Glück in Varianten
Zwei Bauherrenfamilien mit hohen ästhetischen Ansprüchen, zwei gegenüberliegende Grundstücke in Eriskirch am...

Gerhard Udulutsch wusste seit seinem 16. Lebensjahr wo einmal sein Haus stehen sollte – im Rosaliengebirge im Burgenland, 30 Kilometer östlich von Wien. 1998 fand er hier dann tatsächlich sein Traumgrundstück. Eine Hanglage, die dem Ehepaar bei günstigem Wetter einen Blick bis Wien, Bratislava, zum Neusiedler See und bis hinein nach Ungarn gewährt.
Nicht Zögerlichkeit, sondern konkrete Vorstellungen von der perfekten Symbiose zwischen Haus und Grundstück waren der Grund, dass er diese Idylle erst Jahre später bebaute. Das Nachbargrundstück kaufte Gerhard Udulutsch vorsichtshalber noch hinzu, um seine Vision vom Haus in Burglage ungestört verwirklichen zu können.
Die „Box“ – ein großzügig verglaster, eleganter Flachdach-Kubus in Holzbauweise von Griffner – überzeugte das Ehepaar durch seine puristische Modernität und das clevere „Open space®“-Raumkonzept. Die Innenwände lassen sich nahezu beliebig anordnen, keine Wand und kein Pfeiler behindern den Blick vom zentralen Ort des Hauses, dem 70 Quadratmeter großen Ess-, Wohn-, Koch- und Eingangsbereich im Erdgeschoss.
Das grüne burgenländische Tal kann sich ungestört in seiner Opulenz vor den Panoramaglasfronten ausbreiten. Die speziellen Holz-Mehrschichtwände von Griffner ermöglichen diese offene Raumstruktur, denn die gesamte Statik des Hauses verantworten allein die Außenwände und wenige punktförmige Stützen.
Die besondere Herausforderung des Udulutsch-Hauses war seine besondere Lage – der Hang. Deshalb fungierte das Kellergeschoss mit der aus Muschelkalk-Pflastersteinen verlegten Terrasse davor auf der Gartenseite praktisch als Erdgeschoss, während das obere Geschoss ebenerdig zur Straße liegt, nach hinten die Terrasse überkragt und zum Garten mit einem Balkon in voller Breite abschließt.
Das Ehepaar holt sich mit hellen, großen Räumen hinter riesigen Glasfronten ein Stück unbeschwerte Leichtigkeit, die der Talblick vermittelt, in ihre eigenen Wände. Die Inneneinrichtung versucht nicht, die Natur zu übertrumpfen, vielmehr arrangieren sich die schlichten, stilvollen Möbel in Weiß-, Beige- und Holztönen, die weißen Wände und die weiß lasierten Massivholzdecken auf dezente Weise mit ihr.
Der Ruheständler Gerhard Udulutsch hält sich jeden Morgen fit. So verwundert es nicht, dass der Wellnessraum mit Sauna und Ruheliege fast ein Drittel der Fläche des Kellergeschosses einnimmt. Daneben hat sich die Finanzfachfrau Gudrun Udulutsch ein Büro eingerichtet, in dem sie an zwei Tagen in der Woche ihre Arbeiten von zuhause aus erledigt.
Lieblingsplatz der Hausherren ist der von einem Edelstahl-Geländer begrenzte Balkon. Der grandiose Blick über den 4.000 Quadratmeter großen, mit Edelkastanien bepflanzten Garten und das weite Tal ist für das sympathische Ehepaar sich niemals erschöpfende Inspiration und der tägliche Beweis, dass sich Weitblick und das Festhalten an einem Jugendtraum auszahlen.