Im Kubus

Livinghouse realisierte die Erweiterung eines gut 100 Jahre alten Wohngebäudes als Sprung in die architektonische Moderne.

Wohnhäuser aus der Zeit der (vorigen!) Jahrhundertwende haben oft den besonderen Charme bester Innenstadtlage, Stil und Charakter – geraten in den meisten Fällen aber an ihre Grenzen, wenn den Be­wohnern der Raum darin zu knapp und zu eng wird. Das Glück nähte in diesem Fall mit doppelter Naht: zum Ersten, weil auf dem Grundstück überhaupt noch Platz für einen genehmigungsfähigen Anbau war.


Zum Zweiten fanden die Besitzer des Hauses in Matthias Freimuth von Living­house einen Auskenner, dessen Herangehen an Archi­tek­tur weniger von Äußerlichkeiten wie der Fas­­sade herrührt, sondern vom Kern des Gan­zen, vom In­nersten kommt: dem Raumdesign.


Die Auftraggeber wünschten den Erwei­te­rungsbau als lupenreinen Sprung in die mo­derne Architektur, mit frischer, gerad­­linig klarer Formen­sprache, dezenten Farben, wertigen Mate­ria­lien. Livinghouse dachte sich einen eingeschossigen Kubus mit raumhohen Fenstern aus, angedockt an eine der Schmal­seiten des alten Gebäudes.


Die offene Küche mit zentralem Koch­block und Funktionswand ist mit dem Ess- und Wohnbereich zu einem großen Livingroom verbunden, optisch betont durch den durchgängig warmen Merbau-Ton des Holz­fuß­bodens.



Wenn man den Raumdesigner Matthias Frei­muth nach seinen Idealvorstellungen von einem modernen Bad fragt, gleicht die Ant­wort einem Postulat: „Das Maximum an Emo­tionen mit Funktionalität und Flexibilität verbinden. Ohne dabei aus dem Gleichgewicht zu geraten.“ Im vorliegenden Fall schiebt sich das Bad aus dem Altbau in das neue Bau­teil, was die opulenten 28 Qua­drat­meter für diesen wichtigen Raum er­mög­lichte. Gegliedert in mehrere offene Be­reiche, folgt es dem Raum-im-Raum-Konzept. Wasch­tisch, WC und frei stehender Bade­wan­ne wurde der zen­­trale Platz zugewiesen.


Der extralange Waschtisch ist eine Spezial­an­fertigung. Trotz seiner stattlichen Größe wirkt er eher schwebend als wuchtig. Die großen Ablageflächen rechts und links sind mit robustem, trotzdem edel wirkendem Mineral­werk­stoff beschichtet. Der Dusche mit dem bündig eingelassenen Boden wurde eine geräumige Nische zugesprochen. Eine Wandscheibe separiert sie vom übrigen Raum. So entstehen rechts und links davon Zugänge zur Dusche; Glastüren oder ähnliche Abtrennungen sind unnötig.


Für den Boden im Bad wurden großformatige (60 x 60 Zentimeter) anthrazitfarbene Steinzeug­flie­sen mit einer verblüffenden Tex­­­­til­­op­tik an der Oberfläche gewählt. Travertintöne geben dem Ambiente farblichen Schliff, sie gehören zu Matthias Frei­muths bevorzugten Farben. Die von ihm ausgewähl­­ten Bodenfliesen harmonieren in diesem Bad mit einem travertinfarbenen Wand­putz von erkennbarer Raffinesse, der auch in der Du­­sche verwendet wurde. Mit Kalkmar­­mor-Press­­technik bekommen solche Wände eine glatte, wasserdichte Putzoberfläche mit mattem Glanz und feiner Marmormaserung. High­light im besten Sinn des Wortes ist das Licht­konzept für dieses Bad: so hell, so weitläufig – dabei nur ein einziges kleines Fens­ter.


www.livinghouse.de


Das dicke deutsche Hausbuch 2012

Alles über gute Einfamilienhäuser. Die wichtigsten Schritte auf dem Weg ins eigene Haus. Architekturentscheidungen,...