Gesehen, Verliebt, Gebaut!

Die sachliche Bezeichnung "FZ 98-110 B V6" steht dort für eine moderne Stadtvilla mit zwei Vollgeschossen.

Es passiert bei Häusern wie bei Menschen: Es gibt sie wirklich, die Liebe auf den ersten Blick. Die Begegnung mit Ralf, dem Mann ihrer Träume, ist 25 Jahre her, sagt Anja Andreas. Die mit dem Haus ihrer Träume - einer Stadtvilla von OKAL - liegt erst wenige Monate zurück. Die Eheleute spürten und wussten sofort: Das ist es! Dieses und kein anderes .

Glück sieht immer anders aus: Manchmal wie ein Mann/eine Frau. Ein andermal läuft es einem als Hausentwurf über den Weg. Genau der, nach dem man schon immer gesucht hat ... Warum das so ist, wissen die Götter. Anja Andreas (damals 16) hatte ihren Ralf (19) vor nunmehr 25 Jahren auf dem Tanzboden gesehen und wusste sofort: Das ist er! Sie behielt recht: Der Gerüstbauer aus Bechtolsheim war wirklich der Mann ihrer Träume. Groß, stark, sportlich. Einer zum Anlehnen. Auf den immer Verlass ist. Dabei nie langweilig.


Die anspruchsvolle Frau, nunmehr Anfang 40, Mutter eines acht Monate alten Sohnes, ist tief in ihrem Herzen immer noch ein wenig erstaunt, dass ihr ein Hausentwurf mit ähnlich faszinierender Wirkung begegnet ist: groß, elegant, vielversprechend. Die Idee entdeckte Anja Andreas im „Neuen Zuhause-Architektur“-Prospekt von OKAL. Die sachliche Bezeichnung "FZ 98-110 B V6" steht dort für eine moderne Stadtvilla mit zwei Vollgeschossen.


Mit OKAL bauen - daran führte kein Weg worbei


„Ich hatte mich schon mal in eine OKAL-Villa verguckt“, erzählt Anja Andreas. „In klassizistischer Architektur, sehr edel, sehr repräsentativ. Mit Säulen und Fensterfaschen und allem drum und dran.“ Mit Gefühl für Stil und stimmigen Proportionen – aber so richtig unter die Haut ging ihr diese Lösung nicht. Was war diesmal anders?


„Die Klarheit der Formen und Linien. Ohne Zierrat. Einfach nur schön“, sagt Anja Andreas. Das Auge sucht (und findet hier) die Harmonie. Die ihre Wirkung vor allem aus der Proportion holt. „Man sieht sofort, dass es schöne Räume hat“, begründet die Dame des künftigen Hauses ihre spontane Zuneigung. Es sind nicht nur die vielen bodentiefen Fenster, es ist vor allem die auf 2,80 Meter angehobene lichte Höhe, die Eindruck macht.



So wenig Räume wie möglich, die aber so groß wie möglich. Über diese oberste Vorgabe für ihren Hausentwurf sind sich Anja und Ralf Andreas von Anfang an einig. Genau hier aber scheiden sich die Geister und Anbieter: Die bauträgerüblichen, routinierten Raumhöhenstandards von 2,50 Meter reichen nicht mehr für die erträumten offenen und lichten Großwohnräume, die oft das ganze Erdgeschoss für sich beanspruchen.


30 Zentimeter höher - ein neues Raumerlebnis


Diese 30 Zentimeter mehr sollen den entscheidenden Unterschied machen? Eindeutiges Ja. Von beiden. Das Haus der Eltern von Ralf Andreas, in dem sie derzeit leben, wurde Anfang der 70er-Jahre errichtet. „Gemütlich“ wurde damals als „Nestwärme“ verstanden, als Nähe zu Wänden und mit niedrigen Deckenhöhen, viel Holztäfelungen, braun-beigen Fliesen im Bad, waagerechten Fensterformaten ...


Wenn man beide nach weiteren Gründen fragt, weshalb sie sich ausgerechnet in diesen neuen OKAL-Hausentwurf verguckt haben, kommen sie sofort wieder auf ihr Hauptanliegen zurück: „Er verspricht schöne, helle, vor allem aber durch die imposante Höhe ausbalancierte Räume mit wunderbar weiten Sichtachsen.“ Im alles dominierenden Livingroom im Erdgeschoss, der in ihrem Entwurfsplan mit Kochen/ Essen/Wohnen ebenso spröde wie zutreffend in seinen Funktionsbereichen beschrieben ist, wird die blickfreie Raumdiagonale mindestens 16 oder 17 Meter messen, stellt Ralf Andreas mittels Zollstock auf seinem Grundrissplan erfreut fest.


Das hat Anja Andreas vom Raumkonzept auch erwartet: Von der schicken Kochinsel aus hat sie sowohl Sohn Luis als auch ihren Ralf im Wintergarten im Blick. Umgekehrt haben ihre beiden Männer in diesem Raum stets Sichtkontakt mit ihr. Eine schöne Vorstellung. Stempel für die Traumerlaubnis.



Anfangs hat die 41-jährige Bürokauffrau sich noch nicht getraut, die Freude auf ihr neues Haus und den Traum von den schönen Räumen darin wirklich an sich heranzulassen. Das Baugrundstück ist mit dem Prädikat „ideal“ treffend beschrieben: 8.000 Quadratmeter, eine sanft ansteigende Obstwiese.


