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Eine Fassade in der Kombination von Holz und Putz, dazu ein in den Korpus integrierter dritter Giebel über beide...

Das Allgäuer Unternehmen, in vierter Generation in Familienhand, ist in vieler Hinsicht Erinnerung daran, dass verbessernde Neuerungen meist nicht aus ganz großen, sondern überschaubaren Unternehmen kommen. Als Aushängeschild und Symbol des unternehmerischen Selbstverständnisses hat man am Firmensitz in Erkheim einen futuristisch anmutenden Bau, die sogenannte HausSchneiderei errichtet. Er verbindet die natürlichen und vollwertigen, die vielfältigen und gesunden Eigenschaften des Baustoffes Holz mit den neuen Möglichkeiten der modernen Gestaltung umbauten Raums.
Dafür steht nichts so sehr wie die aufregende Architektur des Baukörpers der HausSchneiderei. Innen erwartet den Besucher die ganze Welt des Holzes. Auf einem „Parcours der Sinne“ kann er sie riechen, fühlen, tasten und erträumen. Er kann sie anfassen „und dabei spüren, dass der Holzbau keine angsteinflößende Hexerei, sondern eine rundum vertrauensbildende Übung ist“, wie Geschäftsführerin und Mitinhaberin Dagmar Fritz sagt.
Visionen Gestalt geben
Was auffällt: Die Interessenten, die nach Erkheim kommen, ticken offenbar ganz ähnlich wie die Hausdesigner. Frau Fritz: „Es sind erfolgreiche Menschen – viele Unternehmer, Anwälte und Mediziner, Lehrer in höherer Position, Wissenschaftler, Opernsänger. Sie haben sich ihren Erfolg hart erarbeitet. Es sind keine Zocker, und mit ihrer Haussuche – gar nicht selten in Begleitung ihrer eigenen Architekten – sind sie zugleich auf Sinnsuche: nach einem neuen Haus, das ihrem Schönheits- und Wertempfinden entspricht. Und das ihren Wunsch nach Stabilität, Sicherheit und Zuverlässigkeit bedient.“
Die Sinnsucher kennen das Selbstverständnis von Baufritz, Häuser schön und anspruchsvoll, nach ganz persönlichen Vorstellungen sowie wohngesundheitlich unbedenklich zu bauen. „Sie steuern unsere Hausfirma deshalb nicht zufällig an“, wie Mitgeschäftsführer Helmut Holl erklärt. „Sie hoffen vielmehr auf Verständigung mit Gleichgesinnten. Sie erwarten, dass sie von uns ein elegantes, und sie wissen, dass sie von uns ein ökologisch ehrliches Haus erhalten. Sie suchen das gleiche Level, das sie aus ihrer eigenen Arbeit gewohnt sind.“
Der Kanon der Wünsche
Oft haben die Interessenten bereits im eigenen Haus gewohnt. Ihre neuen Wohnwünsche verknüpfen sie daher gedanklich zunächst mit dem vorhandenen, mit dem alten Haus. Die meisten erkennen dann jedoch, dass dieser Weg mit genau den Kompromissen gepflastert wäre, die sie nun, da etwa die Kinder aus dem Haus, sie selbst beruflich erfolgreich oder in einer neuen Phase ihrer Partnerschaft sind, gerade nicht mehr eingehen wollen.
Sie verfügen jetzt über mehr Zeit für sich, ihr Geschmack hat sich verfeinert, sie sind sich ihrer Ansprüche sicher. Und sagen sich: jetzt oder nie. Dagmar Fritz: „Wenn ich einmal zusammentragen sollte, was unsere Kunden wollen – und was nicht –, dann entsteht sowohl ein Geflecht der Wünsche als auch ein Gleichnis auf offenbar unvergängliche Werte der Sinnsuche fürs Wohnen. Einfachheitshalber, aber auch, weil künftige Bauherren oft nach diesem Ausschlussverfahren agieren, will ich als Erstes listen, was sie nicht haben wollen:
Verpönt ...
Gewollt ...
Damit sind wir bei dem, was Bauwillige tatsächlich wünschen. Was sie suchen, ist:
Wir Baufritz-Interessenten, so sagen sich unsere Kunden, suchen einen Hausbauer, der im Leben ähnlich handelt wie wir selbst. Einen Hausbauer, der das, was er macht, wirklich kann und selbst lebt. Letztlich suchen Hausbauer für ihren Lebenstraum vor allem Zuverlässigkeit und die Genugtuung, dass das, was sie zur Verwirklichung des Traums tun, sinnvoll ist.
Hieraus sehen Dagmar Fritz, ihre Mitarbeiter sowie ihr Tüftler-Vater Hubert (68), der langjährige erfolgreiche Geschäftsführer, Ökomanager und heutige Verantwortliche für Forschung und Entwicklung, für sich die Verantwortung zu „sozialer Kreativität und Kompetenz“ wachsen. Und ebenso zu geistiger und schöpferischer Beweglichkeit. Denn obgleich ein Gewerbe wie die Bauindustrie nach den Worten der Baufritz-Chefin eher „träge und in langen Zyklen plant“, sind die Kundenwünsche munter in Bewegung. Die gebürtige Memmingerin, Innenarchitektin und Wirtschaftsingenieurin beobachtet und antwortet mit entsprechenden Angeboten:
In diesen und ähnlichen Wünschen stecken oft die sichtbarsten Träume.
Das orkansichere Haus
Solche Bauherrenerwartungen ebenso wie das familieneigene Unternehmer-Gen haben in Erkheim wenig Selbstgefälligkeit aufkommen lassen. Zum 111. Firmengeburtstag ist auf dem Werksgelände ein Ideenwettbewerb ausgelobt worden. In einem „Ideenhaus“, aber auch an anderen Orten im Beitrieb, können Interessierte 111 baubezogene Ideen kritisch betrachten.
Viele Mitarbeiter haben sich beteiligt, manch Erstaunliches ist entstanden. Unter anderem die patentierte Vorarbeit zum orkansicheren Baufritz-Haus, dessen Vorfertigung Anfang 2008 anläuft. Zu ihm gehört, dass das Dach künftig nicht mehr auf der Baustelle, sondern im Werk fertig gestellt wird. Das beseitigt die schwere Bückarbeit beim Eindecken der Ziegel und das Problem nasser Dachlatten. Der ewige Erfinder Hubert Fritz hat hierfür ein Verfahren zur sturmfesten Verklammerung jedes einzelnen Dachziegels entwickelt. Seine Methode war ebenso einfach wie genial und erfüllte damit die Grundanforderung von Forschung und Entwicklung bei Baufritz. Diese lautet in diesem schwabennahen Teil Bayerns „EBBES“, abgeleitet von der anerkennenden Mundart-Wendung „Des isch ebbes“ – Das ist, das hat was! Jedes Vordenk-Ergebnis, so sagt Hubert Fritz und gibt nochmals Einblick in die Firmen- und Familienphilosophie, müsse die Entwicklungsbedingungen von „EBBES“ erfüllen. Sie lauten:
E - einfacher
B – besser
B – billiger
E – effizienter
S – sicherer/schneller/schöner.