Türen und Fenster perfekt gerahmt

Foto: Rodenberg

Sie geben dem Haus ein Gesicht. Sie prägen den Stil der Fassade. Neben optischen Aspekten sollten Bauherren bei der Wahl von Türen und Fenstern aber auch funktionale Überlegungen einbeziehen.

Die Ansprüche an moderne Haustüren und Fenster sind hoch: Sie sollen zur Architektur des Hauses passen, individuell und repräsentativ sein, hohe Sicherheitsanforderungen erfüllen und gute Wärmedämmwerte aufweisen. Temperaturschwankungen und ungebetene Gäste dürfen also gerne draußen – und das Wohlfühlklima im Haus bleiben.

Hausbauunternehmen stellen zur Bemusterung eine große Anzahl an Eingangstüren unterschiedlicher Hersteller zur Wahl, die bereits im Standardumfang enthalten sind. Selbst günstige Modelle werden den modernen Anforderungen gerecht. Dabei sorgen Haustürfüllungen für Individualität – zum Beispiel Verglasungen in unterschiedlichen Formen und Größen. Flügelüberdeckende Haustüren hingegen zeichnen sich durch ein flächiges und glattes Türblatt aus – geradlinig und voll im Trend. Wer besonderen Wert auf ein exklusives Entrée legt, hat die Möglichkeit, sich raumhoher Eingangstüren zu bedienen, auch mit zusätzlicher gläserner Seitenwand für mehr Tageslicht im Eingangsbereich.

Die folgenden Materialien sind sehr beliebt und haben sich in puncto Sicherheit, Dämmung und Design bewährt:


Holz – ein Werkstoff mit Charakter

Holz strahlt Natürlichkeit aus. Aufgrund der naturgegebenen Maserungen wird jede Tür zum Unikat. Selbstverständlich lassen sich die Rahmen auch in unzähligen Farben lasieren oder lackieren. Der nachhaltige Werkstoff überzeugt generell mit guten Wärmedämm- und Schallschutzwerten. Allerdings ist Holz pflegeaufwendiger als Kunststoff oder Aluminium. Es benötigt in Abständen Pflegeanstriche.



Aluminium – starker Auftritt

Aluminium steht für Beständigkeit. Es wirkt wie ein Schutzschild gegen extreme Witterungseinflüsse, ist leicht und fest zugleich. Die Haustür bleibt formstabil und korrodiert nicht. Sie bedarf keiner besonderen Pflege. Aufgrund der Materialbeschaffenheit bietet Aluminium einen sehr effektiven Einbruch-, sowie Schall- und Wärmeschutz.


Holz/Alu – das Dream-Team

Außen wetterfest, innen behaglich: das bietet die Materialkombination Holz/Alu. Sie vereint das Beste aus zwei Materialwelten. Im Außenbereich sitzt eine Aluminiumschale auf der Holzhaustür, die kein Nachstreichen oder zusätzlichen UV-Schutz erfordert. Im Innenbereich erzeugt der Naturstoff Holz eine natürliche Atmosphäre.


Kunststoff – günstige Alternative

Türen aus Kunststoff sind preiswerter als ihre Kolleginnen aus Holz oder Aluminium. Durch Dekoroptik kann ihr Erscheinungsbild Haustüren aus Holz oder Aluminium täuschend ähneln. Und auch hinsichtlich Stabilität und Sicherheit sind in den letzten Jahren große Verbesserungen erzielt worden. Bei geringem Pflegeaufwand zeichnen sich Kunststoff-Eingangstüren durch Langlebigkeit von bis zu 50 Jahren aus.


Stahl – unkaputtbar

Haustüren aus Stahl überzeugen ebenfalls durch einen verhältnismäßig niedrigen Preis. Stahl sorgt durch seine hohe Formbarkeit und gleichzeitige Härte für robuste und zudem sehr fein gearbeitete Türen. Eigenschaften wie geringe Luftdurchlässigkeit lassen den Werkstoff auch in Sachen Energieeffizienz gut abschneiden. Qualitätshersteller Hörmann bietet unter den Bezeichnungen „ThermoPro“ und „ThermoPlus“ ein umfangreiches Angebot moderner Haustüren aus Stahl.


Ist die Materialfrage geklärt, gibt es noch einige weitere Aspekte zu bedenken. Zum Thema Schliesstechnik gibt es vielfältige Möglichkeiten von schlüssellosen Einlassmethoden wie Fingerscan über Codetaster bis zu Funktechniken via Bluetooth. Für die Sicherheit, dass Tor und Tür verschlossen sind, gibt es auch „smarte“ Lösungen. So hat Hörmann mit dem Funksystem BiSecur eine Anwendung entwickelt, mit deren Hilfe Garagen- und Einfahrtstor-Antriebe sowie die Haustür jederzeit von unterwegs via Smartphone oder Tablet überprüft und gesteuert werden können.



Zum Thema „Energie sparen“ schreibt die Energieeinsparverordnung vor, welche Wärmedurchgangswerte bei Fenstern und Türen nicht überschritten werden dürfen. War bei der EnEV 2014 noch ein Wärmedurchgangswert bei Haustüren von 1,8 W/m²K zulässig, sieht die Energieeinsparverordnung 2019 nur noch einen U-Wert von 0,8 W/m²K vor. Hier sollte vorausschauend geplant werden. Dafür bieten viele Unternehmen schon heute Türen an, die die künftigen Anforderungen erfüllen und sich auch für den Einsatz in Niedrigenergiehäusern eignen, die ab 2021 EU-Standard von Neubauten werden. Bei Fenstern gilt der U-Wert der Gesamtkonstruktion, der für eine gute Energiebilanz derzeit bei unter 1,0 W/m²K liegen sollte. Wichtig: Die Wärmedurchgangswerte von Fenster und Wand sollten in etwa gleich sein, da sich sonst an den Rändern der Fenster Kondenswasser bilden kann.


Bauherren sollten aber auch der Fensterplanung besondere Aufmerksamkeit widmen. So kann schon Geld gespart werden, wenn im Vorfeld abgeklärt wird, wie viele Fenster tatsächlich notwendig sind, um die gewünschte Atmosphäre im Inneren zu erzielen. Als Faustregel gilt: Aufenthaltsbereiche richtet man möglichst nach Süden oder Südwesten aus, wobei die Fensterfläche 12-25 Prozent der Raumgrundfläche betragen sollte. Nicht alle Fenster müssen über eine Öffnungsmöglichkeit verfügen. Oft genügt eine Festverglasung. Das spart die Kosten teurer Beschlagtechnik. Aber jenseits aller Technik-Details und Energie-Bilanzen bleiben die Fenster ein ästhetisches Element. Allerdings ändert sich der Begriff von Schönheit über die Jahre. Heute dominiert der Trend zu kubischer Bauweise und glatten Fassaden, dazu passen strenge und großflächige Fensterelemente mit möglichst unauffälligen Rahmen. Doch egal, ob dezent oder dominant koloriert – Fenster und Türen haben Ausdruckskraft, sind ein wichtiges gestalterisches Element und entscheiden letztlich darüber, wie wohl wir uns im Inneren des Hauses fühlen –

und dabei kommt es am Ende vor allem auf eines an: möglichst viel natürliches Licht zu jeder Tages- und Jahreszeit.


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Lesen Sie den ausführlichen Bericht ab Seite 34 in der Ausgabe September/Oktober 2016 mein schönes zuhause°°°


Melina Rost

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