Häuser mit Familiensinn

In so einem Haus macht Kind sein Spaß!

Einfach „Kind 1“, „Kind 2“ in einen Grundrissplan zu schreiben, schafft noch keine Nestwärme. Was kann man tun, damit das neue Haus für alle Familienmitglieder der liebste Ort auf der Welt wird? Welche Erfahrungen haben Bauherrenfamilien? Report einer Eltern-Sprechstunde bei LUXHAUS

Die wichtigste gemeinsame Erfahrung von Bauherren-Familien ist schnell gefunden: Wer ein Haus mit Kindern plant, braucht Zukunftsfühler. Niemand verändert Raumerfordernisse schneller und tiefgreifender als die jüngsten Familienmitglieder. Ganz vorne dabei beim ewigen Wandel: das Kinderzimmer. Die Babywiege weicht dem Gitterbettchen, dieses in Windeseile einem Kinder- oder Hochbett, eh man sich versieht, ist der erste Schreibtisch mit Arbeitsstuhl fällig ...


Wie funktioniert das Haus, wenn die Kinder größer werden?


Die wirklichen Herausforderungen aber betreffen früher oder später weit mehr als die Kinderzimmer. Die Sanitärberaterin Tanja Koch zum Beispiel würde heute statt eines Gäste-WCs ohne Dusche lieber ein komplettes Zweitbad einrichten – das Bad ist derzeit morgendlicher Lieblingsort ihrer inzwischen 12-jährigenTochter.


Oft wird in solchem Alter auch die anfangs wohltuende Nachbarschaft des Kinderzimmers zum Elternschlafzimmer für beide Seiten zum Problem. Es sei denn, die Familie ist gewappnet und hat eine Umsiedlung im Haus vorgedacht. Bauingenieur Markus Rißmann, Vater von vier Kindern, fand eine sehr unkonventionelle Lösung: „Wir haben nicht die Zimmer den heranwachsenden Kindern angepasst, sondern die Kinder im Haus umziehen lassen. Das sparte Kosten und alle waren glücklich, den nächsten Raum erobern zu können.“


Das eigene Zimmer für jedes Kind ist nicht in jedem Fall ein MUSS. Im Haus der Familie Rißmann teilen sich die vier Kinder drei Räume miteinander. Ein weiteres Zimmer im Dachgeschoss, das übrigens auch vom Großvater bewohnt wird, dient als gemeinsamer Kinderbereich. „Den beiden Mittleren macht es kein Problem, in einem Zimmer zu wohnen. Falls irgendwann doch, ist die Raumkonstellation jederzeit veränderbar.“



Die beiden Großen von LUXHAUS-Geschäftsführer Dirk Adam bestehen darauf, gemeinsam in einem Raum zu schlafen statt im jeweils eigenen Zimmer. „Wir dürfen nicht daran rütteln“, sagt der dreifache Familienvater. Anders die beiden Söhne von Gabriele Gorny: Sie spielten tagsüber gemeinsam, schliefen aber von Anfang an getrennt. „Erst mit etwa 11 Jahren begannen sie, am Tag die Zimmertüren von innen zu schließen“, erinnert sich die Redakteurin. Tanja Koch lebt die Woche über mit ihrer Tochter und ihrem Lebensgefährten, hat am Wochenende aber eine fünfköpfige Patchworkfamilie um sich. „Wenn nicht jedes Kind sein Zimmer hätte, würde das niemals funktionieren“, ist die 33-jährige überzeugt.


Die Balance zwischen offenen und separaten Raumsituationen


Sie wirken freundlich, großzügig, einladend, zeitgemäß. Aber sind offene Raumkonzepte in allen Familienlagen empfehlenswert? „Nein“, sagt Vater Rißmann. „Je mehr Personen im Haus leben, umso größer wird der Wunsch nach Separierung.“ Er findet es gut, seine vier Kinder dank einer Schiebetür zwischen Ess- und Wohnbereich in der Nähe zu wissen, aber nicht permanent dem vollen Geräuschpegel ausgesetzt zu sein. Der familiäre Aktionsradius wurde bis in den Außenraum hinaus klar strukturiert.


Stichwort Terrasse. Hier hat die Familie auf die Sonnenseite-Lage zugunsten kurzer Wege von der Küche aus verzichtet: „Es gibt für mich im Sommer nichts Schöneres, als für die ganze Familie zu kochen, während die Kinder draußen spielen. Dabei alle im Blick zu haben, ist für mich ein beruhigendes, beglückendes Gefühl.“


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