Massiv unkonventionell: Energieplus-Haus

Auch dieser verglaste Wintergarten passt zur "Plusenergie"Qualität von Viebrockhaus

Viebrockhaus legt großen Wert auf die Feststellung, konventionell zu bauen. Massiv. Stein auf Stein. Wenn sich Erfahrung, Können und Detailversessenheit mit einer Leidenschaft für Neues verbrüdern, dann ist das Resultat alles andere als konventionell: Es ist die dringlich erwartete neue Qualität im massiven Einfamilienhausbau.

Bauen ist ein sehr traditionelles Handwerk. Das System Viebrock jedoch mit konventionellem Bauen in Verbindung zu bringen, drängt sich nicht unbedingt auf, wenn man seinen Macher, Andreas Viebrock (54), und sein Massivhausunternehmen in Harsefeld südwestlich von Hamburg auf der niedersächsischen Elbseite kennenlernt.


Präsentierte das Bundesbauministerium begleitet von großem Medientamtam vergangenen Dezember in Berlin sein „Effizienzhaus Plus“ im Versuchsstadium, hat Viebrock allein im letzten Quartal 2011 bereits über 100 solcher Häuser verkauft. Etliche Familien wohnen also seit über einem Jahr in einem „Energieplus-Viebrock-Haus“. Der strenge Vorjahreswinter mit seinen zweistelligen, wochenlang anhaltenden Minustemperaturen war für ihre nagelneuen „Plusenergiehäuser“ eine harte Probe. Die sie mit Bravour bestanden: ohne konventionelle Heizung, nur mit einer umweltfreundlichen Wärmepumpe beheizt.


„Anstelle der Steuermillionen für sein ‚Effizienzhaus Plus‘ hätte Herr Ramsauer vielleicht in eine Fahrt nach Harsefeld investieren sollen. Wir könnten ihm zeigen, wie und vor allem, dass dieses Konzept bestens funktioniert“, kommentiert der gut gelaunte Andreas Viebrock. Was der Bundesbauminister zu erleben bekäme: funktionierende, alltagserprobte „Plusenergiehäuser“.



Das heißt bei Viebrock, dass das Haus mit Photovoltaik mehr Energie erwirtschaftet, als für die Erwärmung der Raumluft, des Wassers und für den Betrieb der Lüftung mit Wärmetauscher nötig ist. Überschüssiger Strom kann ins Netz gespeist und mit 24 Cent pro Kilowattstunde vergütet oder über eine spezielle Zapfsäule an ein Elektroauto abgegeben werden.


Neu im Viebrockhaus-Programm ist das „Aktivhaus“ im „Energieplus“- Standard: „Die Photovoltaikanlage auf dem Dach produziert am Tag dank des hohen Wirkungsgrades ihrer Dünnschichtmodule sogar bei bedecktem Himmel Strom. Eine neu entwickelte Lithium-Ionen- Batterie von Varta Micro Storage speichert bis zu 10 Kilowattstunden Sonnenenergie, die dann zu jeder Tages- und Nachtzeit genutzt werden kann“, erläutert Andreas Viebrock.


Vorteil: Der Eigenverbrauchsanteil des selbst produzierten Stroms lässt sich so auf 50 bis 70 Prozent erhöhen. Das lohnt sich noch mehr als die Einspeisung ins Netz: Der Eigenverbrauch wird zusätzlich zum ersparten Stromeinkauf aus dem Netz mit 12,7 cent pro Kilowattstunde vergütet! Andreas Viebrock weiß natürlich, dass das mit der Energiewende auf dem Hausdach nur klappt, wenn die Menschen gern in Häusern mit Photovoltaik leben. So hat sich Viebrockhaus für elegante schwarze PV-Module des deutschen Herstellers Würth Solar entschieden und lässt eigens dafür farblich angepasste Schieferton Dachpfannen bei Meyer-Holsen brennen.


