Am Steilhang gebaut: Ganz schön schräg
Ein Steilhang, ein Fluss und ein alter Eiskeller als Fundament für ein modernes Zuhause. Die Lage ist traumhaft –...

Wolf-Haus liebt Holzhäuser. Seit über 100 Jahren steckt das Familienunternehmen seinen Ehrgeiz, sein Pflichtgefühl und seine Kompetenz in ökologisch sinnvolle Bauten aus Holz. Planer Patrick Weber liebt auch Holzhäuser, so dass Patrick Weber und Wolf-Haus zusammenpassen. Patrick Weber entwirft modern-alpenländische Häuser, bei denen die Holzkonstruktion sichtbar bleibt, ohne das gewollt puristische Erscheinungsbild zu sehr „aufzuweichen“.
Mittlerweile hat der Österreicher 15 exklusive Projekte für das in Niederbayern ansässige Unternehmen geplant und realisiert. Darunter sein eigenes Haus. „Gute Architektur definiert sich eh nicht über die Bauweise, sondern über die funktionelle und formale Umsetzung der Aufgabe“, argumentiert der Fachmann. „Es entsprach schon dem Fortschrittsdenken großer Bauhaus-Architekten, vorgefertigte Teile zu verwenden. Sie sehen: Guter Architektur steht auch im Fertigteilbau nichts im Wege.“
Dass Patrick Weber auf die Bauhaus-Tradition anspielt, kommt nicht von ungefähr. Seinen Entwürfen ist das gestalterische Erbe anzusehen: Klare Linien, eine auffallende Unkonvention, ein Hang zum Purismus und eine lichte Helle, die von großen Glasflächen herrührt, sind mittlerweile Markenzeichen seiner Häuser. Webers Wolf-Privat-Domizil wurde gar mit dem „Deutschen Fertighauspreis 2007“ ausgezeichnet.
Doch Vorsicht, Handschrift leichtfertig mit Standard gleichzusetzen. „Ich entwickle mit jedem Bauherren ein ganz individuelles Raumprogramm. In dem stecken alle Allagsvorlieben und Lebensansichten der künftigen Bewohner“, so Patrick Weber.
Vor den Entwurf haben die Götter die gründliche Analyse gesetzt. Über Stil, Geschmack, Hobbys, Erwartungen, Zukunftspläne muss er ebenso Bescheid wissen wie über Lage und Art des Grundstückes oder die Landschaft, in der das Haus eine gute Figur machen soll. Diese Tiefenprüfung findet im besten Fall als spannender, leidenschaftlicher Dialog zwischen Auftraggeber und Gestalter statt und das Ergebnis ist die ideale Mischung beider Ansichten. Wände können weitaus mehr als Räume trennen. „Sie sind eines der wichtigsten Möbelstücke. Auf Wände zu verzichten und offene Räume zu gestalten, geht auch immer einher mit einem Möblierungsvorschlag.“
Bauherren tun gut daran, sich auf die Einrichtungsideen des Architekten einzulassen. Wenn Sichtachsen und Blickwinkel professionell durchdacht sind, machen sich manche Wände völlig überflüssig. Oder im umgekehrten Fall sehr nützlich. In einem offenen Wohnraum beispielsweise kann es sinnvoll sein, den Wohnbereich vom Essbereich mit raumhohen Schiebeelementen zu trennen. Gerade bei so sensiblen Räumen wie dem Schlaf- und Badezimmer hält er es für angeraten, dass die Hausherren tief in sich hineinhorchen. Und nicht nur etwas schick finden.
„Ansonsten kann es hier sehr schnell zu unangenehmen Überraschungen kommen“, meint Patrick Weber, der die Öffnung dieser intimen Bereiche auch zukünftig eher als Ausnahme denn als Regelfall sieht. „Ich denke, der wohnliche Mehrwert des Obergeschosses wird eher in einer großzügigen Galerie bestehen. Hier gäbe es Platz für einen Entspannungsbereich, einen Lern- oder Leserraum“, so seine Prognose.
Die großen Glasflächen der Weber-Wolfschen-Häuser sind ebenfalls kein Trend mit geringem Verfallsdatum, sondern Überzeugungstat. Sein eigener Traum von freiem Wohnen bringt es allein um den Essbereich auf 50 Quadratmeter Glasfläche, die sich bis hoch zur Sichtbalkendecke in 6,50 Meter Höhe ausdehnt. „Sicher, es gibt Alternativen zu Glasfronten, wenn viel Licht ins Haus soll. Oberlichter, Innenhöfe oder einfach ein paar Fenster mehr. Aber eine gut geplante Glasfront wird man nur schwer ersetzen können.“
Dabei ist Glas in solcher Dimension ein sensibles Thema. Das den Architekten zwingt, schlichtweg an alles zu denken. Lage, Ausrichtung und Umgebung des Hauses, Sichtschutz, Wärmegewinne und -verluste, Beschattung, Reinigung.
Am Ende jedes Projekts schlägt für Patrick Weber die Stunde der Wahrheit: Wurde der Kostenrahmen der Entwurfsarbeit eingehalten und sind die frisch gebackenen Hausherren glücklich in ihrem neuen Heim? Nur das zählt. Er baut kein Haus, um seinem Ego als Architekt zu schmeicheln: „Wenn ich Kunden nach dem Einzug besuche und spüre, sie fühlen sich wohl in ihrem Zuhause, bin ich stolz darauf, dass wir einen Beitrag leisten durften.“ Patrick Weber hat bei einer Vielzahl von Entwürfen bewiesen, wie gut er im Bunde mit Wolf-Haus Idealvorstellungen verwirklichen kann. Das Team Weber-Wolf-Haus ist offenbar ein Dream-Team.
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