Evita Peron - Vom Spatz zum Kondor
Evita, vergöttert im Leben, vergöttert im Tod. Eine Verführerin und eine mit klarer, rascher Logik begabte...
Männer konnten ihr nichts vormachen. Die erste große Liebe, ein Schlossherr, sehr gebildet, Polo-Champion, ermöglichte
Coco Chanel Einblicke in die Welt des Luxus. Dank ihrer Herkunft (in ärmlichste Verhältnisse geboren, im katholischen Waisenhaus aufgewachsen) blieb sie mit beiden Beinen auf dem Boden. Um nicht gänzlich den Kopf zu verlieren, kreierte sie Hüte.
In Deauville eröffnete sie 1913 ihre erste Boutique. Zu den Hüten kam sportliche Strandkleidung. „Ich habe die Sportkleidung für mich erfunden; nicht etwa, weil die Frauen Sport trieben.“ Ihr Leben lang war Coco Chanel ihr erster Adressat und bestes Aushängeschild. Ihre Jugendjahre im Kloster prägten wohl jenen Stil, der später als „Luxus der Einfachheit“ Furore machen sollte.
Im Sommer 1915 eröffnete sie in Biarritz das erste Couture-Haus. Und leitete eine Revolution der Kleidersitten ein, vergleichbar mit der des Kubismus in den bildenden Künsten. Klarheit und Freiheit war ihr Credo. Adieu Korsett, Wespentaille, Rüschen ...
Eine neue, aktive Frau war geboren. Nach dem Krieg begann Frau Auto zu fahren, Bus und Metro zu nehmen. Sie tat dies in schlichten, pflegeleichten Jerseykleidern – Chanel kleidete sie ihren Bedürfnissen entsprechend ein. „Eine Frau, die sich nicht parfümiert, hat keine Zukunft“, schrieb der Essayist Paul Valery. Cocos Zukunft begann mit den 20er-Jahren, zu deren Auftakt sie das berühmte Parfüm „No 5“ lancierte. Dieser Duft ließ das Jahrhundert besser riechen, als es war. Das erste Parfüm, das nicht an einer Blume orientiert war.
Von ihren Kleidern wurde vor allem das kleine Schwarze legendär. Funktional, modern und schwarz wie Henry Fords legendäres Auto „Model T“. Ein üppiger byzanthinischer Modeschmuck war ihr lieber als der Gegenwert einer Aussteuer am Hals. (Der ließ sie nur an Falten und Alter denken.)
Ihr Salon im „Ritz“ war ein illustratives Beispiel für die Chanel-Philosophie von geschmackvoller Opulenz („Rococo Chanel“), ihr weiß lackiertes Schlaf- und Sterbezimmer das Gegenexempel stilvoller Kargheit. Was Chanel anbot, gewann Reiz und Linie aus der Funktion: Kleider hatten plötzlich einen Charme, der von Arbeitsanzügen kam, von männlichen Reithosen, Uniformen. Die Folge sehr privater Neugier; sie hatte stets in den Schränken ihrer Liebhaber gestöbert. Ein Jersey-Kostüm mit dem programmatischen Titel „No 5“ eröffnete 1954 ihre erste Nachkriegskollektion. Amerikanische Frauen verstanden die Prophetin sofort. Mit dem unverkennbaren Vier-Taschen-Kostüm gelang ihr in Übersee 1956 ein ähnlicher Erfolg wie mit dem kleinen Schwarzen drei Jahrzehnte zuvor. Jackie Kennedy trug an jenem möderischen Tag in Dallas Chanel ...
Noch 17 Jahre schneiderte Coco weiter am Stoff, aus dem die Legenden sind. Sie schrieb sich ihr Leben auf den Leib, wie sie ihre Modelle in erster Linie für sich selbst schuf. Durch drei Talente war sie dem Elend entkommen: den Forminstinkt einer genialen Schneiderin, deren Größe im Weglassen lag; der Frechheit, mit der sie Material verwendete – und ihren ausgepägten Geschäftssinn. Ein Talent hatte sie nicht und litt darunter: geheiratet zu werden.