Urlaub, Liebe...Haus!
Mit ihrem Schwörer-haus haben sich Diana, Michael und Emily Larisch ihren Mittelpunkt der Welt geschaffen. Von dem...

Zwei Jahre Planung beim Hausbau haben sich gelohnt
Keine Ahnung, wieso, aber im ersten Moment erinnerte das Haus den Journalisten ein wenig ans Bundeskanzleramt in Berlin, verpflanzt an den Waldrand. Die Architektur auch dieses Hauses sollte ganz besonders werden, und die Tuchfühlung zum Wald war Andreas Soldan so wichtig wie seiner Frau Edeltraud. Die zwei sind Naturfreunde vor dem Herrn. In einer Siedlung von anderen Häusern eingeklemmt sein? Niemals. Sie waren auf den Höfen ihrer Eltern groß geworden – inmitten von Grün mit viel Auslauf. So etwas prägt fürs Leben.
Zwischendurch haben Soldans (beide 38) auch mal in der Stadt gelebt und dort zuletzt eine Eigentumswohnung besessen. In ihr sind ihre Kinder Jana (8) und Timo (4) zur Welt gekommen. Da waren‘s dann vier in der Wohnung, und das reichte ein für allemal: Sie maß nur 65 Quadratmeter – so viel wie heute die untere der drei Terrassen in ihrem Waldrand-Haus in Enzenkirchen im oberösterreichischen Innviertel allein.
Edeltraud Soldan, Altenfachbetreuerin in einem Seniorenheim, und Ehemann Andreas, gelernter Agraringenieur, aber schon seit jungen Jahren Bauleiter bei Wolf-Haus im niederbayerischen Osterhofen, haben ihr Heim vor zwei Jahren bezogen. Seitdem sind sie mit sich im Reinen. Sie haben Freiraum (das Grundstück misst über 2.000 Quadratmeter), erste Bäume sind gepflanzt. Sie haben zwei gesunde Kinder, und sie haben mit Wolf-Haus das imposante Refugium gebaut, das ihnen vorschwebte.
Zwei Jahre nahmen sie sich Zeit für die Planung – es sollte ein Haus werden, das es so nur bei ihnen und nur für sie geben würde. Ein freier Entwurf eben. Die Geschäftsleitung von Wolf in Osterhofen, heißt es, soll ausgesprochen angetan gewesen sein von Andreas Soldans Planung und dessen Wünsche als sportliche Herausforderung verstanden haben. Das wurde sie. Denn insbesondere die Rundungen, die manchmal an Oscar Niemeyers fließende Formen in seinen brasilianischen Privat- und Gesellschaftsbauten erinnern, diese Extras, die Bauleiter Soldan und seine zupackende Gefährtin Edeltraud an und in ihrem Haus verwirklichen wollten, brachten Wolf ganz schön ins Schwitzen.
Andreas Soldan, der bei allem dabei war und mit Frau, Eltern und Brüdern „4.400 Stunden familiäre Eigenleistungen beisteuerte“, hat in drei Fotoalben festgehalten, wie es am Waldrand von Enzenkirchen oft rundging, damit das Ganze eine runde Sache wurde. Die Soldans selbst erfreuen sich „an dem klaren Ergebnis, an der hellen Freiräumigkeit, die ohne jede Bedrückung ist“ (Edeltraud Soldan). Durch die Rundungen im Eingangsbereich, bei den Innentreppen, einigen Fenstern und der Wandführung zur Terrassenseite hin hat der Bau nach ihrer Überzeugung „etwas an Strenge und rechteckiger Schachtel-Monotonie verloren, die es ohne diese Geschmeidigkeit wahrscheinlich gegeben hätte“.
In der gedanklichen Vorbereitungsphase machte das Hauskonzept in Zusammenarbeit mit Architekt Norbert J. Bruckner einige Verwandlungen durch (siehe Zeichnungen nächste Seiten). Sie zeigen, wie gründlich Soldans vorgingen und für wie wichtig sie den ausreichenden Gewinn an schützender Privatheit des Entwurfs erachteten: Die erste Studie sagte ihnen noch nicht zu, weil sie für ihren Geschmack „zu wenig Geborgenheit und eine zu offene Berührung zwischen Außensitzbereichen und Wohngebietsstraße beschert hätte“ (Andreas Soldan).
Deshalb nahm der ursprünglich monolithische Baukörper im nächsten Schritt eine stärkere L-Gliederung an. Die zwischen den Schenkeln liegenden Terrassen gewannen so den gewünschten Sichtschutz, ohne ihre Üppigkeit einzubüßen: Der Balkon im oberen Geschoss misst fast 20, die Bangkirai-Terrasse im Mittelbau des Erdgeschosses rund 50, die Steinterrasse auf der Kellerebene, die durch die Hanglage freilich ebenfalls im Tages- und Sonnenlicht ruht, rund 60 Quadratmeter. Macht nahezu 130 Quadratmeter Terrasse. Hat irgendwer noch Zweifel an der Frischluftliebe von Familie Soldan?
Die Eigenleistungen des Hausherren betrafen ein weites Feld: Andreas Soldan verarbeitete 450 Tonnen Granitbruchsteine für das Modellieren des Gartens. Er war beim Verlegen der Rohre für die Fußbodenheizung, beim Fliesenlegen bis hin zur Terrassenkonstruktion dabei. Idee und Plan fürs BUS-System, das Licht, Jalousien und Musikanlage zentral steuert, stammen weithin von ihm. Besonders stolz ist er auf die gerundete Wand im Aufstieg von Erd- zum Obergeschoss, die die Nussbaumtreppe als Wange umfasst.
Seine Frau hatte vor Baubeginn Bedenken gegenüber zu großen Glasflächen. „Natürlich wollte ich es hell, aber ich dachte auch ans Putzen und Aufheizen. Heute bin ich froh, dass mich Andreas und der Architekt dazu überredeten und wir an der Terrassenfront raumhohe Fixverglasungen gewählt haben. Ich mag sie nicht mehr missen.“
Genauso geht es ihr mit der Offenheit im Wohn-Ess-Bereich: „Ich nehme ihn als großen Gemeinschaftsraum wahr, der sowohl mit den Kindern als auch mit Freunden eine sehr kommunikative Atmosphäre erzeugt.“ Mit 20 Quadratmetern haben Soldans ein besonders großes Bad, mit geteilten Waschbecken und frei stehender Wanne – „so vermittelt sie mehr Freiheit, Komfort und Entspanntheit“. Das sportliche Paar hält sich hier „nicht nur lieber, sondern bisweilen auch länger auf als im Minibad der alten Wohnung. Vor allem, wenn mir die Multimediaanlage auch hier meine Wunschmusik liefert“, so Andreas Soldan.
Die Zusammenarbeit mit Wolf-Haus lief präzise und reibungslos. Wolf-Mann Soldan kannte das so von seinen Kollegen, seine Frau war angenehm überrascht. Andreas Soldans Sonderplanungen, namentlich die gewundenen Wandführungen, stießen bei dem Fertighausunternehmen „anfangs auf manches Kopfschütteln und die Warnung: Geht nicht!“ Doch Andreas Soldan wusste aus eigener Kenntnis, dass Wolf mit Herausforderungen wächst und nicht vor ihnen kapituliert.
Ein Haus wie das in Enzenkirchen kostet ohne Keller schlüsselfertig etwa 350.000 Euro.