März/April 2014")


Torsten Könekamp

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