Im Blick: Qualität am Bau

Das Konzept des Maxime 300 green Life von Viebrockhaus hat das erste Vorzertifikat in Gold der DGNB ergattert.

Was macht eigentlich ein gutes Haus aus? – Neben der Erfüllung der persönlichen Wohnwünsche gibt es eine ganze Reihe technischer Eigenschaften und Vorgänge, die Bauherren bei Auswahl und Bau ihres Traumhauses im Auge behalten sollten. Besonders, wenn ihnen nicht nur das Portemonnaie, sondern auch die Umwelt am Herzen liegt.

Ökologie & Nachhaltigkeit


Nachhaltiges Bauen setzt soziale, wirtschaftliche und Umweltziele gleichberechtigt um. Diese akademisch klingende Wikipedia-Definition bedeutet nichts anderes, als dass ein energieeffizientes Traumhaus in bester Qualität zu einem angemessenen Preis entsteht, wenn es nachhaltig gebaut wird.


In Deutschland entfällt immerhin ein Drittel allen Ressourcenverbrauchs auf den Gebäudesektor. Da liegt es angesichts des Klimawandels und knapper werdender Rohstoffe nahe, die Nachhaltigkeit beim Bau zu fördern. Die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) hat sich das zum Ziel gesetzt. Mit einem Zertifizierungssystem, das gemeinsam mit dem Bundesbauministerium entwicklet wurde, bewertet sie die Nachhaltigkeit nicht nur von Gebäuden oder Gebäudekonzepten, sondern auch ganzer Stadtquartiere – über den gesamten Nutzungszyklus hinweg.


Zertifiziert wird im Neubau beim Einfamilienhaus und bei kleineren Wohngebäuden die Erfüllung von 35 Nachhaltigkeitskriterien. Dabei stehen laut DGNB Komfort und Wohlbefinden der Nutzer im Mittelpunkt. Aber auch, wie flexibel so ein Haus auf sich ändernde Lebenssituationen seiner Bewohner reagieren kann, ist ein Kriterium. Es sollte aus ökologisch einwandfreien Materialien fehlerfrei gebaut, angemessen wärmegedämmt und aus Gründen der Energieeffizienz möglichst kompakt sein.


Auch wie gut die Komponenten der Haustechnik aufeinander abgestimmt sind, wird bewertet. Und seine Wartung sollte während der gesamten Nutzungsdauer ökonomisch immer im Rahmen bleiben, um nur einige der Zertifiierungskriterien zu nennen. Je nachdem, wie viele dieser Kriterien erfüllt sind, gibt es Vorzertifikate für Hauskonzepte oder Zertifi kate für realisierte Häuser in Bronze, Silber und Gold. Massivhausbauer Viebrockhaus und die Fertighausmarke Okal sind die ersten Anbieter, die Projekte erfolgreich zertifizieren ließen.



Die Baucam sieht alles


Ein Zertifizierungskriterium ist der Nachweis der Fehlerfreiheit bei der Bauausführung. Bei Viebrockhaus beispielsweise sind alle Vorarbeiter mit einem Tablet ausgestattet. Der Rechner funktioniert als Baucam und sendet via Internet die für den geforderten Nachweis wichtigen Bilder und Informationen zu Gründung, Wandstärken, Dämmmaterialien oder Fenstern an die Qalitätssicherung am Firmensitz Harsefeld bei Hamburg.


Dort überprüft sie noch einmal Qualitätsmanager und Diplom-Ingenieur Helmut Fisch, in seinem Cockpit umgeben von Bildschirmen und mit Headset sowie Zugriff auf alle benötigten Daten und Zeichnungen jedes Bauprojekts ausgestattet. 25 bis 30 Baustellen „besucht“ er so am Tag; die in den Regionen ansässigen Bauleiter schaffen nur vier bis sechs. Er stellt den Ordner mit den Nachweisen, vervollständigt mit der Dokumentation und den Gebrauchsanleitungen der kompletten Haustechnik für den Bauherrn zusammen.


