Größere Fenster braucht das Haus
Die neue Dreifach-Standardverglasung von Internorm macht Fenster zu Energiegewinnflächen. „Fenster schlägt hoch...

Auch 2007 wird natürliche Dämmung von Häusern wieder belohnt: Die Förderung war zunächst zum 31. Dezember 2006 ausgelaufen. Nun wird sie dank des positiven Bescheids der EU bis zum Ende dieses Jahres fortgesetzt: Rückwirkend zum 1. Januar 2007 nimmt das Bundesverbraucherschutzministerium (BMELV) das Markteinführungsprogramm „Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen" wieder auf. Entsprechende Anträge können bis Ende 2007 bei der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V. (FNR) eingereicht werden.
Natürliche Dämmstoffe
Hanf steht in Form von Matten („Thermohanf“), Stopfwolle oder zum Einblasen in Hohlräume zur Verfügung. Er dämmt ausgezeichnet, wirkt ausgleichend auf die Luftfeuchtigkeit und ist resistent gegen Schädlinge und Schimmel. Die Verarbeitung ist auch in Eigenleistung möglich. Matten kosten pro Quadratmeter 10 bis 30 Euro.
Flachs garantiert eine sehr gute Dämmwirkung und reguliert das Raumklima. Die elastischen Dämmplatten sind leicht auch vom Heimwerker zu verarbeiten. Sie haben, je nach Stärke, einen Preis von 7 bis 32 Euro pro Quadratmeter.
Schafwolle filtert Schadstoffe aus der Luft, nimmt bis zu 30 Prozent ihres Gewichts an Feuchtigkeit auf, ohne ihre Dämmwirkung einzubüßen. Sie ist geruchsneutral, beständig gegen Schimmel und Motten und problemlos zu verarbeiten. Preis pro Quadratmeter: 10 bis 20 Euro.
Zellulose aus recyceltem Altpapier ist langlebig, wirkt ausgleichend auf die Luftfeuchtigkeit, dämmt den Schall, schützt ausgezeichnet vor Wärmeverlusten im Winter sowie Überhitzung im Sommer. Die Verarbeitung sollte einer Fachfirma übertragen werden. Preis: 10 bis 15 Euro pro Quadratmeter.
Kork gibt es als Platten, Rollen oder als Schüttgut. Er kann sehr viel Wärme speichern, eignet sich zum Einblasen in Hohlräume und – als eines von ganz wenigen Öko-Materialien – in Plattenform zum Dämmen von Fassaden, die danach verputzt werden können. Preis je nach Plattenstärke: 18 bis 25 Euro pro Quadratmeter.
Kokosfaserdämmstoffe eignen sich besonders zur diffusionsoffenen Dämmung im Innenbereich (Decken und Böden) bei Holzleichtbauweisen oder als Zwischensparrendämmung. Kokosfasermatten werden auch zur Dämmung von Fensteranschlüssen eingesetzt. Preis: 20 bis 23 Euro pro Quadratmeter.
Schilfrohr-Dämmplatten müssen nicht weiter verschalt werden, wie die meisten weichen Dämmstoffe. Sie lassen sich direkt nach dem Einbau verputzen und sind völlig bruchsicher. Eine Imprägnierung ist nicht nötig, da Schilfrohr einen hohen Silikatgehalt hat (Kieselsäureverbindung). Preis: 10 bis 15 Euro pro Quadratmeter.
Den Antragstellern stehen 20 förderfähige Dämmstoffe (zum Beispiel Hanf und Flachs) von 13 Herstellern zur Auswahl, die durch die Fachagentur finanziell unterstützt werden. Produkte der Kategorie I, die das Bauprodukte-Siegel „natureplus“ tragen, werden mit 35 Euro pro Kubikmeter gefördert. Bei einem Haus mit 130 Quadratmeter Wohnfläche und einem durchschnittlichen Dämmvolumen von 50 Kubikmeter sind das immerhin 1.750 Euro. Für die Kategorie II gibt es 25 Euro pro Kubikmeter.
Informationen über förderfähige Produkte und das Antragsverfahren können im Internet unter www.naturdaemmstoffe.info abgerufen werden. So viel sollte man vorab wissen: Der Bauherr muss das Material zunächst selbst bezahlen und innerhalb von drei Monaten seinen Antrag samt Originalrechnung und Zahlungsbeleg bei der Agentur einreichen.
Alleskönner Flachs
Kaum zu glauben, dass aus einer zarten blauen Blume ein robuster Dämmstoff gewonnen wird. Flachsfasern (beziehungsweise Leinenfasern) werden aus dem Stängel der Pflanzen hergestellt. Diese Naturfaser ist mikroskopisch gesehen eine Hohlfaser mit der Fähigkeit, Luftfeuchte aufzunehmen und wieder abzugeben. Neben der hervorragenden Wärmedämmung besitzt die Pflanzenfaser auch eine hohe spezifische Wärmespeicherkapazität, die den Temperaturdurchgang verzögert, sodass es im Sommer angenehm kühl in den Wohnräumen bleibt.
Die technischen Eigenschaften dieses natürlichen Dämmstoffes haben längst das Niveau konventioneller Materialien erreicht oder überschritten. Deutliche Vorteile ergeben sich durch die angenehme Verarbeitung, die feuchteregulierenden Eigenschaften, die Einsatzmöglichkeit in diffusionsoffenen Dämmsystemen, den sommerlichen Wärmeschutz sowie die hundertprozentige Recycelbarkeit.
Die Flachshaus GmbH, eine von der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V. (FNR) geförderte Firma, hat ein neuartiges patentiertes Fertigungsverfahren entwickelt, mit dem die Faservliese schichtweise durch einen Naturkleber (Stärke) zu einem kompakten, formstabilen Dämmstoff verklebt werden. Dabei werden im Gegensatz zum konventionellen Verfahren keine Kunststoffe (synthetische Stützfasern) eingesetzt. Die natürlichen Inhaltsstoffe dieser Flachsdämmplatte sind – wie in der Lebensmittelbranche – voll deklariert, die Produktion unterliegt einer ständigen Qualitätskontrolle. Das Material ist resistent gegen Schädlinge wie Motten und Mäuse, da diese die Inhaltsstoffe nicht verwerten können.
Die Flachsdämmplatte DP der Flachshaus GmbH wird standardmäßig in Dicken von 40 bis 200 Millimeter und den Abmessungen 575 x 1.000 und 625 x 1.000 Millimeter gefertigt. Auf Kundenwunsch sind auch Sondermaße möglich, die den Verschnitt reduzieren und die Verarbeitung erleichtern. Das weitreichende Angebot umfasst unter anderem Flachsfilze für die Trittschalldämmung unter Bodenbelägen, Stopfmaterial für die Dämmung von Fugen und Schüttdämmstoff für Hohlräume.