Freiheit ohne Fesseln

Außenansicht KASTELL-Haus

Über ein Chemiker-Paar, das seine Glücksformel genau bestimmte, dafür auch nur ganz wenige Kompromisse einzugehen bereit war und in seinem KASTELL-Haus hoch über der Mosel heute noch weniger reiseverrückt ist als bisher.

Die beiden waren entschlossen, aber nicht übermütig. Dr. Ralf Lutterbach (41), promovierter Chemiker wie seine Frau Dr. Cor­ne­lia Schroeder (40), sagt, der Wunsch nach einem neuen Haus war groß, aber die Vor­bedingung einer wirklich guten Lage war ent­schieden größer. „Wir wollten ein neues Haus mit mehr Platz, doch wir wollten durch­aus nicht um jeden Preis bauen. Vielmehr wollten wir schauen, ob sich unsere Wün­sche so mit der Wirklichkeit vereinbaren lassen, dass sie nicht zu faulen Kompromissen schrum­pfen.“ Einleuchtend.


Das Herangehen funktionierte. Sie haben ihr Haus an einem Ort errichten können, wo es sie nicht täglich reut, diese Lage gewählt zu haben. „Hier, oberhalb der Mo­sel, mit Wein­bergen vor und hinter und dem Fluss unter uns, mit kurzen Wegen zu unserer Ar­beit, mit Garten und gefühlter Urlaubs­atmosphäre ha­ben wir eine Oase geschaffen.“ Cornelia Schroeder: „Ich bin auch früher nicht besonders reiseverrückt gewesen, aber unser neues Haus hat exotische Reisewünsche weiter abgeschwächt. Wenn ich im Garten an unserem Bach sitze, frage ich mich des Öfteren: Wozu eigentlich wegfahren? Unseren Heim­vorteil macht so schnell kein fernes Ziel wett.“


Das Chemiker-Ehepaar, das im Moselstädt­chen Bernkastel-Kues selbstständig in der Weinbranche tätig ist, sitzt im Wein­bau­ge­biet in Deutschlands Südwesten gleich­sam an der Quelle. Ein Heimspiel auch in dieser Hin­sicht.


Die zwei leben seit drei Jahren in ihrem neu­en Haus, und man spürt: Ihre Rechnung ist aufgegangen. In erster Linie, weil die beiden Naturwissenschaftler die Suche nach ihrer persönlichen Glücksformel für Wohnen und Leben als Wert-Anlage auch jenseits des rein Finanziellen angegangen sind. Ralf Lutter­bach: „Die Doppelhaushälfte, in der wir zu­vor immerhin sieben Jahre sehr zufrieden ge­­wohnt haben, war ein Ort, an dem man seine Erfahrungen sammeln und für sich ent­scheiden konnte: Was würden wir im Falle einer Veränderung gern wieder so oder so ähnlich haben – und was machen wir beim nächsten Mal anders?“



Stärkster Antrieb für ihren Willen zur Ver­änderung: Cornelia Schroeder und Ralf Lut­terbach wollten mehr Platz. Ihnen war gleich, ob sie ihn in einer Bestandsimmobilie oder in einem neuen Haus finden würden. „Wir sehn­ten uns nach etwas mehr Raum und mehr Garten“, erinnert sich Frau Schroeder. „Gut hätten wir uns ein älteres, aber schön gelegenes Haus vorstellen können. Das war Vor­aus­setzung. Doch wir merkten sehr bald, dass es einfacher ist, die Stecknadel im Heu­haufen als ein Haus zu finden, das unseren Wünschen tatsächlich entsprach. Deshalb begannen wir in Richtung neu und selbst bauen zu denken.“


Es folgte die Grundstückssuche. Wegen ihrer anspruchsvollen Bedingungen verwendete das Paar darauf allererste Sorgfalt. Die Be­lohnung genießen sie jetzt an jedem Tag. Und zwar nicht bloß, wenn die beiden in der Fens­terbank auf der Moselseite sitzen und sich von der Abendsonne bestreichen lassen. Ihr Garten misst nun rund 800 Quadrat­me­ter, sie sind heute insgesamt viel öfter im Freien, und die von ihnen – nach eigenen Worten – „nachempfundene Urlaubsat­mo­sphä­re mit Bachlauf, Terrasse und Strand­anmutung“ hat sie in eine Freiheit ohne Fes­seln geführt.