Der kann sicher sein, dass alles vollständig und richtig eingebaut ist und fehlerlos funktioniert. Aber nicht nur in puncto Bauqualität, auch bei der Gebäudetechnik engagiert sich Viebrockhaus. Schlechte Erfahrungen mit hinzugekauften Standardlösungen ließen das Unternehmen zu dem Entschluss kommen, die gesamte Anlagentechnik speziell auf seine Haustypen anpassen und maßschneidern zu lassen.


So war der Massivhausanbieter nicht nur der erste nach der Fertighausindustrie, der ein funktionierendes Plusenergiehaus im Programm hatte. Er stiftete beispielsweise auch den großen Batteriespezialisten Varta dazu an, einen passenden, modular aufgebauten Pufferspeicher für seine Häuser zu entwickeln, um den Verbrauchsanteil des selbst erzeugten grünen Stroms zu vergrößern.


Entwickelt, gemessen und getestet wird im sogenannten Übungshaus in Harsefeld, einem Gebäude, das von außen ganz normal wie ein fast fertiges Einfamilienhaus aussieht. Es ist das Reich von Cheftüftler und Viebrock- Haustechnikleiter Kay Gafert. Dort werden nicht nur Wärmepumpen, Warmwasserspeicher, Öfen und andere Haustechniksysteme für die Anforderungen der verschiedenen Haustypen optimiert, sondern auch Putze, Trockenbauplatten und andere Baumaterialien auf Herz und Nieren geprüft – immer nach dem einen Kriterium: Sind sie gut genug? Lassen sie sich schnell und reibungslos verarbeiten? Und vor allem: Was können sie besser als andere?


Hat der Markt nichts Geeignetes für die steigenden Verarbeitungs-, Qualitäts- und Funktionsansprüche zu bieten, wird kurzerhand etwas erfunden. Umgesetzt werden diese Erfindungen vielfach von großen Herstellern wie dem schwedischen Wärmepumpemspezialisten Nibe, der sogar schon eine von Kay Gafert modifizierte Wärmepumpe als Modell „G“ in sein Programm aufgenommen hat.



Spielräume nutzen


Voraussetzung für ein kostspieliges Engagement solchen Umfangs ist natürlich das Interesse an neuen, unkonventionellen, aber perfekten Lösungen, die dann aber andererseits auch dazu beitragen, lästige Verzögerungen im Bauablauf zu vermeiden. Denn Bauen ist immer ein Wettlauf gegen die Zeit, ist doch der nicht nur zugesagte, sondern auf die Stunde genau eingehaltene Übergabetermin ebenfalls ein wichtiges Qualitätsmerkmal.


Weiterer Vorteil für den Kunden: Der Anbieter braucht nicht immer steigende Kosten an ihn weiterzugeben, wenn er Trockenzeiten optimieren oder konventionelles durch neues Material ersetzen kann, das ökologischer, haltbarer und schneller verarbeitbar ist. Kleiner Tipp: Achten Sie bei Einfamilienhaus-Baustellen mal darauf, ob mit Hochdruck gearbeitet wird oder – wie allzu oft – still der See ruht! Was würden Sie dabei empfinden, wenn Letzteres auf Ihrer Baustelle geschähe?


Eine andere Achillesferse beim Bauen sind die Handwerker, die nicht immer auf dem neuesten Stand der Technik und eingesetzter Materialien sind. Verantwortungsvolle Bauunternehmer arbeiten mit festem Mitarbeiterstamm, der kontinuierlich weitergebildet und trainiert wird. Im besten Fall sitzt dann jeder Handgriff so, dass sowohl Terminpläne Realität werden als auch fehlerfreie Häuser entstehen.


Natürlich läuft es beim Bauen selten perfekt. Und dieser Artikel will Ihnen auch nicht einreden, dass ein reibungsloser Bauablauf und ein nachhaltig gebautes Haus lediglich mit der Auswahl des „richtigen“ Anbieters sichergestellt ist. Aber es ist nicht verkehrt, sich daran zu orientieren, was heute möglich ist.


Text: Peter Michels; Bilder: Viebrockhaus, Helma, DFH

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