Das Viebrock-System: Geprüfte Qualität


„Würth Solar gibt für einen Zeitraum von 20 Jahren eine Garantie auf 80 Prozent der Modul-Nennleistung“, betont Andreas Viebrock, dessen eigenem Verständnis von Qualität und Nachhaltigkeit das sehr entgegenkommt. Viebrockhaus gewährt seinen Bauherren nicht die üblichen fünf, sondern zehn Jahre Garantie. Für einen Massivhausanbieter in Deutschland einmalig: Sämtliche im Haus verbauten Materialien sind DiN-geprüft und zertifiziert. Ein im Festpreis enthaltener externer „Blower-Door-Test“ bestätigt für jedes Objekt die Dichtheit der Haushülle.


Wie behält man dieselbe Qualität vor Ort, auf Hunderten bundesweit verteilten Baustellen, verlässlich im Griff? Auch da hat der findige Unternehmer eine patente Lösung: Jeder Bauleiter ist mit einer „Bau-Cam“ ausgestattet, einer hochauflösenden Kamera in einem Tablet-Rechner, mit dem er auf den Baustellen unterwegs ist. Er sendet via Internet an die Qualitätsprüfer in der Viebrock-Zentrale gestochen scharfe Aufnahmen der strategisch entscheidenden Punkte. Von den Materialanlieferungen bis zum täglichen Baufortschritt.



„So dokumentieren wir lückenlos, dass jedes wichtige Bauteil in der richtigen Art und Weise an seinem Platz ist“, freut sich Andreas Viebrock. Der Stolz auf den neuesten Baustein seines Qualitätssicherungssystems ist ihm anzusehen. Mehr als 1.000 Einfamilienhäuser hat er mit seinen vier Niederlassungen und weiteren fünf Partnerunternehmen allein 2010 zwischen Flensburg, Stuttgart, Kaarst und Halle verkauft. Im Schnitt für 230.000 bis 240.000 Euro. Meist inklusive Bodenplatte, etwa 35 Prozent mit Keller. Alle mindestens als „Effizienzhaus 70”, überwiegend im „Effizienzhaus 55“-Standard.


Diese Häuser verbrauchen maximal 55 Prozent des in der Energieeinsparverordnung festgelegten Limits. Das ist auch die Basis für die „Energieplus-Viebrock-Häuser“. Deren Außenwände sind zweischalig aufgebaut, 40 Zentimeter stark. Sie bestehen aus einer gemauerten Porenbeton-Innenschale, einer Dämm- und einer Luftschicht sowie wahlweise einer Verblendung mit Klinkern oder einer Außenschale wiederum aus Porenbeton-Mauerwerk und zweilagiger Putzschicht.


„Natürlich können wir auch noch höher dämmen, aber da steht der Aufwand in keinem Verhältnis mehr zur Wirkung“, erläutert Andreas Viebrock. „Da sollte man lieber in die Haustechnik investieren, das lohnt erheblich mehr. Vorausgesetzt, man hält Anschaffungspreis und Verbrauch möglichst gering.“


Zukunftslabor "Übungshaus"


Wenn es viele Energieplus-Häuser gibt, lassen sich Kraftwerke einsparen, so seine strategische Überlegung. Wenn die Energieversorger Einfamilienhäuser mit eigenen Stromspeichern sogar im Winter täglich für 5 bis 6 Stunden vom Netz nehmen können, sind sie in der Lage, Lastspitzen auszugleichen, ohne Kraftwerke anfahren zu müssen. Das ist zwar Zukunftsmusik, aber die wird derzeit komponiert – zum Beispiel in Harsefeld.



Schon sind wir mitten drin in der alles andere als konventionellen Bauwelt des Andreas Viebrock und seines Haustechnikleiters und begnadeten Cheftüftlers Kay Gafert. Sie zeigen uns ihr „Übungshaus“, das Zukunftslabor des Unternehmens. Von außen sieht es genauso aus wie eins der tausendfach gebauten Viebrock-Häuser. Drinnen erleben wir, wie in kreativer Technikimprovisation mehr oder weniger offener Gerätschaften die Zukunft des Einfamilienhausbaus Gestalt annimmt. Prototypen von Wärmepumpen, Warmwasserspeicher-Konfigurationen oder die nagelneue modulare Pufferbatterie für das „Energieplus-Haus“ werden dort getestet.


