Wenn der Berg ruft
Wer träumt nicht von einem Zuhause mit mehr Sonnenstunden als anderswo, dem Skilift nebenan und einer Brise...

OKAL gehört zur den wenigen deutschen Hausanbietern mit einem landesweit bekannten Namen. Das kann hilfreich sein, aber auch eine Hypothek. Was ist es für Sie?
Thomas Sapper: Eine Ehre. Gerade weil es manch andere deutsche Traditionsunternehmen trotz genialer Firmengründer nicht ins 21. Jahrhundert geschafft haben. OKAL begeht dieses Jahr sein 80. Firmenjubiläum mit stolzen 85.000 gebauten Häusern, vor allem aber mit vollen Auftragsbüchern.
Der große Wurf der Fertighausbranche war in den 60er- und 70er-Jahren die große Serie: wenige Typenhäuser, zu einem unschlagbaren Preis. Nicht jedermanns Sache. Der Vorteil fabrikmäßiger Vorfertigung ist aber bis heute auf Ihrer Seite.
Thomas Sapper: Bei genauerem Hinsehen ist die Serie und Werksfertigung nur ein Teil dessen, was mich am Holzfertigbau fasziniert und begeistert. Viel mehr zählt für mich seine Innovationskraft. Die Ur-Idee von Konrad Wachsmann und anderer Bauhausgenies, die Architektur zu demokratisieren, das Wohnen im Einfamilienhaus nicht nur für eine Elite, sondern für viele Familien erschwinglich zu machen, stellte die tradierte Art zu bauen produktiv infrage. Das Produkt, die Baustoffe, die Art der Herstellung – und dabei dem Naturbaustoff Holz zu vertrauen –, waren starke Ideen.
Häuser in Holzfertigbauweise sind aus Ihrer Sicht von vornherein die besseren?
Thomas Sapper: Logisch. Es liegt auf der Hand, dass der Wert eines Hauses künftig wesentlich von seiner energetischen und ökologischen Qualität bestimmt wird. Styropor auf eine Mauer zu kleben, ist mehr ein riskanter Notbehelf als eine Lösung. Es ist natürlich brutal, dass erst die heftig steigenden Heizkosten dieses Thema auf der Prioritätenliste der Bauherren ganz nach oben rücken – aber auf diesem Gebiet haben Holzfertigbauer wie wir ein paar Jahrzehnte Vorsprung. Es ist also nicht unbescheiden, sondern Tatsache: Energetisch und ökologisch, wozu ja naturnahes, gesundes Bauen und Wohnen gehören, spielen wir auch im europäischen Maßstab in der Champions-League – der sogenannte „konventionelle“ Bau meist immer noch in der Kreisklasse.
Wie weit lassen sich denn aktuell die jährlichen Heizkosten eines OKAL-Hausbesitzers, der Ihre Energiesparofferten nutzt, drücken?
Thomas Sapper: Er zahlt für ein normales Familienhaus von 130 Quadratmeter Wohnfläche derzeit maximal 250 Euro pro Jahr.
Was muss Ihr Bauherr dafür zusätzlich zum Hauspreis investieren?
Thomas Sapper: Gar nichts. KfW-40-Niveau ist Standard für alle OKAL-Häuser. Das Technikpaket dafür mit Lüftungsheizung, Trinkwasser-Wärmepumpe, der neuen „ThermOKALplus-Energiesparwand“ mit einem U-Wert von 0,15, nochmals optimiertem Fußboden- und Dachaufbau und besseren Fenstern ist im Grundpreis inklusive. Wir hatten das Thema bereits angesprochen: Unser Standard garantiert eine Energieeinsparung von etwa 70 Prozent dessen, was gesetzlich vorgeschriebener deutscher Baualltag ist.
Gibt es auch Passivhäuser von OKAL?
Thomas Sapper: Die Zusatzausstattung dafür kostet als Paket 14.900 Euro. Trotz der höheren Kosten entscheiden sich immer mehr Kunden für unser Passivhausangebot, weil sie von Energielieferanten unabhängig sein und den maximalen Beitrag zum Schutz der Umwelt leisten wollen.
Holzfertigbauer etablieren auch bei der Architektur Trends.
Thomas Sapper: Ich rede jetzt nicht von exklusiven Stadtvillen oder spektakulären Bauhaus-Adaptionen. OKAL zum Beispiel ist mit einer neuen Architekturlinie für Mehrgenerationenhäuser erfolgreich unterwegs. Viele Familien suchen nach einer Möglichkeit, gemeinsam zu schaffen, was allein nicht nur aus finanziellen Gründen schwerer fällt. Für diesen Fall ist aber ein ungleich höheres Maß an Architekturerfahrung mit Familienhäusern erforderlich.
Mehrgenerationen-Architektur
Sie können dabei doch Erfahrungen von Häusern mit Einliegerwohnungen nutzen.
Thomas Sapper: Das stimmt. Aber einen Teil des Hauses mit großzügigen, schönen und hellen Räumen zulasten des anderen aufzuwerten, wäre halbherzig. Wir gehen, wo es erlaubt ist, von zwei Vollgeschossen aus. Eine Familie oben, eine unten ist sicher das Erste, was einem dazu einfällt. Aber ich war selbst angenehm überrascht, welche originellen und schönen Lösungsvarianten sich ergeben, wenn man für Mehrgenerationen-Architektur die ausgetretenen Pfade verlässt. Da können Eltern und Großeltern Tür an Tür unten wohnen, beide mit allen Annehmlichkeiten gehobener Wohnkultur, großzügigen Koch- und Essbereichen mit Zugang zu den beiden separaten Terrassen. Schlafzimmer, Ankleide und Wellnessbad der Großeltern sind im Erdgeschoss untergebracht. Das Obergeschoss gehört ganz den jungen Leuten und ihren Kindern. Mit oder ohne separatem Arbeitszimmer, mit einem oder zwei Bädern, mit zwei oder gar vier Balkonen – das hat was.
Das Konzept dürfte auch außerhalb der Familie, als Bauherrengemeinschaft, funktionieren.
Thomas Sapper: Natürlich.
Sie haben mit einer Villa der S-Klasse, neuen Stadtvillen und Residenzen Zeichen gesetzt. Strebt OKAL in die Oberklasse?
Thomas Sapper: Wir waren schon immer gut für exklusive Solitäre. Wenn sich ambitionierte Bauherren für OKAL entscheiden, beweisen wir gern, dass wir es können.