Wurzeln schlagen

Modernes Einfamilienhaus mit Pultdach von SchwörerHaus

Die Doppelhaushälfte von Elisabeth Lüders und Bernhard Poxleitner zeigt selbst solo Wirkung. Stilsichere Details geben dem Zuhause der im offenen Wohnen Geüb­ten eine persönliche Prägung.

Kusterdingen, eine attraktive, aufgeweck­te Gemeinde zwischen Reutlingen und Tübingen, ist eine gute Wohnadresse. Der Heimatort von Elisabeth Lüders und die Zwei-­Zimmer-­Eigentumswohnung – Dachgeschoss, großzügig, hell, offen, mit schönem Balkonblick in die Umgebung –, wurden denn auch zur neuen Bleibe ihres Partners Bernhard Poxleitner. Trotz aller Zufriedenheit spürten die beiden im Lau­fe der Zeit allerdings, dass sie noch nicht dort angekommen waren, wo sie wirklich bleiben wollten.


Die Antwort: Ein Haus muss gebaut werden


Der unterschwellige Wunsch, einmal nach eigenen Bedürfnissen zu bauen, wurde beflügelt durch die Lektüre von Wohnzeitschriften, wobei sich Elisabeth Lüders regelmäßig an Schwörer­-Hausentwürfen festguckte. Kein Wunder, schließlich stammt das Bauunternehmen aus der Region, eine Kollegin wohnte bereits seit 16 Jahren überaus gern in ihrem Schwö­rer­-Haus, außerdem waren dem Paar na­türlich die Musterhausausstellungen am Firmenstandort in Oberstetten und im nahen Fellbach bestens bekannt.


Die Krei­se, die beide um den Hausanbieter zogen, wurden immer enger. Fehlte nur noch ein Bauplatz in der Region – wegzuziehen war kein Thema. Welch ein Glück also, als sich in Kusterdingen ein neues Baugebiet auftat und das Paar den Zuschlag für ein Doppelhausgrundstück erhielt. Das klei­ne Areal würde die Gestaltungsfreiheiten nicht einschränken, dafür mehr Geld für die Ausstattung des Hauses drüber lassen und perspektivisch weniger Gartenpflege bedeuten.


Die Entscheidung war zu dem Zeitpunkt längst gefallen. Elisabeth Lüders: „Man kauft ja auch beim Metzger im Ort, weil man weiß, was man an ihm hat!“ Mit dem freien Architeken Hansi Boss, en détail vertraut mit der Bauweise von Schwö­rer, waren die Bauherren sofort auf einer Wellenlänge und sich mit ihm einig, nichts übers Knie brechen zu wollen. Die Entwurfsphase dauerte ein ganzes Jahr, rundete sich aber zu einem deutlichen, überzeugenden Ergebnis.



Vertraut, aber anders


Wie zuvor in seiner Dachgeschossgewohnung genießt das Paar auch weiterhin die helle und freundliche Atmosphäre offenen Wohnens, aber nicht grenzenlos. Die Privatsphä­re bleibt geschützt, das Gemüt darf sich bei Bedarf eine Auszeit nehmen. Bereits der überdachte, freisitzartige Eingangsbereich hat entsprechendes Potenzial. Er wartet einla­dend mit einem Tisch und Stühlen auf. Hinter der Haustür betritt man einen großzü­ gigen Windfang, der neben der Garderobe auch das Gäste-­WC und den Kellerabgang erschließt. Wer hier hereinkommt, hat Zeit zum Ankommen, bevor sich eine Schiebetür zum Wohnbereich öffnet.


Raumhohe Fensterelemente, weitere große Schiebetüren zum Garten und eine offene Grundrissgestaltung bis ins Dachgeschoss hinein lassen durchat­men. Wandabschnitte mit Raumteilerfunktion verhindern, dass sich das Paar in der Wei­te verliert. Sie gliedern die Bereiche in Wohnen, Essen und Küche. Auch der Blick nach oben, auf die Galerie, wird über diese Wandabschnitte geführt und strukturiert. Das angenehme Gefühl in sich geschlossener Räume wird klug kombiniert mit der Durch­gängigkeit ins obere Stockwerk.


Dort ist der vordere Teil der Galerie der neue Lieblingsplatz der Hausherren: Hörverbin­dung nach unten, aber hinter der Wandscheibe ausreichend Ruhe, eigenen Gedanken nachzuhängen oder auf dem direkt anschließenden Balkon zu entspannen. Der rück­wärtige Teil erschließt die Privaträume mit Schlafzimmer, Ankleide, Bad und Arbeits­zimmer. Die Einrichtung aller Räume strahlt Ruhe aus, die Ausstattung zeugt von Stil.


Auch das Gebäude spiegelt den Wunsch nach moderner Architektur, nach klaren For­men und Linien wider. Der Baukörper ist zweigeteilt. Das spätere Mittelstück – hier wird die zweite Doppelhaushälfte angrenzen – bedeckt ein Flachdach und wirkt wie eine Fuge zum Nachbarn. Der zweite Teil des Baukörpers wurde mit einem vom Bebauungsplan geforderten Pultdach bestückt.


Rundum lockern Terrassen und Sitzplätze das Areal auf. Eine der Terrassen erstreckt sich unüblicherweise zur Straßenseite hin. Eine Idee des Architekten, der hier die Westsonne einfangen wollte. Entgegen ihren Vorbehalten wird sie von Elisabeth Lüders und Bernhard Poxleitner äußerst gerne ge­nutzt. Wie auch der wunderschöne Garten, den eine Gartenarchitektin nach allen Re­geln der Kunst gestaltet hat.


Auf frische Luft müssen Elisabeth Lüders und Bernhard Poxleitner auch im Haus nie mehr verzichten. Die spezifische Technik von Schwörer mit Wärmerückgewinnung und Frischluftheizung sorgt für ein gesundes Raumklima, ganz ohne Lüften und ohne Heizkörper. An diesen Wohnkomfort haben sich die Hausherren schnell und gerne gewöhnt. Aufgrund der guten Dämmung bewegen sich die Nebenkosten in einem bislang unge­kannt niedrigen Bereich. Auch diese Erfahrung passt zu dem, was Elisabeth Lüders und Bernhard Poxleitner von ihrem Baupartner erwartet haben. Und was ihnen jeden Tag aufs Neue das schöne Gefühl gibt: Wir sind angekommen.


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