Plusenergiehaus "VIO 400" von FINGERHAUS
Ein Klassiker mit modernen Nuancen: Der Entwurf „VIO 400“ verzichtet auf kostspielige Extras, bietet aber die...

Wiewohl nach ihrer Erfahrung die Nachfrage nach dieser Richtung jüngst etwas zurück- gehe, werde die geradlinigere Auslegung des Landhauses geschätzt. „Es verspricht vielen Gemütlichkeit und kommt gerade dem entgegen, der Nestwärme sucht und sich selbst als Nestbauer sieht.“
Stilistisch gestattet die Designerin einem Landhaus größere Spielräume als dem klassisch-eleganten. „Abgesehen davon, dass sich das moderne Landhaus von Fassaden in Eiche-hell-Verschalung, Schnitzbalken und ornamentalen Blumenkästen verabschiedet hat, sind die Kombinationsmöglichkeiten unterschiedlicher Stile – etwa von hübschen alten Möbelstücken mit neuen – gegeben. Hier darf man etwas abschweifen.“
Das hilft Bauherren schon deshalb, weil in ein neues Haus oft nicht nur neue Möbel Einzug halten. „Das erzwingt stilistisch manchen Kompromiss. In einem Landhaus ist der leichter herzustellen als in einem klassisch-eleganten. Holz- und Steinböden sind denkbar, der Putz innen wie außen kann mal uneben sein, bei den Farben reicht das Spektrum von Altweiß über Creme bis hin zu schlammigen Farben sowie Terrakotta, Lachs und Moos.“
Vielleicht war es diese größere Freiheit, die Dorothea Finger-Cronau im „Ventur“ zu einer Lösung ermunterte, die funktional überzeugt und ästhetisch gefällt: Sie platzierte die Kücheninsel in den Wintergarten. Gemeinsames Kochen erfährt so einen Erlebnisschub, der Wintergarten Aufwertung.
Holz als Landhaus-Markenzeichen hat die Designerin abwechslungsreich, aber nicht überschüssig eingesetzt. Sie respektiert auch darin die moderne Linie. Die Farbe der Gardinen und Stores auf der einen sowie der Möbel auf der anderen Seite wurden von ihr zusammengedacht und in Harmonie gebracht, beim Bad im Obergeschoss der Landhauscharakter mit afrikanischen Ethno-Elementen frisch interpretiert.
Eine Stilrichtung so zu interpretieren, dass der Weg zum Ziel führt, bedarf häufig lenkender Hand. Dorothea Finger-Cronau: „Viele Bauherren sagen von sich, dass sie sehr unsicher sind. Vielfach haben sie Manschetten, gestalterische Entscheidungen am und im neuen Haus könnten dem Nachbarn missfallen. Es erstaunt mich oft, welchem Herdentrieb sie folgen, damit nur ja alles wieder so gehandhabt wird, wie es bei Vater und Mutter – oder beim Nachbarn – üblich war. Solche Haltung stellt manchmal Hürden auf, die ich nur mit Fingerspitzengefühl beiseiteschieben kann.“
Mit Frauen könne sie über solche Unsicherheiten meist leichter sprechen. Das ist aber nur ein Grund, weshalb Bau und Kauf sich letzten Endes bei der Frau entscheiden. Dorothea Finger-Cronau ist sich ganz sicher: „Man muss die Frau gewinnen, damit man das Haus an beide verkaufen kann.“
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