Auch neue Putze und andere Baumaterialien werden nach einem einzigen Kriterium geprüft: Sind sie gut genug für ein Viebrock-Haus? Was können sie besser? Wenn der Markt nichts Geeignetes für die immer neuen Viebrockschen Verarbeitungs- und Qualitätsansprüche zu bieten hat erfinden sie in Harsefeld selbst eine Lösung.


Was fehlt, erfinden sie selbst


„Wenn wir bei unserem Wärmepumpenhersteller Nibe in Südschweden ankommen, sind die immer schon ganz gespannt, welche neuen Ideen wir ihnen diesmal mitbringen“, erzählt Cheftüftler Kay Gafert selbstbewusst. Andreas Viebrock schafft nicht nur den nötigen finanziellen Rahmen für so intensive Entwickungsarbeiten – er teilt mit seinem Haustechnikleiter auch die Leidenschaft für neue, unkonventionelle Lösungen. Und das mit Viebrockschem Feuer: „Wenn wir am Montag etwas erfinden, hätten wir’s am Freitag am liebsten schon fertig.“


Donnerstag wäre natürlich noch besser, kommentieren die leuchtenden Augen des Unternehmers. Andreas Viebrock: „Wir garantieren unseren Bauherren den Fertigstellungstermin innerhalb der nur dreimonatigen Bauzeit auf die Stunde genau. Da muss auf der Baustelle einfach alles stimmen. Das Material sowieso, vor allem aber die kompromisslose handwerkliche Exaktheit. Bauqualität bedeutet: sichere Beherrschung der Details!“



Andreas Viebrock weiter: „Durch unsere ständigen Bauablaufkontrollen entdecken wir auch in unserem nun wirklich durchdachten und erprobten System immer wieder neue Zeitfenster.” Im „Übungshaus” werden dann beispielsweise Trockenzeiten optimiert oder gleich ganz neue Techniken entwickelt, die konventionelles Material ersetzen und den Vorteil haben, ökologischer, haltbarer und schneller zu verarbeiten zu sein. In vier, fünf knappen Sätzen skizziert Andreas Viebrock in Quadratmetern, Stunden und Euro die verarbeitungstechnischen und die Kostenvorteile seiner neuen Vibroplan-Platte, die dank ihrer zahlreichen Zugenden den Wandputz verdrängt und eine wunderbar glatte, malerfertige Oberfläche liefert, die das Tapezieren überflüssig macht.


"Akkreditierte" Handwerker


Damit auch die Handwerker vor Ort den ständigen Verbesserungen und neuen Ideen folgen können, besteht für sie „Schulpflicht“. So zumindest nennt das Andreas Viebrock: Jeder Handwerker, der an einem Viebrock-Haus arbeitet, muss „akkreditiert“ sein. Das heißt, er wird in einem umfangreichen Schulungsprogramm fit gemacht für das System Viebrock, in dem nicht nur garantierte Ausführungsqualität, sondern auch Termintreue ein maßgeblicher Standard ist.


Mindestens dreimal im Jahr muss er seine Fähigkeiten auf den neuesten Stand bringen. Auch wenn er nicht selbst bei Viebrock angestellt ist: zur Akkreditierung gehört, dass er exklusiv für das Unternehmen arbeitet. Vieles bleibt auch in der Familie: So manche Gewerke, zum Beispiel die Dacheindeckung, werden von Firmen erledigt, die mit Andreas Viebrock verwandtschaftlich verbunden sind. Oder aus seiner Gegend stammen und all die Jahre das ihre dazu getan haben, das System Viebrock groß und stark zu machen.


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