Plusenergiehaus "VIO 400" von FINGERHAUS
Ein Klassiker mit modernen Nuancen: Der Entwurf „VIO 400“ verzichtet auf kostspielige Extras, bietet aber die...

Dorothea Finger-Cronau (43) ist die Tochter von FINGERHAUS-Gründer Adam Finger. Bereits im Kindesalter ist sie in der Firma zu Hause und heute Gesellschafterin des Fertighausunternehmens aus Frankenberg – eine Frau, die alle 24 aktuellen Musterhäuser eingerichtet, alle Bilder in diesen Häusern kongenial zur Einrichtung selbst gemalt und nach eigenen Worten ein Auge für Schönheit und Stil „in die Wiege gelegt bekommen hat“.
Wir knüpften an unsere jüngste Leserumfrage an, in der jeweils um 20 Prozent erklärten, sie würden sich in einem neuen Haus gern „klassisch elegant“ beziehungsweise „im modernen Landhausstil“ einrichten, und wir baten unsere Stil-Frau vom Dienst, zwei ihrer Musterhäuser auszuwählen, die diese beiden Richtungen demonstrieren. So kamen wir ins „Bravur“ (oben) nach Bad Vilbel bei Frankfurt/Main und ins „Ventur“ (Seiten 104/105) nach Gießen. Das erste ein Beispiel für klassisch-elegantes Bauen und Wohnen, das zweite eine Variante für ein modernes, „entjodeltes“ Landhaus. „Bravur“ hat sich im Musterhauspark von Bad Vilbel mit seinen 65 Häusern verschiedenster Anbieter den Rang eines Publikumslieblings erworben. Dorothea Finger-Cronau, die aufgeweckte und zupackende Blondine mit bekennendem Hang zu Schwarz, findet das gerechtfertigt. „Es scheint ein Traumhaus auch für jene Besucher zu sein, die sich in diesen Entwurf verlieben, ohne ihn sich vielleicht leisten zu können.“
Die markante Linienführung im Zusammenspiel von Horizontalen und Vertikalen, das ungewöhnliche, „fliegende“ Schmetterlings-Dach, die komplett verglasten vier Hausecken oder die Anmutung zeitlos zurückhaltender, kurztrendfreier Moderne legt bereits in der Außenansicht die Note klassischer Eleganz nahe. Dazu trägt die überraschende Wahl der Fassadenfarbe bei. Sie ist eine Nichtfarbe: ein schlammiger Grauton von entschiedener Diskretion und daraus erwachsender Vornehmheit. Susanne Kurre-Castillo, als Verkaufsberaterin selbst Innenarchitektin mit enger Kundenberührung, sagt, „die konsequenten, sanften und aufgeräumten Linien der Außenhaut lassen Besucher beruhigt und berührt eintreten. Das Haus zieht sie an, aber es macht ihnen keine Angst.“
Wir fragen Frau Finger-Cronau nach markanten Merkmalen im Innern, die den Charakter des Klassisch-Eleganten begründen. Unsere Reiseführerin zeigt und zählt Beispiele auf:
- Die Interaktion von Außen und Innen überzeugt. „Die schlichte Gartengestaltung setzt sich im Haus in zurückgenommenen Ton-in-Ton-Farben bei Möbeln, Accessoires und Stoffen fort – hier alle vom italienischen Hersteller Jesse, den ich sehr mag.“
- Der freie, die Sichtachse Haustür–Garten betonende Zugang zum geöffneten Wohn-Ess-Bereich, Art und lineare Anordnung der Beleuchtung über dem Ess- und Sitzsektor und die in keiner Weise auftrumpfenden Farben Grau, Elfenbein, helle Schokolade und Mokka bestärken den Eindruck von Klasse und Eleganz.
- Die wiederkehrende Verwendung gleicher Materialien – etwa Lichtschalter, Gardinenstange, Griffe der Küchenschränke oder Kücheneinbaugeräte allesamt in Edelstahloptik – erzeugt ein Gefühl von Stimmigkeit und Harmonie, ohne die Eleganz nicht vorstellbar wäre.
- Der Anspruch des Klassisch-Eleganten erlaubt in einem Raum den Einsatz maximal einer markanten Kontrastfarbe, etwa eine pinkfarbene Orchidee. Er verlangt den beherrschten Umgang mit „Nichtfarben“ wie Grau und die konsequente Einhaltung dieses Stimmigkeitsgebots. Flinker Mix von Materialien und Stilen macht Eleganz den Garaus, lässt die Kitsch-Alarmglocke läuten ...
Das „Schwarze Zimmer“ in der Stadtvilla „Bravur“, ein Raum zum Lesen, Fernsehen oder Musikhören, zeigt, dass Dorothea Finger-Cronau Stilsicherheit mit mutigem, dosiertem Stilwechsel zu verbinden weiß. Der Raum ist in schwarze Ornamenttapete gekleidet, sparsam möbliert – „es ist verblüffend, wie effektvoll Möbel vor einer schwarzen Wand wirken, viel interessanter als vor einer Wand in der Feigheitsfarbe Weiß“ – und setzt einen frechen, aber akzeptablen Kontrastpunkt zum Gesamtkunstwerk aus reduzierter Eleganz. Frau Finger-Cronau, die Gestaltung und Wohnstil oft mit der Wahl der Bekleidung vergleicht: „Nicht jedem steht jedes“, und immer wieder Qualität sowie sparsame Verwendung von Accessoires betont, stellt für ein Haus mit Eleganz-Ehrgeiz zusammenfassend diese Maxime auf: „Der letzte Schliff muss tadellos sein“. Das „Bravur“ in Bad Vilbel kann sich in diesem Wettbewerb sehen lassen.
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