Herr Lutterbach: „Im ersten Haus war es zunehmend eine Freiheit mit Ab­strichen. Die Doppelhaushälfte war in jeder Beziehung funktional, die räumliche Aufteilung dagegen nicht ideal: das Bad ausreichend für einen allein, aber zwei kamen sich in ihm ständig ins Gehege. Der Garten eher symbolisch. Und so angenehm die Nachbarn waren, richtige Freiheit und Eigen­ständigkeit kommen unter solchen ,abhän­gigen‘ Bedingungen einfach nicht auf. Ein Haus, vernünftig geplant und umgesetzt, hat Allein­stellungsmerkmale, mit denen eine Woh­nung nicht mithalten kann.“


Der Haus­herrin fällt in diesem Moment ihre Stu­den­tenzeit und ihr „schon damals empfundener Wunsch ein, möglichst bequem und angenehm zu wohnen. Seinerzeit ging es natürlich nicht um ein Haus. Aber ich habe auf manches lieber verzichtet, um mir im Gegen­zug zwei kleinere Zim­mer mit Balkon leisten zu können.“



Den Weg zum Unternehmen KASTELL fanden die zwei, nachdem sie für sich „einen konventionellen Nassbau mit langer Bauzeit ausgeschlossen“ und nach näherer Prüfung von vier Haus­anbietern festgestellt hatten, „dass die Firma KASTELL zwei Vorzüge auf sympathische Weise miteinander verbindet: Sie baut massiv, aber dank industrieller Vor­fertigung zum Beispiel der Wandelemente trocken. Und sie baut schnell – im Juni er­folgte der erste Spatenstich, im No­vem­ber sind wir eingezogen. Das war schon beeindruckend, zumal auch Präzision, Sau­berkeit und die Ab­stim­mung mit KASTELL in allen entscheidenden Punkten klappten.“


Architekt Harald von der Weiden, als Fach­berater fest für KASTELL unterwegs, war mit seiner Kollegin Astrid Warnstedt für Frau Schroeder und Herrn Lutterbach in allen Planungsfragen hilfreiche Schaltstelle. Auch seine seit langem vertretene Auffas­sung, „ohne Gas und Öl zu heizen und das Haus am Moselhang mit einer Luft-Wärme-Pum­pe zu bestücken“, sagte den Eigen­tü­mern zu.


Ebenfalls gefunden haben sich die Partner in ih­rer Vorliebe für den quadratischen Grund­riss beziehungsweise für den Würfel. Ar­chi­tekt von der Weiden: „Er entspricht dem Harmo­niegefühl vieler Hausherren am idealsten. Zudem garantiert er maximales Innen­vo­lu­men bei minimaler Außenfläche und erfüllt darin vergleichsweise optimal die Heraus­forderungen des Wärmeschutzes.“


Cornelia Schroeder, die von sich sagt, „schon früher kein Mensch mit Dosen-Mentalität“ gewesen zu sein, hebt die Küche hervor, um ihre Lust am Kochen und ihren Gewinn an Freiheit zu veranschaulichen. „Wir haben, aus­gehend von meiner Neigung und meinem Platz­bedarf, die Küche punktgenau um mich herum geplant. Ähnlich sind wir mit der Bi­bli­othek und unserem Bad verfahren, zwei Räumen, die mit als erste in unseren Köpfen feststanden: Sie sollten funktionell und sie sollten einladend groß und wirklich bequem sein. Auch hier wirkte im Übrigen die Erfah­rung der Platzbegrenzung im Vorgänger­haus. Sie führte zu Lösungen, die mehr Raum, mehr Ordnung fürs Auge und mehr Entspannung für Leib und Seele schaffen“.


Für Ralf Lutterbach zählt dazu auch die Spe­zialbelüftung im Lesezimmer. Sie vergrö­ßert den Genuss der gelegentlichen „Ha­vanna“, die sich der Hausherr an schönen Abenden oder an Sonntagen im Sitzbankfenster hoch oben über der Mosel gönnt – ein Lustgewinn der eigenen, ein Wertgefühl der besonderen Art.


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