Nachhaltig und sparsam – von BayWa Burghausen

Die Indach-Lösung vereint elegant Photovoltaik und Solarthermie. Foto:Schlagmann Poroton

Dieses Plusenergiehaus in konventioneller monolithischer Bauweise will Maßstäbe setzen: Auch aus Ziegeln, gebaut vom traditionellen Handwerk, lässt sich ein Einfamilienhaus als Kraftwerk realisieren

Wichtigster Bestandteil eines Plusenergiehauses ist eine optimal wärmedämmende Gebäudehülle. Denn zunächst ist wichtig, den Wärmeverlust durch Wände, Dach und dreifach verglaste Fenster in engen Grenzen zu halten und im Winter passive Energiegewinne durch Sonneneinstrahlung zu ermöglichen. Hinzu kommt die Technik, die aus Licht Strom und Wärme macht und beides speichert.

Bauherr dieses Hauses im bayerischen Burghausen mit Stromtankstelle fürs E-Mobil in der Garage ist der Ziegelhersteller Schlagmann Poroton. Zusammen mit dem BayWa-Konzern, der in den Bereichen Baustoffhandel und erneuerbare Energie aktiv ist, will er beweisen, dass ein Haus in konventioneller und regionaltypischer Bauweise in der Liga der Plusenergiehäuser mitspielen kann. Ganz ohne Außenwanddämmung, mit nachhaltigen Baustoffen und marktüblicher, aber ausgereifter Haustechnik. Es soll ganz bewusst auch Vorbildcharakter für das regionale Handwerk haben.

Möglich macht das der Baustein Poroton T7, bestehend aus einem stabilen Ziegelgerüst und einem hochwärmedämmenden Kern aus Perlit, einem natürlichen Gestein vulkanischen Ursprungs, aus dem die 49 Zentimeter starken Außenwände mit einem U-Wert von nur 0,14 W/m2K gebaut sind. Auch die Innenwände bestehen aus speicherfähigem Ziegelmauerwerk.

Die um 44 Grad geneigte Dach-Südseite ist mit einer elegant kombinierten Indachlösung für Solarthermie (51 Quadratmeter) und Photovoltaik (32 Quadratmeter, 4,2 kWp) bestückt. Sie wird ergänzt von PV-Modulen auf dem Satteldach der Garage mit Ost-West-Ausrichtung (6,25 kWp). Gesamtertrag der Jahresstromproduktion: 10.230 kWh, Energieüberschuss 4.650 kWh/a).

Die gewonnene Sonnenwärme wird in einem riesigen 48-Kubikmeter-Wassertank gespeichert, der die gesamte Kellerlänge einnimmt, überschüssige in der Baukonstruktion, also in Decken und Wänden. Mit Hilfe einer im Speicher integrierten Wärmepumpe mit Wärmetauscher können damit 85 Prozent des Bedarfs solar gedeckt werden. Das bringt eine hohe Unabhängigkeit vom Stromnetz.

Der Strom wird in einer 10,8-kWh-Lithium-Eisenphosphat-Hausbatterie im Keller und in einer 13,3-kWh-

Lithium-Ionen-Batterie zur Ladung des Elektroautos in der Garage gepuffert. Ein hauseigenes Energiemanagementsystem steuert bedarfsorientiert alle Anlagen und sorgt so für optimale Solarstromnutzung.

Die Lüftung des Hauses erfolgt durch eine hocheffiziente, aber dezentrale Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung mit äußerst geringem Stromverbrauch. Das Haus nimmt seit Februar 2014 am Plusenergiehaus-Monitoring der Bundesregierung teil. Das Einfamilienhaus weist dabei eine Energiebilanz auf, die die Projektpartner und Hauseigentümer schon jetzt erfreut. März 2015 werden dann die ersten wissenschaftlich belastbaren Daten erwartet.


weitere Infos unter:

www.ehp-schlagmann-baywa.de


Paul Constantin

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