Glück in Varianten
Zwei Bauherrenfamilien mit hohen ästhetischen Ansprüchen, zwei gegenüberliegende Grundstücke in Eriskirch am...

"Kurz vor meiner Pensionierung haben wir uns die Freiheit genommen, uns unsere Wohnsehnsüchte zu erfüllen“, beschreibt Hausherr Schuster das Unterfangen, mit Mitte 50 das vertraute Wohndomizil gegen einen Neubau zu tauschen.
Im besten Alter noch einmal bauen – für die Lebensqualität
Noch einmal aufbrechen, neue Wurzeln schlagen – im Grunde ein Spagat zwischen Mobilität und Sesshaftigkeit, zwischen Vertrautem und Abenteuer. Gut, wenn uns das Leben immer wieder überrascht. Finden auch Elvira und Reinhard Schuster. Beruflich bedingt ständig auf Achse, ist das Ehepaar nirgends und überall zu Hause. Aber die beiden haben die Gabe, sich schnell heimisch zu fühlen, wo sie sich gerade niederlassen. Sich dort ihre eigene, bewohnenswerte Welt zu schaffen, ist für sie eine Frage von Lebensqualität.
Ein Hausbau kann ein nervenaufreibender Akt sein. Aber Elvira und Reinhard Schuster neigen weder zu Schwarzmalerei noch zu Traumtänzerei. „Wenn nicht jetzt, wann dann?“ Die klassische Frage, wenn man auch der zweiten Lebenshälfte Sinn und Anspruch geben und nichts Wesentliches auf den Sankt-Nimmerleins-Tag verschieben möchte. In seinen Ambitionen bestärkt fühlte sich das Paar durch die Bekanntschaft mit Hebel Haus. „Das Gespräch mit der beauftragten Architektin hatte uns überaus positiv gestimmt – und überrascht“, lässt Elvira Schuster die Haus-Anfänge Revue passieren. Bereits im ersten Entwurf fanden die Schusters zu 95 Prozent ihre formulierten Wünsche wieder: ein Haus mit offenem Grundriss, der Luft lässt für das Leben um die Möbel, und einer Küche, die den kulinarischen Künsten des Hausherrn adäquat ist.
Im Detail: Die neue Freiheit des Ehepaares manifestiert sich in einem 170 Quadratmeter großen, frei stehenden Einfamilienhaus mit unverbautem Blick in die Weinberge nahe der luxemburgischen Grenze. Modell stand der Hebel-Haustyp „Domus“, dem die Schusters mit einem umlaufenden Dach ein eigenes Gesicht gaben. „Das Haus erzählt von unserem Fernweh. Ein Hauch von Toskana – ohne sich zu abgehoben in Szene zu setzen inmitten des traditionellen Baustils hier in der Moselregion – aber keinesfalls banal oder beliebig“, beschreibt der 55-Jährige das neue Domizil. Es trug den Zuzüglern prompt die Sympathie der Nachbarn ein, die nennen das Schustersche Domizil liebevoll die „römische Villa“. Passt. In jeder Beziehung. Schließlich steht das Haus direkt an der legendären römischen Weinstraße inmitten der Wein- und Kulturlandschaft der Mosel.
Im Haus bietet der Wohn-Ess-Bereich mit der großen Küche Reinhard und Elvira Schuster die Freiheit, Freunde und Verwandte um sich zu sammeln, wann immer es ihre Zeit zulässt. Möglichst oft und möglichst lange, lautete die Lebensdevise der Eheleute. „Das Haus ist Ausdruck unseres derzeitigen Lebensstils“, charakterisiert der viel gereiste Consultant die neue Wohnwelt. „Wir haben uns vor 20 Jahren hauptsächlich über die Arbeit und unseren Sohn definiert und entsprechende Kompromisse beim Wohnen gemacht. Bei den ständigen Ortswechseln, die mein Beruf erforderte, dachten wir zuallererst mal praktisch.“ Seine Frau Elvira kann sich gut erinnern: „Die Wohnzimmer waren meist so klein, dass alle Möbel an die Wand geschoben werden mussten, damit man sich noch bewegen konnte.“ Jetzt steht nur ein einziges gutes Stück an der Wand, ein antiker Schrank im Wohnzimmer. „Ansonsten haben wir so viel Platz, dass Sofa und Co. frei im Raum platziert sind“, so die Künstlerin. Heute sollen Menschen den Raum dominieren, nicht Möbel.
Ein anderes Beispiel: das Schlafzimmer. Zu früheren Schusterschen Zeiten ein Ort der Nachtruhe. Bett, Schrankwand, Spiegel, fertig. „Allein die Tatsache, dass ich jetzt am Morgen dank der Deckenhöhe bis unter den First in frischer Luft aufwache, ist ein Gewinn“, schwärmt die Hausherrin.
Die Prioritäten der Eheleute haben sich verschoben: Erfüllte Freizeit, gemeinsame Pläne, Bedürfnisse und Vorlieben jedes Einzelnen – das sind die Fixpunkte, um die herum die Schusters damals mit der Hebel Haus-Architektin geplant hatten. Wie auch die Küche von Reinhard Schuster mit seiner Ansage entworfen wurde, dass sich Freunde und Familie jederzeit um den Kochblock versammeln können und es nie an Platz mangelt. „Die Küche ist mein Lieblingsplatz. Wenn ich brutzle, die Kinder herumtollen und ein Freund einen guten Wein öffnet, dann bin ich glücklich“, so der Vielgereiste.
Elvira Schusters Eldorado ist ihr Atelierzimmer. Dort bemalt und beklebt sie Leinwände zu mannshohen Kunstwerken. Und macht es sich gern mit einem Buch auf dem kleinen Sofa gemütlich. Man kann noch so alt werden, die Suche hört nie auf. Nach dem perfekten Tag, dem perfekten Ort, dem perfekten Glück. Reinhard Schuster: „Wir genießen das Leben und unsere Freiheiten. Jetzt.“