Mit romantischem, unverbaubarem Blick auf Bechtolsheim und den Petersberg. Schon lange im Familienbesitz, direkt neben dem Gelände der Gerüstbaufirma Andreas. Alle Unterlagen sind längst eingereicht, nebst Zustimmung des Bauausschusses der Gemeinde – in deutschen Landen sind Hausträume ohne amtlichen Stempel blühende Fantasie. Die vorsichtige Anja Andreas hat völlig recht, erst jetzt, mit der Baugenehmigung im Briefkasten, ihrer Freude aufs neue Haus die Sporen zu geben.


Die besondere Lage erlaubt einem Haus wie diesem mit seinen vielen raumhohen Fenstern einerseits ungehinderte Ausblicke, andererseits schafft die von der Straße heraufführende Zufahrt ausreichenden Abstand zu neugierigen Passantenblicken. Unbeobachtet heißt ungestört sein – auch das ist eine Dimension von Wohlfühlen. Man kann sich dem gedanklichen Entwurf „seines“ Hauses von innen nähern, von der Raumidee aus. Und daraus dann die äußere Form entwickeln. Eine Annäherung über das äußere Erscheinungsbild des Hauses, wie es diese Bauherren tun, funktioniert auch. Sofern der Entwurf sein äußerliches Versprechen vom Charakter der Innenräume dann auch einzulösen versteht.


Wenn Anja Andreas über Formensprache, Stil und Lebensart ihres künftigen Lebensmittelpunktes spricht, fällt auffallend oft das Wort „reduziert“. Dem Grundsatz: lieber weniger Räume, dafür große, folgt sie auch bei der Material- und Farbwahl. Das knallige Rot, mit dem sich der Anbau im Ur-Entwurf hervortut, hat sie gegen einen sanften Grauton ausgetauscht. Weiß als Grundfarbe, dazu ein elegant helleres und ein markanteres Grau – und gut. Ähnlich geht sie die Innenräume an. Für das gesamte Erdgeschoss schwarze bis dunkelgraue XXL-Keramikfliesen. Die Fronten der Küche mattweiß? Jedenfalls in hell.



Seit Anja Andreas im Bulthaup-Studio in Koblenz war, hat ihr Mann kaum noch Chancen, mit ihr über etwas anderes als eine „b1“-Design-Küche zu reden. Klare Linien. Dabei aber auch praktisch und so putzfreundlich wie irgend möglich. Ein üppig bemessener Hauswirtschaftsraum und ein weiterer Abstellraum auf der anderen Seite der Treppe („Für ihre vielen Schuhe“, wie Ralf Andreas vermutet) folgen dem Ordnungssinn der Dame des Hauses. Über die Treppe ist noch nicht entschieden – sie soll jedenfalls zum modernen und transparenten Ambiente passen.


Refugium Obergeschoss


Das Obergeschoss wird unmissverständlich Privatzone. Das Unternehmerpaar empfängt gern und oft Kunden und Freunde, Verwandtschaft sowieso – oberhalb der Treppe aber will Anja Andreas nur sich und ihre Männer sehen. Der Vorteil des Zweigeschossers ist auf den ersten Blick erkennbar – alle Räume hier oben haben wie im Erdgeschoss wunderbar große bodentiefe Fenster. Luis‘ Zimmer ist das größte. Nur übertroffen von der Kombination Elternschlafzimmer- Ankleide auf der gegenüberliegenden Seite. Dem Familienbad sieht man an, dass Luis Eltern Sportler sind (Anja Andreas war begeisterte Triathletin): Hier ist das große Duschen angesagt, mit Regenbrause und allem Drum und Dran. Die Wanne hat eher Luis-Dimensionen. Geplant ist es als Bad für alle drei. Wenn Luis mal größer ist, wird er – so stellt es sich jedenfalls seine Mutter vor – das Duschbad im Erdgeschoss benutzen.


Die Bauherren finden es eher faszinierend als erstaunlich, dass der Ursprungsentwurf von OKAL mit ihren Vorstellungen so indentisch ist. Ihre Änderungswünsche waren übersichtlich: Galerie weg, stattdessen im Flur oben ein Homeoffice. Das Badezimmer zugunsten der Ankleide vom Schlafzimmer weg auf die gegenüberliegende Seite. Eine Sonderlösung für die Fenster in Luis‘ Zimmer, damit sie sich nur bis in halbe Höhe öffnen lassen. Den gut gemeinten Vorschlag, im Bad einen Wäscheabwurfschacht direkt in den Hauswirtschaftsraum einzubauen, cancelten die Bauherren. „In Edelstahlausführung kostet so ein Ding 1.700 Euro. Die setzten wir lieber woanders ein“, begründen die Eheleute ihre Entscheidung.


Für eine „schlichtweg geniale Idee“ ihres (OKAL-)Architekten Ralf Wern halten beide die Wandscheibe mit dem von zwei Seiten einsehbaren Kamin für den Livingroom im Erdgeschoss. Schon die Entwurfszeichnung des Kaminbauers lässt ahnen: ein Hingucker! Er macht den großen Raum spannend, indem er ihn teilt und zugleich die Blicke rechts und links davon schweifen lässt. Im Frühjahr wird Einzug gefeiert.


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